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Dwight Le Merton Bolinger
Partikelverb oder phrasal verbs sind Wortbildungen um ein komplexes Verb ... The Phrasal Verb in English. Harvard University Press, Cambridge 1971 …
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Person und wissenschaftliche Bedeutung
Dwight Le Merton Bolinger, auch Dwight Bolinger genannt, wurde am 18. August 1907 in Topeka im US-Bundesstaat Kansas geboren und starb am 23. Februar 1992 in Palo Alto in Kalifornien. Er war ein US-amerikanischer Hispanist, Sprachforscher und Hochschullehrer, unter anderem an der Harvard University. Seine Forschung behandelte sowohl die spanische als auch die englische Sprache.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt sein 1971 erschienenes Buch „The Phrasal Verb in English“. Es trug dazu bei, dass sich Sprachwissenschaftler stärker mit englischen Partikelverben beziehungsweise „phrasal verbs“ beschäftigten. Ein Partikelverb ist eine Wortbildung mit einem komplexen Verb, das aus einem Verb und einem nichtverbalen Bestandteil besteht, beispielsweise einer Präposition, einem Adjektiv oder einem Substantiv. Darüber hinaus untersuchte Bolinger unter anderem Grammatik, Bedeutung, Wortabstufungen, Satzakzent und Intonation, also den melodischen Verlauf gesprochener Sprache.
Ausbildung und akademische Laufbahn
Bolinger wuchs zunächst in schwierigen familiären Verhältnissen auf. Nach dem frühen Tod seiner Mutter Nellie Gertrude Bolinger (1883–1915) heiratete sein Vater Arthur Joel Bolinger, zunächst Rechtsanwalt und später Landwirt, erneut. Die Familie zog nach Versailles in Missouri. Wegen Spannungen mit seiner Stiefmutter ging Bolinger mit sechzehn Jahren zu seinen Großeltern nach Topeka und später nach Springfield in Ohio. Dort machte er 1925 seinen Highschool-Abschluss.
An der Washburn University in Topeka studierte er Spanisch und erwarb 1930 den Bachelor of Arts. Nach weiteren Studien an der University of Kansas erhielt er 1932 den Masterabschluss und 1936 an der University of Wisconsin den Doktorgrad. Seine beiden wissenschaftlichen Abschlussarbeiten behandelten den spanischen Schriftsteller Pío Baroja, einen Vertreter der Generación del 98. Seit 1936 arbeitete Bolinger an der University of Wisconsin als Instructor für Spanisch; 1937 war er kurzzeitig in derselben Funktion an der University of Kansas tätig.
Von 1937 bis 1943 lehrte er als Associate Professor für Spanisch an der Washburn University. In akademischen Kreisen wurde er auch durch das Feature „Among the New Words“ in der sprachwissenschaftlichen Zeitschrift „American Speech“ bekannt. Während seiner frühen akademischen Jahre an der University of Wisconsin arbeitete er zeitweise mit William E. Bull zusammen.
1944 wechselte Bolinger an die University of Southern California. Dort war er von 1944 bis 1946 Assistant Professor, von 1947 bis 1948 Associate Professor of Spanish und anschließend bis 1960 ordentlicher Professor. Von 1947 bis 1959 leitete er außerdem den Fachbereich für Spanisch, Italienisch und Portugiesisch. In den Jahren 1956 bis 1957 forschte er als Research Fellow der Haskin-Laboratories an der University of Colorado.
An der Harvard University war Bolinger Professor of Romance Languages and Literatures; 1973 zog er sich dort aus dem Lehrbetrieb zurück. Weitere Lehrstationen waren die University of Colorado in Boulder von 1963 bis 1973, das Kansas City Junior College, das Colegio de San Luis in Cartago in Costa Rica sowie 1956 eine Gastprofessur an der University of Michigan. Seit 1978 war er zeitweise Gastprofessor an der Stanford University.
Am 1. Juli 1934 heiratete er Louise Schrynemakers; das Paar hatte zwei Kinder. Seit 1973 gehörte Bolinger der American Academy of Arts and Sciences an. 1990 wurde er korrespondierendes Mitglied der British Academy.
Arbeiten zur spanischen Sprache
Bolingers frühe Forschung war eng mit der spanischen Literatur verbunden. Seine Arbeiten „The philosophy of Pío Baroja with special reference to the influence of Nietzsche“ von 1932 und „Pío Baroja: a critique“ von 1936 untersuchten Pío Baroja. Mit „Modes of Modality in Spanish and English“ veröffentlichte er 1970 zudem eine vergleichende Arbeit über Ausdrucksweisen der Modalität im Spanischen und Englischen.
Zu seinen Lehr- und Fachbüchern über Spanisch gehören „Intensive Spanish“ (1948), „Spanish Review Grammar“ (1956) und „Modern Spanish“ (1960). An „Modern Spanish“ wirkten außerdem J. Donald Bowen, Agnes M. Brady, Ernest F. Haden, Lawrence Poston, Jr. und Norman P. Sacks mit. Eine zweite Auflage erschien 1966 unter Mitwirkung von Joan E. Ciruti und Hugo H. Montero. 1991 folgte der von Joseph H. Silverman herausgegebene Band „Essays on Spanish: Words and Grammar“.
Arbeiten zur englischen Sprache
Bolingers Veröffentlichungen zum Englischen decken mehrere Teilgebiete der Sprachwissenschaft ab. „Interrogative Structures of American English“ (1957) behandelt Fragestrukturen des amerikanischen Englisch. „Generality, Gradience, and the All-or-None“ (1961) beschäftigt sich unter anderem mit Abstufungen sprachlicher Erscheinungen. „Forms of English: Accent, Morpheme, Order“ (1965) verweist bereits im Titel auf Akzent, Morpheme und Wort- beziehungsweise Satzordnung. Ein Morphem ist die kleinste bedeutungstragende Einheit einer Sprache.
Das Überblickswerk „Aspects of Language“ erschien 1968, 1975 in zweiter und 1981 zusammen mit Donald A. Sears in dritter Auflage. Es folgten „The Phrasal Verb in English“ (1971), „That’s That“ (1972), „Degree Words“ (1972) und der herausgegebene Band „Intonation: Selected Readings“ (1972). „Meaning and Form“ erschien 1977 und behandelt dem Titel zufolge das Verhältnis von Bedeutung und sprachlicher Form. „Language: The Loaded Weapon“ folgte 1980.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Intonation. Bolinger veröffentlichte dazu „Intonation and Its Parts: Melody in Spoken English“ (1986) und „Intonation and Its Uses: Melody in Grammar and Discourse“ (1989). Diese Titel ordnen die Sprachmelodie sowohl ihren einzelnen Bestandteilen als auch ihren Aufgaben in Grammatik und zusammenhängender Kommunikation zu.