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Englisch-Spanischer Krieg (1625–1630)

Der Englisch-Spanische Krieg war ein militärischer Konflikt zwischen dem Königreich England und dem Königreich Spanien in den Jahren 1625 bis 1630 im …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Ursachen und Kriegsentscheidung
  3. 3. Das Scheitern vor Cádiz
  4. 4. Krieg in Europa und der Karibik
  5. 5. Frieden von Madrid
  6. 6. Politische Folgen

Überblick und Bedeutung

Der Englisch-Spanische Krieg war ein militärischer Konflikt zwischen dem Königreich England und dem Königreich Spanien. Er dauerte vom 22. Oktober jul. / 1. November 1625 greg. bis zum 5. November jul. / 15. November 1630 greg. und spielte sich in Spanien, den Niederlanden und der Karibik ab. Er gehörte zum größeren Zusammenhang des Achtzigjährigen und des Dreißigjährigen Krieges.

Der frühzeitige Höhepunkt war Englands erfolglose Expedition gegen den spanischen Hafen Cádiz im Jahr 1625. Danach nahmen die direkten Kämpfe stark ab: England fehlten die finanziellen Mittel und es griff zugleich in die französischen Hugenotten-Unruhen ein; Spanien konzentrierte sich auf den Krieg gegen die Niederlande. Der Konflikt beschränkte sich daher weitgehend auf Freibeuterangriffe gegen den englischen Handel und spanische Angriffe auf englische Siedlungen in der Karibik.

Der Frieden von Madrid beendete den Krieg am 15. November 1630. Er stellte im Wesentlichen den Status quo ante wieder her, also den Zustand vor dem Krieg. Das wichtigste englische Ziel, die Wiederherstellung der von Friedrich V. regierten Kurpfalz, wurde nicht erreicht.

Ursachen und Kriegsentscheidung

Ausgangspunkt war die Lage des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, eines Schwiegersohns des englischen Königs James I. Friedrich war 1619 von den böhmischen Ständen zum König von Böhmen gewählt worden, verlor aber am 8. November 1620 die Schlacht am Weißen Berg. Habsburgisch-spanische Truppen besetzten anschließend seine Stammlande. In England forderte besonders das House of Commons Unterstützung für den protestantischen Glauben und ein Bündnis mit den Vereinigten Provinzen der Niederlande.

James I. setzte zunächst auf Verständigung mit Spanien. Durch das „Spanish Match“, die geplante Ehe seines Sohnes Charles mit Maria Anna von Spanien, wollte er zwischen den Religionsparteien vermitteln, Englands Stellung stärken und eine Mitgift von bis zu £ 600.000 erhalten. Das Vorhaben war im protestantischen England unpopulär. Spanien verlangte die Gleichstellung der englischen Katholiken und später sogar die Konversion des Prinzen und eines Sohnes Friedrichs V. zum Katholizismus. Charles und der Duke of Buckingham kehrten deshalb im Oktober 1623 enttäuscht aus Madrid zurück.

Danach leiteten beide die als „Blessed Revolution“ bezeichnete Abkehr von der spanienfreundlichen Politik ein. Das Parlament bewilligte 1624 £ 300.000 für einen Krieg, bevorzugte aber einen kostengünstigen Angriff auf die reichen spanischen Kolonien. Eine von James finanzierte Expedition unter Peter Ernst II. von Mansfeld scheiterte schon organisatorisch: Von 12.000–15.000 Mann waren nach wenigen Wochen nur noch 5000 übrig.

Nach dem Tod James’ I. am 27. März 1625 betrieb Charles I. eine aggressivere Politik. Er unterstützte Christian IV. von Dänemark, stellte Soldaten auf und erlaubte Angriffe auf Schiffe der Spanischen Niederlande. Das Parlament bewilligte jedoch nur £ 160.000, obwohl der König mindestens £ 800.000 verlangte. Charles und Buckingham planten daher, durch die Plünderung der spanischen Küste und die Eroberung der Silberflotte weitere Mittel zu gewinnen. Im Vertrag von Southampton vom 18. September 1625 vereinbarten England und die Vereinigten Provinzen eine gemeinsame Expedition gegen Spanien.

