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Costa Rica

Costa Rica ([ˈkostɑ ˈrikɑ], spanisch für „reiche Küste“, deutsch früher auch Kostarika) ist ein Staat in Zentralamerika, der im Norden an Nicaragua und im …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Staat und Lage
  2. 2. Relief, Klima und Natur
  3. 3. Bevölkerung und Lebensverhältnisse
  4. 4. Geschichte, Politik und Sicherheit
  5. 5. Wirtschaft, Nachhaltigkeit und Kultur

Staat und Lage

Costa Rica ist eine präsidentielle Republik in Zentralamerika. Es liegt auf der Landenge zwischen Nord- und Südamerika, grenzt im Norden an Nicaragua und im Südosten an Panama, im Osten an das Karibische Meer und im Westen an den Pazifik. Hauptstadt und wichtigstes Wirtschaftszentrum ist San José. Die Amtssprache ist Spanisch, die Währung der Colón (CRC). Die Fläche beträgt 51.100 km²; 2022 hatte das Land 5,2 Millionen Einwohner. Unabhängig von Spanien ist Costa Rica seit dem 15. September 1821.

Kennzeichnend sind die Abschaffung der Armee 1948, die stabile Demokratie seit den 1950er Jahren, der Ausbau von Bildung und Gesundheit sowie Umwelt- und Ökotourismuspolitik. 1983 erklärte Costa Rica seine „dauerhafte und aktive unbewaffnete Neutralität“. Daher wird es auch „die Schweiz Zentralamerikas“ genannt.

Die Küstenlinie ist 1.290 km lang. Costa Rica besitzt außerdem die unbewohnte Kokos-Insel im Pazifik, etwa 550 km südwestlich der Westküste. Der San Juan-Fluss ist mit 230 km der wichtigste Fluss und bildet teilweise die Grenze zu Nicaragua.

Relief, Klima und Natur

Costa Rica ist überwiegend gebirgig und liegt meist 900 bis 1.800 m über dem Meeresspiegel. Zu den vier Hauptgebirgsketten zählen die Vulkankette von Guanacaste, die Tilarán-Bergbaukette, die zentrale Vulkankette und die Talamanca-Kette. Höchster Berg ist der Cerro Chirripó mit 3.820 m, höchster Vulkan der Irazú mit 3.432 m. Von mehr als 200 Vulkanen sind Irazú, Poás, Arenal, Rincón de la Vieja und Turrialba aktiv. Wegen der Cocosplatte, der Karibischen Platte und lokaler Verwerfungen ist das Land stark erdbebengefährdet.

Das fruchtbare und wasserreiche Zentraltal ist eine tektonische Hochebene. Etwa 60 % der Bevölkerung leben dort, unter anderem in San José, Alajuela, Cartago und Heredia. An den Küsten liegen Ebenen; am Pazifik konzentrieren sich Landwirtschaft, Tourismusinfrastruktur und ein großer Teil der Fischerei.

Costa Rica liegt zwischen 8° und 11° nördlicher Breite in den Tropen. Die Gebirge trennen ein wechselfeuchtes Klima an der Pazifikseite von einem ganzjährig feuchten äquatorialen Klima an der Karibikküste. Im Zentraltal und Nordwesten dauert die Regenzeit meist von Mai bis November, die Trockenzeit von Dezember bis April. In San José fallen jährlich 1.867 mm Niederschlag, in Puerto Limón 3.518 mm.

Das Land beherbergt 6 % der weltweiten Artenvielfalt, obwohl es nur 0,03 % der Landfläche der Erde ausmacht; 1,3 % der Tierwelt sind endemisch. Rund 25 bis 27 % der Fläche stehen unter Schutz, darunter 26 Nationalparks. Das SINAC verwaltet 166 Schutzgebiete; 62 davon reichen ins Meer und decken 50 % der Küstenlinie ab. Die Cocos-Insel sowie die Nationalparks La Amistad und Guanacaste sind UNESCO-Welterbe. Die Waldfläche sank von 75 % im Jahr 1950 auf 26 % 1985 und liegt heute wieder bei 50 %, doch illegale Abholzung kommt weiterhin vor. Haiwilderei in Meeresschutzgebieten wird ebenfalls genannt.

