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Drama

Ein Drama ist in der Regel ein literarisches Werk, das dafür konzipiert ist, im Theater aufgeführt zu werden. Ein Dramatext realisiert sich nur durch die …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Funktion
  2. 2. Aufbau und Untergattungen
  3. 3. Entstehung und Entwicklung bis zum 18. Jahrhundert
  4. 4. Moderne Begriffe und neue Formen

Begriff und Funktion

Drama ist ein Oberbegriff für literarische Texte mit verteilten Rollen. Die Dramatik gehört neben Epik und Lyrik zu den drei grundlegenden literarischen Gattungen.

Ein Drama ist in der Regel so gestaltet, dass es im Theater aufgeführt werden kann. Der Dramatext verwirklicht sich daher erst vollständig durch die Inszenierung. Ein wichtiges Grundmotiv ist die mimesis (μίμησις). Sie bedeutet wörtlich „Nachahmung“, bezeichnet im Zusammenhang des Dramas aber eher das Zeigen, das Schlüpfen in eine Rolle und insgesamt die Darstellung von etwas.

Aufbau und Untergattungen

Das aristotelische Drama gilt weiterhin als leitend. Aristoteles unterschied sechs Elemente: die Handlung (μῦθος, mŷthos), die Charaktere (ἦθος, ē̂thos), die Rede oder Sprache (λέξις, léxis), den Gedanken beziehungsweise die Absicht (διάνοια, diánoia), die Schau (ὄψις, ópsis) sowie den Gesang beziehungsweise die Musik (μελοποιΐα, melopoiîa). In den meisten moderneren Dramen spielt die Musik keine wesentliche Rolle mehr.

Unter dem Oberbegriff Drama werden zahlreiche Formen und Begriffe zusammengefasst. Dazu gehören unter anderem analytisches Drama, Antichristdrama, Blankversdrama, dokumentatorisches Drama, Enthüllungsdrama, historisches Drama, humanistisches Drama, Jesuitentheater, offenes Drama, Reformationsdrama, Schäferdrama, Schicksalsdrama und sozialistisches Drama. Zu den besonders bekannten dramatischen Gattungen zählen außerdem Tragödie, Komödie und episches Theater.

Entstehung und Entwicklung bis zum 18. Jahrhundert

Das europäische Drama entstand im 5. Jahrhundert v. Chr. im Athen der griechischen Antike. Aischylos, Sophokles und Euripides gelten als wichtigste Dichter der Tragödie. Im folgenden Jahrhundert teilte Aristoteles das Drama in seiner Poetik in Tragödie und die später entstandene Komödie ein. Seine Theorie der Katharsis wurde für die europäische Dramengeschichte wegweisend.

Das geistliche Spiel des Mittelalters lässt sich weder der Tragödie noch der Komödie zuordnen. Erst seit der Renaissance wurde das antike Drama weiterentwickelt. Lange Zeit war das Versdrama, also das in Versen verfasste Drama, vorherrschend. Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts wurden dramatische Texte üblicherweise in Versform geschrieben; in der neueren Zeit überwiegt bei Sprechstücken freie Prosa. Dass ein Drama gesprochen wird, ist jedoch nicht selbstverständlich: Die Oper verstand sich ab etwa 1600 als Wiedergeburt des klassischen griechischen Dramas. In diesem Zusammenhang steht auch die Florentiner Camerata.

Die spanische und englische Dramatik um 1600, besonders mit Lope de Vega und Shakespeare, entwickelte sich noch aus einer mittelalterlichen Theatertradition und hatte keinen ausgearbeiteten theoretischen Hintergrund. Die Französische Klassik wandte sich dagegen wieder dem antiken Drama zu und stellte für das Regeldrama strenge Regeln auf. Dazu gehörten die sogenannten Drei Aristotelischen Einheiten. Seit dieser Zeit erfüllen Dramentheorien eine wichtige gesellschaftliche Funktion: Sie versuchen, Normen für das Drama aufzustellen oder bestehende Normen zu bekämpfen.

Seit dem 18. Jahrhundert wurden Bezeichnungen wie Schauspiel, Lustspiel, Tragikomödie, Rührende Komödie und Bürgerliches Trauerspiel mit teilweise überlappenden Bedeutungen verwendet. Lessing wandte sich bewusst gegen die Dramentheorien von Aristoteles und Gottsched. Ein Beispiel ist sein frühes Werk Die Juden aus dem Jahr 1754. Auch die Einteilung in fünf Akte wurde von einigen Autoren bewusst durchbrochen. Heinrich von Kleists Penthesilea besteht aus 24 Szenen, Lessings Die Juden aus 23 Auftritten.

Moderne Begriffe und neue Formen

Das Drama wurde teilweise von anderen Theatergattungen abgegrenzt. Johann Wolfgang Goethe unterschied es von der Tragödie: Das modernere Drama sei vom „Wollen“, die ältere Tragödie dagegen vom „Sollen“ bestimmt. Gustav Freytag unterschied Drama und Schauspiel, wobei er das Schauspiel als weniger hochstehende Gattung betrachtete. Beide verwendeten den Begriff Drama, um ein ernstes Theater zu bezeichnen, das keine klassische Tragödie war.

Aus der Theatertheorie des 20. Jahrhunderts stammen weitere Einteilungen, etwa soziales Drama, analytisches Drama sowie geschlossene und offene Form im Drama. Neue Medien führten zu neuen dramatischen Formen wie Hörspiel und Filmdrama.

Das Rollenspiel im Psychodrama ist kein dramatischer Text, sondern eine Therapiemethode. In den letzten Jahrzehnten entstanden außerdem zahlreiche Theaterformen ohne Dramentext. Sie werden unter dem Begriff postdramatisches Theater zusammengefasst. Gleichzeitig wird die strenge Unterscheidung zwischen improvisiertem und schriftlich festgelegtem Dialog durch Formen des Rollenspiels im Internet, etwa im Chat, zunehmend aufgeweicht.

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