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Donnerstag
Eine eingehendere Erörterung der Frage findet sich in Hans Wanner: Das sog. historische Material in landschaftlichen Mundartwörterbüchern. In: Zeitschrift …
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Definition und Einordnung
Der Donnerstag, bairisch auch Pfinztag, ist nach mittelalterlicher Wochentagszählung der fünfte Wochentag (kirchenlateinisch quinta feria). Nach der international standardisierten Zählung gemäß ISO 8601, die den Montag als Wochenbeginn festlegt, ist er der vierte und damit mittlere Wochentag.
Herkunft der Bezeichnungen
Die Bezeichnung Donnerstag geht auf die Zuordnung des Tages zu Jupiter zurück. Bei den Babyloniern war der Tag dem Hauptgott Marduk zugeordnet. Bei der Übernahme orientalischer Wochentagsnamen ins Griechische wurde er als ἡμέρα Διός hēméra Diós, „Tag des Zeus“, bezeichnet, im Lateinischen als Jovis Dies, „Tag des Jupiter“. Daraus entwickelten sich unter anderem französisch jeudi, spanisch jueves und italienisch giovedì.
Im Germanischen wurde Jupiter mit dem Donnergott Donar beziehungsweise Thor gleichgesetzt. Darauf gehen Formen wie mittelhochdeutsch donerstac, althochdeutsch donarestag, bei Notker toniristac, mittelniederländisch donresdach, altfriesisch Thunersdei, nordfriesisch Türs dei, englisch Thursday und dänisch Torsdag zurück.
Ein weiteres verbreitetes Benennungsmotiv ist die Stellung als fünfter Tag der Woche. Beispiele sind isländisch fimmtudagur, hebräisch יוֹם חֲמִישִׁי jom chamischi, kirchenlateinisch quinta feria, portugiesisch quinta-feira und griechisch πέμπτη ἡμέρα pémptē hēméra, „fünfter Tag“. Die griechische Namensform führte möglicherweise über gotische Vermittlung zur bairischen Bezeichnung Pfinztag.
Im Schweizer Kanton Wallis und in von dort besiedelten Orten der italienischen Alpen wird der Donnerstag auch Frontag genannt. Das Vorderglied geht auf althochdeutsch frôn zurück, „dem Herrn gehörig, den Herrn betreffend“; der konkrete Bezug ist unklar. Im Hindi heißen Donnerstag गुरुवार guruvār, „Tag des Lehrers“, oder बृहस्पतिवार bṛhaspativār, „Tag des Brihaspati“. Brihaspati gilt als Lehrer der Götter und wird mit dem Planeten Jupiter identifiziert.
Besondere Donnerstage und heutige Verwendung
Mehrere bewegliche Feiertage fallen immer auf einen Donnerstag. Der Gründonnerstag erinnert an das in der Bibel beschriebene letzte Abendmahl Christi mit seinen Jüngern am Vorabend des Karfreitags. Christi Himmelfahrt soll nach der Bibel am 40. Tag nach Ostern stattgefunden haben und liegt daher am vorletzten Donnerstag vor Pfingsten. Fronleichnam ist liturgisch mit dem Gründonnerstag verbunden und wird am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert. Der Donnerstag vor Aschermittwoch heißt regional Weiberfastnacht, Fettdonnerstag oder Schmutziger Donnerstag und bildet einen wichtigen Einschnitt in der Karnevalszeit.
In den USA findet Thanksgiving immer am vierten Donnerstag im November statt. Von 1989 bis 1996 war der Lange Donnerstag ein Dienstleistungsabend an Donnerstagen, die nicht auf Feiertage fielen, und ein erster Vorstoß zur Liberalisierung des Ladenschlussgesetzes. Der Börsenkrach in New York begann 1929 am Schwarzen Donnerstag. In der Deutschen Marine und Handelsmarine gilt der Donnerstag als Seemannssonntag.
In Deutschland starteten neue Kinofilme gewöhnlich donnerstags; diese Praxis hat sich inzwischen auf Freitage oder Samstage verschoben. In den USA lagen Filmstarts gewöhnlich auf Dienstagen, an denen auch Softwarehersteller häufig Updates und neue Programme veröffentlichten, etwa für Windows.