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E-Learning

E-Learning deckt insbesondere auch folgende Bereiche ab: Online-Lernen (Onlinelernen), Telelernen, multimediales Lernen, computergestütztes Lernen, Computer- …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Definition
  2. 2. Entwicklung
  3. 3. Technische Grundlagen
  4. 4. Formen und Lernumgebungen
  5. 5. Nutzen, Grenzen und Einführung
  6. 6. Qualität, Betreuung und rechtlicher Rahmen

Grundidee und Definition

E-Learning oder Electronic Learning bedeutet elektronisch unterstütztes Lernen. Nach Michael Kerres umfasst der Begriff alle Formen von Lernen, bei denen elektronische oder digitale Medien eingesetzt werden, um Lernmaterialien zu präsentieren und zu verteilen und/oder zwischenmenschliche Kommunikation zu unterstützen. Dazu gehören Online-Lernen, Telelernen, multimediales Lernen, computergestütztes Lernen, Computer Based Training, Open and Distance Learning und Computer-Supported Collaborative Learning.

Da es keine allgemein anerkannte Definition gibt, wird E-Learning oft über mehrere Merkmale beschrieben. Interaktivität bedeutet, dass Lernende Steuerungs- und Eingriffsmöglichkeiten haben; Grissom u. a. (2003) unterscheiden sechs Stufen von keiner Interaktion bis zu Präsentation mit Feedback und Diskussion. Multicodalität meint, dass Informationen unterschiedlich codiert sein können, zum Beispiel als Text, Bild, Hypertext, Animation oder Simulation. Multimedialität bezeichnet die Nutzung verschiedener Medien wie Bücher, Video, Audio, Computer, E-Books oder E-Lectures. Multimodalität beschreibt, über welche Sinne Informationen aufgenommen werden, vor allem visuell und auditiv.

Entwicklung

Die Geschichte des E-Learning beginnt mit frühen Lern- und Übungsmaschinen. Als wahrscheinlich erste Lernmaschine gilt das Leserad, das Agostino Ramelli 1588 für den König von Frankreich entwickelte. 1866 meldete Halcyon Skinner in New York ein US-Patent für eine Maschine zum Üben der Rechtschreibung an; bis 1936 wurden 700 weitere Patente für ähnliche Übungsmaschinen bestätigt.

1938 entwickelten B. F. Skinner und James G. Holland lineare Lernprogramme nach dem Gesetz der operanten Konditionierung: Lernstoff wurde in kleinen Schritten, sogenannten Frames, präsentiert und jeweils mit Fragen verbunden. 1959 erfand Norman Crowder verzweigte Lernprogramme, bei denen die Darstellung des Lerninhalts von Fehlern abhängig war und so stärker individualisiert werden konnte.

In Deutschland entstanden seit 1964 Lehrmaschinen, meist für Gruppenschulungen. Beispiele sind der Geromat III und das Programm „Bakkalaureus“ von Helmar Frank, an dem bis zu 64 Personen gleichzeitig lernen konnten. 1971 startete die National Science Foundation in den USA die Großprojekte TICCIT und PLATO; beide bestätigten computerunterstützten Unterricht als wirksames Hilfsmittel. Seit den 1970er-Jahren wurde computergestützter Unterricht auch in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung eingesetzt. Ende der 1990er-Jahre erhielt E-Learning durch die Verbreitung des Internets starken Aufschwung. Der Begriff „E-Learning“ etablierte sich seit Mitte der 1990er-Jahre.

Technische Grundlagen

E-Learning kann auf verschiedenen Technologien beruhen. Beim CBT, Computer Based Training, arbeiten Lernende mit Lernsoftware, die zeitlich und räumlich flexibel genutzt werden kann. CBT ist meist Selbststudium ohne direkten Kontakt zu Lehrenden oder Mitlernenden und wird seit den 1980er-Jahren eingesetzt. Es kann Animationen oder Videos enthalten und wurde häufig auf CD-ROM oder DVD verbreitet.

