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Tilaka
In tantrischen Richtungen des Hinduismus ... Der Übergang vom Tilaka oder Tika als Segenszeichen zur speziell weiblichen Variante, dem dekorativen Bindi, ist …
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Bedeutung und Verwendung
Tilaka (Sanskrit: तिलक, m. = Zeichen, Markierung), umgangssprachlich auch Tika (Hindi: m., टीका, ṭīkā), bezeichnet Segenszeichen, die Hindus häufig auf der Stirn tragen. Sie werden beispielsweise mit roten Pigmenten als Punkt aufgetupft oder nach einer hinduistischen Zeremonie und zu anderen besonders feierlichen Anlässen verliehen. Frauen, Männer und Kinder können damit gesegnet werden.
In tantrischen Richtungen des Hinduismus steht das Zeichen für Kraft. Es kennzeichnet das an dieser Stelle vermutete Energiezentrum, das „dritte Auge“, und soll dieses schützen.
Formen, Farben und religiöse Zuordnung
Ein Tilaka oder Tika kann rund oder länglich sein sowie als waagerechter oder senkrechter Strich erscheinen. Häufige Farben sind Rot (Sindoor), Gelb (Kumkum beziehungsweise Kurkuma), Schwarz aus einem Ruß-Butter-Gemisch sowie helle Asche, Sandelpaste und weitere Varianten. Tilakas können auch auf anderen Körperteilen aufgemalt werden.
Manche Formen zeigen die religiöse Zugehörigkeit: Anhänger Shivas tragen oft drei waagerechte Striche, das Tripundra, meist aus Asche (Vibhuti). Vishnu-Verehrer malen ein U-ähnliches Zeichen aus senkrechten Linien auf die Stirn, etwa mit Sandelholzpaste; es reicht bis zur Nasenwurzel. Verehrer von Shakti, Gottes weiblicher Form, bevorzugen den roten Stirnpunkt. Mischformen kommen häufig vor.
Abgrenzung zum Bindi
Der Übergang zwischen Tilaka oder Tika als Segenszeichen und dem speziell weiblichen, dekorativen Bindi ist fließend. Entgegen einer in Europa verbreiteten Vermutung ist keiner dieser Stirnpunkte ein Kastenzeichen.