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Mindestlohn: Erhöhung auf bis zu 14,60 Euro | BR24

BR245:46 28.976 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 41 Zeilen
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  1. Die Politik hat den Mindestlohn in Deutschland ja schon elf mal erhöht. Heute nun wieder ein kräftiger Schritt nach oben. Vor 10 Jahren ging es los mit
  2. diesem Mindestlohn bei 8,50 € pro Stunde. Momentan liegt er bei 12,82 €. Doch zum 1. Januar steigt er dann erstmal auf 13,90 € pro Stunde und ein
  3. Jahr später noch mal auf 14,60 €. Ein Plus, bei dem in Deutschland bald über 6 Millionen Menschen mehr Geld in der Tasche haben, aber einige befürchten
  4. auch höhere Kosten. Dieser Kaiserschm teurer werden. Das fürchtet der Münchner Wirtshausbetreiber Jakob Portlänger. Er zahlt zwar jetzt
  5. schon mehr als den Mindestlohn, doch der Gastronom fürchtet, wenn der Mindestlohn steigt, fordern auch die anderen mehr Lohn.
  6. Das bringt uns natürlich in gewisse Schwierigkeiten, weil das mit der mit der Kostenexplosion, die wir sowieso schon haben, einfach noch mal eins oben
  7. drauf legt. Existenzängste bei den Arbeitgebern, Unsinn finden die Gewerkschaften. Meinung nach hilft ein höherer
  8. Mindestlohn allen, den Arbeitnehmern und der Wirtschaft. Der Mindestlohn ist kein Jobkiller, sondern er schafft im Niedriglohnbereich
  9. einfach mal ja Endgeldstruktur für der, wo man einigermaßen leben kann und mit 13, 14 € ist sowieso auch noch schwer über die Runden zu kommen. Also dieses
  10. Klagen und dieses jammern der Arbeitgeber kann ich nicht mehr hören. Die SPD hat im Wahlkampf sogar mit 15 € Mindestlohn geworben. Für den Münchner
  11. Bundestagsabgeordneten Sebastian Rolof ist die Erhöhung jetzt ein erster Schritt. Es ist eine Lohnerhöhung. um 14% für
  12. ungefähr 6 Millionen Menschen in Deutschland. Ähm, das ist nicht ganz, was wir uns vorgestellt haben, aber wir haben die Wahl auch verloren. Deswegen
  13. glaube ich, dass das schon ein Tag ist, wo man zufrieden sein kann. Nicht für den Gastronomen Jakob Portlänger. Er findet, Steuersenkungen
  14. wären für alle besser. Da wä es eigentlich einfach gescheider. Man wird den Weg finden, dass die Mitarbeiter mehr Netto von ihrem Brutto
  15. bekommen, anstatt den Brutto Mindestlohn zu erhöhen. So eine Einkommenssteuersenkung hat die Regierung ins Auge gefasst, wenn der
  16. Bundeshaushalt das hergibt. Reden wir noch mal mit dem Arbeitsmarktforscher Professor Enzo Weber aus Nürnberg. Herr Weber, kann
  17. sich die stolpernde deutsche Wirtschaft überhaupt so ein kräftiges Plus beim Mindestlohn erlauben?
  18. Also auf der einen Seite, es wird eine deutliche Kaufkraftsteigerung geben, denn diese Lohnsteigerung durch den Mindestlohn, das ist mehr als 8 % im
  19. nächsten Jahr, dann noch mal 5% hinterher, nächstes Jahr mehr als 6 Millionen Jobs davon betroffen. Aber auf der anderen Seite sehen wir eben auch,
  20. das ist deutlich überproportional über der allgemeinen Lohnentwicklung und damit wird es irgendwann eng, wie viel eigentlich noch erwirtschaftet werden
  21. kann, denn das ist ja das entscheidende, damit die Jobs auch gehalten werden. Und bei der Produktivitätsentwicklung, da haben wir seit Jahren Stagnation, also
  22. bei dem was pro Stunde dann auch wirklich erwirtschaftet wird. Deswegen diese Mindestlohnsteigerung geht durchaus in den kritischen Bereich. Ja,
  23. Herr wie wir haben es ja gerade angesprochen, mehr Mindestlohn heißt mehr Kaufkraft. Darauf hofft zumindest schwarz-rot. Geht die Rechnung denn
  24. überhaupt auf? Vieles wird ja auch teurer, wie wir gerade gehört haben. Also, wenn man sich mal die Löhne heute anschaut und die Inflationsentwicklung
  25. abzieht, dann liegen wir bei den Reallöhnen heute tatsächlich unter dem, was wir vor Corona hatten. Aber andererseits die Wirtschaft hatte
  26. natürlich auch große Kostensteigerungen und da kommen dann die Löhne noch oben drauf und die unteren Löhner sind in den vergangenen Jahren sogar deutlich
  27. stärker gestiegen als die oberen. Also da ist die Schere nicht aufgegangen, sondern zugegangen. Dementsprechend also Lohn Ungleichheit zu senken, das ist
  28. schon sinnvoll, aber man darf es nicht überdrehen, denn irgendwann ist man im roten Bereich, wo die Jobs dann gestrichen werden.
  29. Ja, und noch ein anderer Punkt, Herr Weber, nach all den Debatten um das Bürgergeld. Jetzt steigt der Mindestlohn, steigt damit auch wieder
  30. die Motivation zum Arbeiten. Also, wenn der Mindestlohn steigt, dann gibt es erstmal mehr eigenen Verdienst
  31. und dann kann man da auch Sozialleistungen reduzieren und einsparen. Das kann durchaus im Bürgergeld einige hundert Millionen
  32. ausmachen. Und der Anreiz zur Arbeitsaufnahme oder auch zur Ausweitung von Arbeit, der steigt damit auch. Aber es steigt auch der Anreiz, ohne
  33. Ausbildung direkt in einen Helferjob zu gehen, wo man dann vielleicht auch ganz ordentlich verdienen kann. Und da sehen wir über die vergangenen Jahre ist auch
  34. der Anteil der jungen Leute, die keine Ausbildung haben, immer höher geworden. Also auch darauf muss man achten, das ist die Achilles Fe.
  35. Ja, ganz kurz noch, Herr Weber, Deutschland hat ja nun den vierthöchsten Mindestlohn in der ganzen EU. Sind wir damit überhaupt noch
  36. wettbewerbstauglich? Also Deutschland hat eins der höchsten Lohnniveaus in der EU, das ist richtig.
  37. Deutschland hat aber auch mit die höchste Produktivität in der EU und das ist es ja, was wir wollen, also was dabei rauskommt und darauf muss der
  38. Fokus Investitionen, Innovationen äh und dann auch wirklich wieder in die Qualifizierung stark reingehen, denn am Ende kommt es ja nicht darauf an, wer
  39. zahlt am meisten, sondern wer macht am meisten draußen. Und da kommt's auch darauf an, wie funktioniert der Arbeitsmarkt? Da brauchen wir eine gute
  40. Lohntransparenz, damit Menschen sehen, wohin können sie sich entwickeln und dann nimmt nämlich auch der Druck auf den Mindestlohn ab, wenn der
  41. Arbeitsmarkt selber eine stärkere Aufwärtsbewegung generiert. Eine Analyse von Professor Enzo Weber. Vielen Dank.

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