Das Scheitern vor Cádiz

Die englischen Streitkräfte waren schlecht ausgewählt, versorgt und geführt. Unter den mehr als 10.000 Rekruten befanden sich viele zwangsweise eingezogene, kranke, alte oder körperlich untaugliche Männer. Auch die Schiffe waren teilweise überaltert und mangelhaft ausgerüstet. Anfang Oktober 1625 standen 12 Kriegsschiffe der Royal Navy sowie 73 bewaffnete Kauffahrer und Transportschiffe mit insgesamt 5952 Matrosen und 10.448 Soldaten bereit. Oberbefehlshaber Sir Edward Cecil hatte zwar Erfahrung als Regimentskommandeur, aber weder er noch die wichtigsten Führungsoffiziere hatten zuvor Seestreitkräfte befehligt. Seine Befehle blieben unklar.

Die Flotte lief am 8. Oktober 1625 aus Plymouth aus und vereinigte sich mit 22 niederländischen Kriegsschiffen. Schon unterwegs wurden Proviant und Trinkwasser knapp, Schießpulver wurde nass und Schiffe wurden durch Stürme beschädigt. Am 1. November erreichte der Verband Cádiz. Die Stadt hatte etwa 14.000 Einwohner und war als Handelsplatz mit den Westindischen Inseln ein Ziel der jährlichen Silberflotte.

Anstatt die spanischen Schiffe sofort zu verfolgen oder die zunächst schwach verteidigte Stadt rasch anzugreifen, ließ Cecil zuerst Fort Puntal einnehmen. Private Handelsschiffskapitäne verweigerten zunächst ihre Beteiligung, während die Niederländer hohe Verluste erlitten. Erst nach 24 Stunden fiel das von 120 Spaniern verteidigte Fort. In dieser Zeit erhielt Cádiz Verstärkungen und verfügte schließlich über etwa 4000 Soldaten.

Etwa 8000 Engländer marschierten anschließend zur Suazo-Brücke, die von 2300 spanischen Soldaten und sieben Kanonen geschützt wurde. Wegen fehlender Lebensmittel und Wasser sowie der Plünderung spanischer Weinvorräte zerfiel die Disziplin. Nach einem massenhaften Besäufnis zog sich Cecil zurück; etwa 2000 zurückgelassene Engländer gerieten kampflos in spanische Gefangenschaft. Spanische Schiffe blockierten zusätzlich den Zugang zu den zurückgezogenen Galeonen. Cecil befahl deshalb den allgemeinen Rückzug.

Auch das Abfangen der gewarnten Silberflotte misslang. Am 14. November 1625 trat Cecil die Heimreise an. Krankheiten, mangelhafte Ernährung und die Pest dezimierten die Mannschaften. Durch den Austausch gesunder gegen kranke Seeleute verbreitete sich die Pest auf weitere Schiffe. Von den 150 Mann des Flaggschiffs Anne Royal waren bei dessen Ankunft in Kinsale am 11. Dezember nur noch 20 übrig. Die Expedition wurde zu einem politischen Desaster; viele Abgeordnete machten besonders Buckingham verantwortlich.

Krieg in Europa und der Karibik

Nach Cádiz waren die Kampfhandlungen in Europa eher symbolisch als wirklich kriegsentscheidend. Spanische Freibeuter aus Dünkirchen griffen Fischerei, Küstenschifffahrt und Handel Englands an. In den folgenden Jahren verlor England etwa 300 Schiffe, entsprechend 15 bis 20 % seiner Handelsmarine. Der Wegfall der Absatzmärkte auf der Iberischen Halbinsel und im Mittelmeer führte in englischen Hafenstädten zu Arbeitslosigkeit und sozialen Unruhen. Gleichzeitig forderte die Pest allein im Sommer 1625 in London 34.417 Todesopfer.

Charles I. trat am 19. Dezember 1625 mit den Niederlanden und Dänemark der Haager Allianz gegen die Habsburger bei. Doch das Parlament verweigerte ausreichende Mittel und griff Buckingham wegen der gescheiterten Kriegführung an. Die Niederlage des dänischen Verbündeten in der Schlacht bei Lutter am 27. August 1626 zerstörte die Hoffnung auf eine Rückeroberung der Kurpfalz. Englische Angriffe auf französische Schiffe und die Unterstützung der Hugenotten führten im Februar 1627 zusätzlich zum Englisch-Französischen Krieg. Charles konzentrierte seine knappen Mittel nun auf Frankreich; die Kämpfe gegen Spanien kamen fast völlig zum Erliegen.

In der Karibik hatten Engländer bereits im Januar 1624 Siedlungen auf dem von Spanien beanspruchten St. Kitts gegründet. Französische Kolonisten schlossen sich an; trotz des Krieges zwischen England und Frankreich arbeiteten beide Gruppen dort weiter zusammen. Engländer gründeten 1628 außerdem eine Siedlung auf Nevis.

