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Erinnerungsort

Zum Beispiel als geografischer Ort, ebenso aber als mythische Gestalt, als historisches Ereignis, Institution oder Begriff, als Buch oder Kunstwerk usw. Diese „ …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Veröffentlichungen zu Erinnerungsorten
  3. 3. Beispiele in Deutschland
  4. 4. Beispiele aus anderen Ländern

Begriff und Bedeutung

Ein Erinnerungsort, auch Gedächtnisort oder fachsprachlich Mnemotop, ist ein Bezugspunkt des kollektiven Gedächtnisses einer sozialen Gruppe. Der Begriff geht auf den französischen Historiker Pierre Nora zurück. Für Nora kristallisiert sich das kollektive Gedächtnis, etwa das der französischen Nation, an bestimmten Erinnerungsorten. Diese prägen die Erinnerungskultur und können für die jeweilige Gruppe identitätsstiftend sein.

„Ort“ ist dabei nicht nur geografisch gemeint. Ein Erinnerungsort kann auch eine mythische Gestalt, ein historisches Ereignis, eine Institution, ein Begriff, ein Buch oder ein Kunstwerk sein. Gemeinsam ist diesen Erscheinungsformen eine besonders stark aufgeladene symbolische Bedeutung.

Veröffentlichungen zu Erinnerungsorten

Pierre Nora trug die Erinnerungsorte Frankreichs in einem siebenbändigen Werk zusammen. Dieses Vorbild regte ähnliche Veröffentlichungen in anderen europäischen Ländern an.

Seit 2001 erschien ein dreibändiges Werk mit dem Titel Deutsche Erinnerungsorte. 2012 folgte das dreibändige Werk Europäische Erinnerungsorte. Im Verlag C.H. Beck erschienen außerdem Sammelbände zu antiken Erinnerungsorten, zum Mittelalter und zu Erinnerungsorten des Christentums.

Beispiele in Deutschland

Die deutschen Beispiele umfassen geografische Orte, Bauwerke, historische Ereignisse, Personen, Werke, politische Begriffe und gesellschaftliche Institutionen. Genannt werden unter anderem der Reichstag, die Wartburg, die Paulskirche, der Kölner Dom, Weimar, Versailles, die Mauer, die Autobahn und der Palast der Republik.

Zu den historischen Ereignissen und politischen Bezugspunkten zählen die Reformation, der Westfälische Frieden, Flucht und Vertreibung, die Schwabinger Krawalle, Achtundsechzig, der Kniefall, das Olympia-Attentat und das Wunder von Bern. Auch „Wir sind das Volk!“ und „Heil“ werden als Erinnerungsorte aufgeführt.

Weitere Beispiele sind historische und kulturelle Gestalten wie Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller, Heinrich Heine, Karl Marx, Richard Wagner, Konrad Röntgen, Friedrich Nietzsche und Albert Einstein sowie Werke und Begriffe wie Faust, „Wissen ist Macht“, Made in Germany, der Sozialstaat und das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Hinzu kommen der Schrebergarten, der Volkswagen, die D-Mark, der Mitläufer, die Bundesliga und die Nationalhymne.

Beispiele aus anderen Ländern

Auch in anderen Ländern können sehr unterschiedliche Dinge Erinnerungsorte sein. Das Rütli gilt als geografischer Ort des legendären Rütlischwurs und trägt den Charakter eines schweizerischen Nationaldenkmals.

Bauwerke können ebenfalls eine solche Bedeutung erhalten. Die Kathedrale von Reims ist die Krönungskirche der französischen Könige und ein Symbolort der deutsch-französischen Freundschaft. Elmina in Ghana und andere Sklavenfestungen sind Erinnerungsorte für die afroamerikanische Diaspora.

Zu den erinnerungstragenden Ereignissen gehören die Niederlage auf dem Amselfeld 1389 für den serbischen Nationalismus, Moulin de Laffaux als Bezugspunkt zu den Kämpfen am Chemin des Dames im Ersten Weltkrieg sowie Westerplatte bei Danzig als Bezugspunkt für den Kampf der polnischen Verteidiger. Historische, teils mythisch verklärt dargestellte Gestalten sind Jeanne d’Arc für die französische Nation, Cudjoe auf Jamaika, Zumbi in Brasilien, Nanny of the Maroons auf Jamaika und Gaspar Yanga für schwarze Mexikaner.

Weitere Formen sind Musikstücke wie die Marseillaise für die französische Nation und Jean Sibelius’ Finlandia für Finnland, die Gedenkstätte Yad Vashem als Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem sowie Epen, insbesondere das Kalevala für Finnland.

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Französische Sprache Vokale · ​/⁠ɑ⁠/​: pâte – / pɑt/ – Teig · ​/⁠ɔ⁠/​: sort – / sɔʁ/ – Schicksal · ​/⁠o⁠/​: sot – / so/ – dumm · ​/⁠u⁠/​: sous – / su/ – unter. Erinnerungskultur Erinnerungskultur, auch Geschichtspflege, bezeichnet den Umgang des Einzelnen und der Gesellschaft mit ihrer Vergangenheit und ihrer Geschichte. Identität Männlichkeit und nationale Identität erscheinen ähnlich problematisch. Identität als Identifikation mit einer Gruppe ist oftmals auch das Ergebnis von Erziehung und äußeren Zwängen; der Ausbruch aus der bisherigen Identität kann ein Akt der Emanzipation sein. Mittelalter Als Mittelalter wird in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit bezeichnet, also etwa die Zeit … Christentum Das Christentum ist eine Weltreligion, die aus dem Judentum hervorging und sich ab dem 4. Jahrzehnt n. Chr. über Judäa hinaus ausbreitete. Reichstag (Heiliges Römisches Reich) Die neben dem König bzw. Kaiser stehende Körperschaft entwickelte sich ab dem 12. Jahrhundert aus den formlosen Hoftagen und wurde nach 1495 zu einer festen … Reformation Ihr Beginn wird traditionell auf den 31. Oktober 1517 datiert, als Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Schlosskirche zu … Fauststoff Der Fauststoff, genannt auch Faust-Sage, die Geschichte des Doktor Johann Faust und seines Pakts mit Mephistopheles, gehört zu den am weitesten verbreiteten … Weimar Darauf folgte die Weimarer Klassik mit Wieland, Goethe, Herder und Schiller. Das 19. Jahrhundert ist verbunden mit Franz Liszt, Richard Strauss, Friedrich … Friedrich Schiller Johann Christoph Friedrich Schiller, ab 1802 von Schiller (* 10. November 1759 in Marbach am Neckar; † 9. Mai 1805 in Weimar), war ein deutscher Dichter, … Heinrich Heine Als kritischer, politisch engagierter Journalist, Essayist, Satiriker und Polemiker war Heine ebenso bewundert wie gefürchtet. Im Deutschen Bund mit … Carl Spitzweg Franz Carl Spitzweg (auch Karl Spitzweg; * 5. Februar 1808 in München; † 23. September 1885 ebenda) war ein deutscher Maler und Zeichner.