Bevölkerung und Lebensverhältnisse

2022 betrug das Bevölkerungswachstum 0,5 %. Die Geburtenziffer lag bei 11,7, die Sterbeziffer bei 7,1 je 1.000 Einwohner; statistisch entfielen 1,5 Geburten auf eine Frau. Das Medianalter lag 2021 bei 32,9 Jahren. 2023 waren 19,8 % der Bevölkerung jünger als 15 Jahre und 11,2 % älter als 64 Jahre. 83 % der Einwohner lebten 2023 in Städten. Zwei Drittel wohnen im Hochland, besonders im Valle Central.

Etwa 67 % der Bevölkerung werden als Weiße, 17 % als Mestizen und 7 % als „Mulattos“ angegeben. Umgangssprachlich heißen Einwohner Ticos und Ticas. 2017 waren 8,2 % Migranten, vor allem aus Nicaragua (290.000 Personen), Kolumbien (20.000) und El Salvador (10.000). Der Anteil rein indigener Bevölkerung beträgt etwa 2,5 %; unter anderem leben Guaymí in der Cordillera de Talamanca. Die Angaben zu den Teribe und zu Landverlusten im Térraba-Tal sind im Artikel ausdrücklich nicht hinreichend belegt.

52 % bekannten sich 2018 zur römisch-katholischen Kirche, 22 % zu protestantischen Gemeinschaften, 17 % waren nichtreligiös und 3 % nannten andere Religionen. Katholizismus ist Staatsreligion, zugleich garantiert die Verfassung Religionsfreiheit. Spanisch ist Amtssprache; an der Atlantikküste sind Englisch und eine dem Jamaika-Patois ähnliche englischbasierte Kreolsprache verbreitet. Typisch für das Spanische sind vos statt tú sowie Ausdrücke wie mae und ¡Pura vida!.

Es besteht sechsjährige Schulpflicht. Die Analphabetenquote beträgt 4,2 %. Nach Abschaffung der Armee floss ein großer Teil des früheren Militärbudgets in Bildung. Es gibt fünf öffentliche und mehr als 50 private Universitäten. Das kostenlose Gesundheits- und Rentensystem besteht seit dem Zweiten Weltkrieg, geriet aber in den 2010er Jahren finanziell unter Druck; öffentliche Krankenhäuser haben oft lange Wartezeiten. 2022 lag die Lebenserwartung bei 77,3 Jahren, bei Frauen bei 80 und bei Männern bei 74,8 Jahren.

Geschichte, Politik und Sicherheit

Die frühesten Spuren menschlicher Besiedlung reichen etwa 12.200 Jahre zurück. Archäologisch werden die Nicoya-Kultur, die zentrale und atlantische Region sowie die Diquís-Kultur unterschieden. Landwirtschaft begann um 5000 v. Chr.; später entwickelten sich komplexe Häuptlingstümer unter Kaziken. Berühmt sind die Steinkugeln der Diquís-Kultur. Das Gebiet war eine kulturelle Brücke zwischen Nord- und Südamerika.

Christoph Kolumbus erreichte am 25. September 1502 die Atlantikküste. 1524 entstand mit Villa de Bruselas die erste spanische Siedlung auf dem Gebiet Costa Ricas. Juan Vázquez de Coronado verlegte Garcimuñoz 1564 in das Tal El Guarco und nannte die Siedlung Cartago. Ab 1574 war Costa Rica die südlichste Dependance des Generalkapitanats Guatemala im Vizekönigreich Neuspanien. Kaffee wurde im frühen 19. Jahrhundert im Zentraltal eingeführt und prägte später die Entwicklung des Staates.

Nach der Unabhängigkeit 1821 gab es vergleichsweise wenige gewaltsame Phasen. Im Bürgerkrieg von 1948 starben etwa 2.000 Menschen. Danach wurde eine neue Verfassung eingeführt; auf Initiative von José Figueres Ferrer wurde das Militär mit Wirkung zum 8. Mai 1949 abgeschafft. Im selben Jahr wurde das Frauenwahlrecht eingeführt.