WBT, Web Based Training, ist webbasiertes Lernen und eine Weiterentwicklung des CBT. Lerninhalte werden nicht von einem Datenträger, sondern über Internet oder Intranet von einem Webserver abgerufen. Dadurch können E-Mail, News, Chats, Foren sowie Audio- und Videostreams eingebunden werden. Lernplattformen erweitern WBT um Kommunikationsformen wie Chat und Foren und fördern Austausch sowie Anwendung des Gelernten.

Autorensysteme sind Werkzeuge zur Erstellung digitaler Lernangebote. Sie helfen beim Erstellen und Aufbereiten von Inhalten, etwa für das Netz oder Datenträger. Einfache Systeme sind leicht bedienbar, bieten aber weniger Gestaltungsmöglichkeiten; komplexere Systeme ermöglichen Wiederverwendung von Inhalten, Bibliotheken, XML-Technologien und die Anbindung an Dokumenten-Management-Systeme. Standards wie SCORM, AICC oder IMS Content Packaging ermöglichen die Kommunikation mit Lernmanagementsystemen, zum Beispiel zur Speicherung von Namen und Lernfortschritt.

Ein Learning Management System (LMS) unterstützt Online- und Präsenzkurse organisatorisch, etwa Planung, Anmeldung, Bereitstellung von Unterlagen, Zertifizierung und Erfolgsmessung. Ein Learning Content Management System (LCMS) dient vor allem dem Erstellen, Wiederverwenden, Auffinden, Bearbeiten und Ausliefern von Lerninhalten. Inhalte werden oft als wiederverwendbare Lernobjekte in einem zentralen Repository gespeichert, mit Benutzerverwaltung, Versionskontrolle und Schutz vor widersprüchlichen gleichzeitigen Änderungen.

Formen und Lernumgebungen

Virtuelle Lehre wird vor allem über das Internet durchgeführt und enthält keine wesentlichen Präsenzanteile. Dazu gehören Webinare, webgestützte Lehrbuchkurse, Hypertext-Kurse mit Multimedia, videobasierte Kurse, audiobasierte Kurse und Podcasts. Da direkte Interaktion begrenzt ist, werden oft Chatrooms, Diskussionsforen, Voice Mail, E-Mail oder spezielle Plattformen genutzt.

Blended Learning, auf Deutsch integriertes Lernen, kombiniert Präsenzveranstaltungen mit virtueller Lehre in einem gemeinsamen Lehrplan. Ziel ist ein übergeordnetes Lernziel, das durch verschiedene Lernarrangements erreicht wird. An Schulen ist eine Herausforderung, dass Präsenzunterricht häufig lehrerzentriert und geschlossen ist, während E-Learning eher schülerzentriert und offen angelegt ist.

Weitere Formen sind Content Sharing, also der Austausch von Lerneinheiten über kommerzielle oder freie Webseiten; Learning Communitys, in denen Personen mit gemeinsamen Zielen oder Interessen eine gemeinsame Wissensbasis aufbauen; Computer-Supported Cooperative Learning (CSCL), bei dem kooperatives Lernen durch Computer- und Kommunikationssysteme unterstützt wird; und Web Based Collaboration, also Zusammenarbeit über das Internet. Ein Virtual Classroom verbindet räumlich getrennte Schüler und Lehrer synchron über das Internet. Interaktive Whiteboards ermöglichen gemeinsames Erstellen und Betrachten von Skizzen über ein Netzwerk. Rapid E-Learning konzentriert sich stark auf Lernziele und wird besonders in Unternehmen eingesetzt. Mikrolernen arbeitet mit kleinen Lerneinheiten, häufig über Web oder Mobiltelefon.

