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Einsatzgruppe D der Sicherheitspolizei und des SD
Die Einsatzgruppe D der Sicherheitspolizei und des SD war eine der „Sondereinheiten“ im Deutsch-Sowjetischen Krieg. Aufgabe dieser Einsatzgruppen war die …
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Aufgabe und Einsatzgebiet
Die Einsatzgruppe D der Sicherheitspolizei und des SD war im Deutsch-Sowjetischen Krieg eine nationalsozialistische „Sondereinheit“. Ihre zentrale Aufgabe war die Ermordung politischer Gegner des NS-Regimes und die Beteiligung am Holocaust. Im Rahmen der Vernichtungspolitik in der Sowjetunion erschoss sie außerdem Roma, als „Asoziale“ bezeichnete Menschen und Kriegsgefangene.
Die Einsatzgruppe war der 11. Armee der Wehrmacht im Verband der Heeresgruppe Süd zugeteilt und umfasste etwa 600 Männer. Ihr Einsatzgebiet erstreckte sich über die Südukraine, die Bukowina, Bessarabien, die Krim und den Kaukasus. Im Sommer 1942 folgte sie der Heeresgruppe A in den Kaukasus. Nach der Schlacht von Stalingrad zog sie sich gemeinsam mit der Wehrmacht wieder nach Westen zurück.
Vormarsch und spätere Einsätze
Anfang Juli 1941 erreichte die Einsatzgruppe ihre Ausgangsstellung in der nördlichen Moldau. Ihr erster Standort war Piatra Neamț. Auf Weisung des Armeeoberkommandos (AOK) übernahm ihr Führer Otto Ohlendorf die Absperrung des Grenzgebiets zu Rumänien. Dabei sollte verhindert werden, dass russische und jüdische Bewohner aus den von rumänischen Truppen besetzten Gebieten über den Dnjestr abgeschoben wurden.
Am 22. Juli verlegte die Einsatzgruppe nach Iași. Anfang August setzte das AOK sie gemeinsam mit der Geheimen Feldpolizei zur Suche nach Soldaten der Roten Armee im gesamten rückwärtigen Gefechtsgebiet ein. Mitte August 1941 befand sie sich in Ananjew; in der zweiten Septemberhälfte durfte sie nach Nikolajew vorrücken. Anfang November stand sie in Simferopol auf der Krim. Dort verübte sie das als Simferopol-Massaker bezeichnete Verbrechen an der jüdischen, krimtschakischen und Roma-Bevölkerung der Stadt.
Erst im Juli 1942 rückte die Einsatzgruppe nach Taganrog vor, im August nach Woroschilowsk im Nordkaukasus. Nach der Schlacht von Stalingrad zog sie sich aus dem Kaukasus zurück und musste bald auch Simferopol räumen. Sie verlegte nach Owrutsch am Pripjet und beteiligte sich dort an der Partisanenbekämpfung. Ohlendorf erklärte später im Einsatzgruppen-Prozess, sie habe ab diesem Zeitpunkt ihre ursprüngliche Aufgabe nicht mehr ausgeführt und sei nur noch eine „kämpfende Truppe“ gewesen.
Führung und Teilkommandos
Die Einsatzgruppe wurde zunächst von SS-Standartenführer Otto Ohlendorf geführt, der von Juni 1941 bis Juli 1942 im Amt war; sein Adjutant war Heinz Schubert. Ihm folgte SS-Oberführer Walther Bierkamp von Juli 1942 bis Juli 1943.
Die Teilkommandos und ihre Führer waren:
- Sonderkommando 10a: Heinrich Seetzen (Juni 1941 bis Juli 1942), danach Kurt Christmann (1. August 1942 bis Juli 1943).
- Sonderkommando 10b: Alois Persterer (Juni 1941 bis Dezember 1942, Mitarbeiter Fritz Valjavec), danach Eduard Jedamzik (Dezember 1942 bis Februar 1943).
- Sonderkommando 11a: Paul Zapp (Juni 1941 bis Juli 1942), Gerhard Bast (November/Dezember 1942) und Werner Hersmann (Dezember 1942 bis Mai 1943).
- Sonderkommando 11b: Heinz Unglaube (Juni bis Juli 1941), Bruno Müller (Juli bis Oktober 1941), Werner Braune (Oktober 1941 bis September 1942) und Paul Schulz (September 1942 bis Februar 1943).
- Einsatzkommando 12: Gustav Adolf Nosske (Juni 1941 bis Februar 1942), Erich Müller (Februar bis Oktober 1942, unter anderem mit Sitz in Pjatigorsk) und Günther Herrmann (Oktober 1942 bis März 1943).
Dokumentierte Opferzahlen
Nach eigenen Berichten ermordete die Einsatzgruppe D bis Mai 1943 insgesamt 91.728 Menschen. Der Sammelbericht vom 8. April 1942 nennt zunächst 91.678 Opfer. Am 17. April 1942 wurden weitere 50 Erschießungen gemeldet, was zusammen 91.728 ergibt. Die letzte erhaltene Meldung stammt vom 23. Mai 1943; sie enthält keine Mitteilung über jüdische Opfer mehr.
Sonderkommando 10a
Das Sonderkommando 10a rückte im östlichen Schwarzmeergebiet vor und gelangte bis in das Vorland des Kaukasus. Seine Berichte nannten die Opferzahlen meist nur pauschal und häufig ohne Ortsangabe. Teilweise fehlten Zahlen vollständig; stattdessen wurde lediglich mitgeteilt, Orte seien „sicherheitspolitisch überholt“ worden.
Im Sommer 1941 operierte das Kommando zwischen Bug und Dnjestr. Im Juli 1941 wurde es vom AOK nach Belzy befohlen und rückte über Jampol nach Beresowka vor. Im September folgte es dem XXXX. Armeekorps und stand anschließend bei Taganrog. Von dort unterhielt es Außenposten in Städten nördlich des Asowschen Meeres.
Während der Sommeroffensive 1942 verlegte das Sonderkommando nach Krasnodar. Es entsandte Außenkommandos in das Kuban-Gebiet und in die Hafenstädte am Schwarzen Meer. Im Februar 1943 begann sein Rückzug nach Westen.