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Doppeltes Plusquamperfekt

Bildung und Gebrauch · Ich ging. (Präteritum) · Ich bin gegangen. (Perfekt) · Ich war gegangen. (Plusquamperfekt) · Ich bin gegangen gewesen. (doppeltes Perfekt) …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Bildung
  3. 3. Gebrauch und Wirkung

Definition und Bedeutung

Das doppelte Plusquamperfekt, auch Ultra-Plusquamperfekt oder Doppel-Präteritumperfekt genannt, ist eine nicht standardsprachliche Vergangenheitsform des Deutschen. Sie kommt besonders in deutschen Dialekten und in der Umgangssprache vor. Obwohl Martin Luther sie bereits 1519 verwendete, gilt sie nicht als standardsprachlich. Eine verwandte Form ist das doppelte Perfekt.

Bildung

Das doppelte Plusquamperfekt wird mit dem Hilfsverb „haben“ oder „sein“ gebildet. Dieses Hilfsverb steht im Präteritum. Danach folgen das aussagende Verb und das Hilfsverb noch einmal, nun jeweils im Partizip II. Die beiden Partizipien bleiben in allen Personen gleich.

Mit „haben“ lautet die Form im Indikativ: „Ich hatte ihm geschrieben gehabt.“ Im Konjunktiv heißt es: „Ich hätte ihm geschrieben gehabt.“

Mit „sein“ lautet die Form im Indikativ: „Ich war gegangen gewesen.“ Im Konjunktiv heißt es: „Ich wäre gegangen gewesen.“

Gebrauch und Wirkung

Das doppelte Plusquamperfekt bezeichnet die Abgeschlossenheit eines Nachfolgezustandes zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit. Das doppelte Perfekt drückt eine entsprechende Abgeschlossenheit in Bezug auf die Gegenwart aus. Beide Formen können außerdem eine Aussage verstärken oder besonders betonen.

Ein Beispiel aus Johann Wolfgang von Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ lautet: „Mignon hatte sich versteckt gehabt, hatte ihn angefaßt und ihn in den Arm gebissen.“

Im Konjunktiv kann das doppelte Plusquamperfekt auch in der indirekten Rede vorkommen.

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