Nutzen, Grenzen und Einführung

E-Learning gilt heute nicht als Ersatz traditioneller Bildungsformen, sondern vor allem als sinnvolle Unterstützung. Vorteile sind zeit- und ortsunabhängiges Lernen, flexible Wiederholung, leichte Verteilung großer Informationsmengen, Einbindung von Audio und Video, interaktive Kurse, Simulationen für abstrakte Inhalte, individualisierte Lernkontrollen, Anpassung an Bedürfnisse und asynchrone Zusammenarbeit. Für lebenslanges Lernen, besonders berufsbegleitend, ist diese Flexibilität wichtig.

Nachteile entstehen, wenn Lernende erst den Umgang mit Medien lernen müssen, wenn Didaktik hinter Technik zurücktritt oder wenn Bildschirmarbeit ermüdender ist als Lernen mit Papier. Außerdem braucht E-Learning Selbstdisziplin und Selbstlernkompetenz. Reduzierte soziale Kontakte können den Erfahrungsaustausch erschweren, Fragen offenlassen und Erklärungen durch Lehrende verringern. Die Anforderungen inklusiver Pädagogik werden laut Artikel oft nicht ausreichend berücksichtigt, obwohl sie seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 für Deutschland verbindlicher Standard sind.

Die Einführung in Organisationen braucht begleitende Maßnahmen: Lernvoraussetzungen und Bedürfnisse müssen erhoben, Curricula angepasst, Arbeitsabläufe verändert sowie Zeit und Anreize für Lernen am Arbeitsplatz geschaffen werden. Multidisziplinäre Teams aus Didaktik, Technik und Fachexpertise sind wichtig. Robin Mason unterscheidet drei Modelle: Content- + Support-Models mit maximal 20 % Online-Aktivität, Wrap-around-Model mit bis zu 50 % Webaktivitäten und Integrated Model als 100%iges E-Learning. Gilly Salmon beschreibt fünf Stufen vom Zugang und der Motivation über Online-Sozialisierung und Informationsaustausch bis zu Wissenskonstruktion und Selbstorganisation.

Qualität, Betreuung und rechtlicher Rahmen

Der Erfolg von E-Learning wird durch Tutoren verbessert. Online-Tutoren betreuen Lernende mit Werkzeugen wie Foren, virtuellen Klassenzimmern, CSCW oder Chats. Online-Trainer erstellen Online-Lernangebote konzeptionell, E-Learning-Manager verantworten Einführung und Umsetzung von Programmen in Unternehmen. Betreuung kann entscheidend sein, aber Abhängigkeit von Tutoren kann auch als hinderlich erlebt werden.

Qualität entsteht nicht automatisch durch moderne Technik oder eine aufwendige Multimedia-Präsentation. Seit Beginn der 2000er-Jahre werden Qualitätsstandards entwickelt, unter anderem durch DIN, ISO, IEC und CEN/ISSS. Genannt wird ISO/IEC 19796-1:2005 zu Qualitätsmanagement, Qualitätssicherung und Metriken. Evaluation bedeutet Qualitätskontrolle, Qualitätssicherung, Bewertung oder Wirkungskontrolle. Formative Evaluation begleitet die Entwicklung und verbessert das Programm während der Entstehung; summative Evaluation bewertet nach Abschluss Ergebnis, Erfolg oder Nutzen. Kriterien betreffen Inhalt und Korrektheit, didaktische Gestaltung, Usability und Mediendesign.

Wenn E-Learning in Deutschland Fernunterricht im Sinne des Fernunterrichtsschutzgesetzes von 1977 ist, gelten besondere Regeln. Fernunterricht liegt vor, wenn Kenntnisse und Fähigkeiten auf vertraglicher Grundlage, gegen Entgelt, ausschließlich oder überwiegend räumlich getrennt vermittelt werden und der Lernerfolg überwacht wird. Solche Angebote benötigen eine Zulassung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU). 2005 waren von 2097 staatlich zugelassenen Fernlehrgängen 632, also 31 %, als E-Learning-Kurse klassifiziert. Über 80 % aller Fernschulen unterstützen ihre Fernlehrgänge mittlerweile elektronisch, wodurch die Grenze zwischen klassischem Fernunterricht und E-Learning verwischt.

Lernvideos zu E-Learning

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