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Die Wannseekonferenz (2022)

Januar 1942 in einer Villa am Großen Wannsee in Berlin abgehalten wurde. Sinn und Zweck dieser Konferenz war die Besprechung der sogenannten Endlösung der …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Film und historischer Gegenstand
  2. 2. Ablauf der Konferenz
  3. 3. Entstehung und Gestaltung
  4. 4. Andere Verfilmungen
  5. 5. Publikum und Auszeichnungen

Film und historischer Gegenstand

„Die Wannseekonferenz“ ist ein deutscher Fernsehfilm von Matti Geschonneck aus dem Jahr 2022. Das 105-minütige, deutschsprachige Filmdrama wurde von Constantin Television produziert und ist ab 12 Jahren freigegeben. Es entstand zum 80. Jahrestag der historischen Wannseekonferenz, die am 20. Januar 1942 in einer Villa am Großen Wannsee in Berlin stattfand.

Im Mittelpunkt steht die von den Nationalsozialisten sogenannte „Endlösung der Judenfrage“, also die Organisation des systematischen Massenmords an den europäischen Juden. Grundlage des Films ist die einzige nach dem Zweiten Weltkrieg aufgefundene Abschrift des Konferenzprotokolls. Das Werk zeigt damit vor allem, wie Vertreter des nationalsozialistischen Staates den bereits begonnenen millionenfachen Mord als Verwaltungsaufgabe behandelten.

Der Film war ab dem 18. Januar 2022 in der ZDF-Mediathek verfügbar. Seine erste Ausstrahlung im ZDF erfolgte am 24. Januar 2022 zur Hauptsendezeit und wurde durch eine Dokumentation über das Thema ergänzt.

Ablauf der Konferenz

Am Vormittag des 20. Januar 1942 treffen sich auf Einladung Reinhard Heydrichs fünfzehn hochrangige Vertreter der nationalsozialistischen Reichsregierung und der SS-Behörden in der Villa am Großen Wannsee. Die Einladung bezeichnet die Zusammenkunft verharmlosend als „Besprechung mit anschließendem Frühstück“.

Das einzige Thema ist die sogenannte Endlösung der Judenfrage. Die Teilnehmer sprechen über organisatorische Fragen und legen Zuständigkeiten fest. Ihre Beratungen dienen dazu, den systematischen Massenmord an den Juden Europas zu koordinieren und möglichst effizient durch den staatlichen Verwaltungsapparat ausführen zu lassen. Der Film betont, dass dieser Mord zum Zeitpunkt der Konferenz bereits begonnen hatte.

Zu den dargestellten Hauptfiguren gehören Reinhard Heydrich, gespielt von Philipp Hochmair, und Adolf Eichmann, gespielt von Johannes Allmayer. Weitere Teilnehmer sind unter anderem Heinrich Müller, Wilhelm Stuckart, Roland Freisler, Josef Bühler, Otto Hofmann und Martin Luther.

Entstehung und Gestaltung

Der Film entstand als Koproduktion des ZDF und der Constantin Television GmbH. Gefördert wurde er vom FilmFernsehFonds Bayern und vom Medienboard Berlin-Brandenburg. Regie führte Matti Geschonneck. Das Drehbuch schrieben Paul Mommertz und Magnus Vattrodt; Mommertz hatte bereits das Drehbuch zur deutschen Verfilmung von 1984 verfasst.

Die Neuverfilmung folgt in Ablauf und Dialogen sehr stark der Fassung von 1984. Gedreht wurde vom 3. November bis zum 18. Dezember 2020 unter dem Arbeitstitel „Die Wannseekonferenz“. Drehorte waren unter anderem der historische Originalschauplatz und die Studios der Berliner Union-Film in Berlin-Tempelhof. Die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, die sich in der historischen Villa befindet, unterstützte das Projekt.

Für die Kamera war Theo Bierkens verantwortlich, für den Schnitt Dirk Grau. Produzenten waren Reinhold Elschot und Friederich Oetker, ausführender Produzent war Oliver Berben. Frank Zervos und Stefanie von Heydwolff betreuten den Film redaktionell für das ZDF. Bernd Lepel gestaltete das Szenenbild, Esther Walz die Kostüme und Max Meindl den Ton.

Andere Verfilmungen

Die Wannseekonferenz wurde bereits 1984 und 2001 verfilmt. Die deutschen Fassungen von 1984 und 2022 folgen dem Ablauf des erhaltenen Wannseeprotokolls in chronologischer Reihenfolge. Die britische Verfilmung aus dem Jahr 2001 verwendet dagegen keine solche streng chronologische Anordnung.

Publikum und Auszeichnungen

Bei der ersten Ausstrahlung im ZDF sahen 5,93 Millionen Menschen den Film; der Marktanteil betrug 19,2 Prozent. Innerhalb von 14 Tagen nach der Veröffentlichung kamen in der ZDF-Mediathek annähernd 2 Millionen Abrufe hinzu. Davon konnten 860.000 zur linearen Quote gerechnet werden, sodass sich ein Gesamtwert von etwa 6,8 Millionen Zuschauern ergab. Die anschließend ausgestrahlte Dokumentation erreichte etwa 3,92 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 15,8 Prozent.

Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Dazu gehörten 2022 der Best Movie Award beim BCN Film Fest, der Civis Video Award in der Kategorie „Unterhaltung“, der Deutsche Fernsehpreis als „Bester Fernsehfilm“ sowie für das „Beste Buch Fiktion“, der Gold-Award der New York Festivals TV & Film Awards in der Kategorie „Feature Films“ und der Prix Europa als „Bester europäischer Spielfilm“. Beim Fernsehfilmfestival Baden-Baden gewann er den 3sat-Publikumspreis.

Bei der Romy 2022 wurden Philipp Hochmair als „Beliebtester Schauspieler Kino/TV-Film“, Friederich Oetker und Reinhold Elschot für den „Besten Film TV/Stream“ sowie Magnus Vattrodt und Paul Mommertz für das „Beste Drehbuch TV/Stream“ ausgezeichnet. 2023 folgte der Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion“ für Matti Geschonneck, Paul Mommertz, Magnus Vattrodt und Philipp Hochmair, der stellvertretend für das Ensemble geehrt wurde.

Lernvideos zu Die Wannseekonferenz (2022)

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