Spanien entsandte 1629 zwei Flotten gegen diese Kolonien. Am 16. September eroberten vier spanische Galeonen im Hafen von Nevis acht englische Handelsschiffe. Nach Kämpfen an Land kapitulierten die Engländer am 18. September; ihre Gebäude wurden zerstört. Danach griff Admiral Fadrique de Toledo St. Kitts an. Die spanischen Truppen durchbrachen die englische Verteidigung, worauf französische und englische Siedler kapitulierten. Die Spanier erbeuteten 129 Kanonen, 42 Mörser, 1350 Musketen, Munition, 3100 Gefangene und ein halbes Dutzend Prisen. Da sie keine Garnison zurückließen, konnten die Engländer bald zurückkehren und ihre Kolonisierung ab Frühjahr 1630 verstärken.

Frieden von Madrid

Die internationale Lage erleichterte eine Verständigung. Nach dem Tod des Herzogs von Mantua im Dezember 1627 entstand zwischen Frankreich und Spanien der Mantuanische Erbfolgekrieg. Spanien wollte deshalb den Konflikt mit England beenden. Auch England war nach seinen verlustreichen Unternehmungen gegen Frankreich finanziell erschöpft. Der Duke of Buckingham wurde im August 1628 ermordet; sein Nachfolger als außenpolitischer Berater, Sir Dudley Carleton, verfolgte weniger eigene Interessen. Am 24. April 1629 schlossen England und Frankreich den Frieden von Susa, ohne dass Charles daraus einen Gewinn zog.

Nach ersten Sondierungen reiste Peter Paul Rubens im Juni 1629 als spanischer Diplomat zu direkten Verhandlungen nach London. Im November entsandte Charles Sir Francis Cottington nach Madrid. Die Gespräche stockten zunächst, weil Charles auf dem Abzug spanischer Truppen aus der Pfalz bestand. Am 27. September 1630 akzeptierte er schließlich einen Vertragsentwurf, in dem die Pfalz nicht mehr erwähnt wurde.

Nach neun Monaten Verhandlungen wurde am 15. November 1630 der Frieden von Madrid geschlossen. Er war eine veränderte Fassung des Friedens von London von 1604 und stellte im Wesentlichen den Vorkriegszustand wieder her. Am 15. Dezember wurde er öffentlich bekannt gegeben; zwei Tage später ratifizierten ihn Philipp IV. und Charles I.

Politische Folgen

Der englische Krieg beeinflusste den Dreißigjährigen Krieg nur wenig. Spanien wurde in seinem Kampf gegen die Niederlande nicht wesentlich behindert. Nach dem Frieden durfte es ab 1631 sogar englische Häfen für den Verkehr zwischen Spanien und den Niederlanden nutzen. Besonders das englisch-niederländische Verhältnis verschlechterte sich. In einem geheimen Zusatzvertrag vom 12. Januar 1631 vereinbarten England und Spanien sogar einen gemeinsamen Angriff auf die Vereinigten Provinzen, wobei unklar bleibt, wie ernst beide Seiten diese Abmachung nahmen. Charles hoffte nun, Spanien werde ihm bei der Wiederherstellung der Kurpfalz helfen. Das entstandene Misstrauen belastete die Beziehungen zu den Niederlanden für Jahrzehnte; in den folgenden 50 Jahren führten beide Staaten drei Englisch-Niederländische Seekriege.

England zog sich nach 1630 weitgehend aus den europäischen Konflikten zurück. Versuche, den schwedischen König Gustav II. Adolf gegen Subsidien zur Befreiung der Kurpfalz zu bewegen, scheiterten. Nach Friedrichs V. Tod im November 1632 verlor die Pfalzfrage für England an Bedeutung. Frankreich wurde zum wichtigsten Unterstützer der protestantischen Mächte, während Charles ohne Geld und Truppen kaum noch diplomatischen Einfluss besaß.

Im Inneren verschärfte der Krieg den Konflikt zwischen Charles I. und dem Parlament. Das Parlament verweigerte ausreichende Kriegsmittel, während der König Zwangsanleihen eintrieb, Gegner inhaftieren ließ und die „Petition of Right“ 1628 zurückwies. Nachdem er das Parlament 1629 erneut aufgelöst hatte, berief er fast zehn Jahre lang keines mehr ein. Als er später wieder Steuern bewilligen lassen musste, begann die Entwicklung zum Englischen Bürgerkrieg, an dessen Ende Charles I. im Januar 1649 enthauptet wurde.

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