Die Verfassung von 1949 begründet eine demokratische Präsidialrepublik. Präsidentin Laura Fernández Delgado ist seit Mai 2026 im Amt. Präsident und zwei Stellvertreter werden direkt für vier Jahre gewählt. Das Einkammerparlament, die Asamblea Legislativa de Costa Rica, hat 57 Abgeordnete und wird alle vier Jahre nach Verhältniswahl gewählt. Für 2024 nennt der Demokratieindex 8,29 von 10 Punkten und Rang 18 von 167; Costa Rica gilt darin als vollständige Demokratie.

Für die innere Sicherheit ist seit 1996 die Fuerza Pública zuständig. Trotz der fehlenden Armee gibt es Gewaltkriminalität und Drogenkriminalität; zwischen 2012 und 2022 stieg die Mordrate um 66,5 %. Prostitution wird gesetzlich geduldet; der entsprechende Abschnitt ist laut Artikel teils seit 2008 nicht aktualisiert. Costa Rica trat am 25. Mai 2021 der OECD bei.

Wirtschaft, Nachhaltigkeit und Kultur

Tourismus ist der wichtigste Devisenbringer; 2009 kamen 1,9 Millionen Besucher, und der Tourismus entsprach 6,6 % des BIP. Besonders wichtig ist Ökotourismus. Die Wirtschaft umfasst außerdem High-Tech-Produktion, darunter eine Intel-Chipfabrik, Landwirtschaft und Dienstleistungen. 2024 betrug das nominale BIP 95 Milliarden USD, das BIP nach Kaufkraftparität 159 Milliarden USD und das BIP pro Kopf nach Kaufkraftparität 29.936 USD. Die Handelsbilanz ist traditionell negativ. Wichtige Exportgüter sind integrierte Schaltungen, elektronische Geräte, Bananen und tropische Früchte.

Der Dienstleistungssektor hatte 2014 einen BIP-Anteil von 73,9 %, die Industrie von 20,1 % und die Landwirtschaft von 6 %. Costa Rica gehört zu den zehn größten Bananenexporteuren; 2022 produzierte es 2,268 Millionen Tonnen Bananen. Weitere wichtige Produkte sind Ananas, Kaffee aus dem Valle Central, Papaya, Melonen, Macadamianüsse und Zierpflanzen. Digitale Produkte und Dienstleistungen machen 24 % der Landesexporte aus.

Die Stromerzeugung wird fast vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt: 2016 zu 98,1 %. 2013 lieferten Wasserkraft etwa 68 %, Geothermie knapp 15 % und Windkraft rund 5 % des Stroms. Die Talsperre Reventazón mit 305 MW ging 2016 in Betrieb. Ein Dekarbonisierungsplan setzt vollständige Klimaneutralität bis 2050 als Ziel. 2019 beschloss die Legislative ein Verbot von Plastikstrohhalmen, -taschen und Einwegplastik.

Der Schienenverkehr nutzt überwiegend Kapspur von 1.067 mm. Nach der Betriebseinstellung 1995 wurden Strecken im Zentraltal reaktiviert; 2017 nutzten sie 1,4 Millionen Passagiere. Diskutiert werden Straßenbahn und ein schnelleres elektrisches Zugsystem.

Kulturell verbinden sich indigene, koloniale, europäische und moderne Einflüsse. Traditionelle Musik verwendet unter anderem Gesang, Marimba und Gitarre. In der Küche bilden Reis, Bohnen und Kochbananen wichtige Grundlagen. Gallo Pinto aus gebratenem Reis, schwarzen Bohnen und Zwiebeln ist Nationalgericht und typisches Frühstück; Casados sind Mittagsgerichte auf Reis- und Bohnenbasis. Fußball hat einen hohen Stellenwert. Die Nationalmannschaft nahm sechsmal an Weltmeisterschaften teil und erreichte 2014 das Viertelfinale.

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