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Die Wannseekonferenz (2001)

Die Wannseekonferenz (Originaltitel: Conspiracy) ist ein amerikanisch-britisches Filmdrama aus dem Jahr 2001. Der Film zeigt auf dokumentarische Weise die …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Film und Gegenstand
  2. 2. Ablauf der Konferenz
  3. 3. Beschlüsse und Darstellung des Völkermords
  4. 4. Produktion und Fassungen
  5. 5. Kritiken und Auszeichnungen

Film und Gegenstand

Die Wannseekonferenz (Originaltitel: Conspiracy) ist ein amerikanisch-britisches Filmdrama aus dem Jahr 2001. Regie führte Frank Pierson, das Drehbuch schrieb Loring Mandel. Der 95 Minuten lange, englischsprachige Film mit FSK 12 wurde von BBC und HBO produziert.

Er stellt die Wannseekonferenz vom 20. Januar 1942 dokumentarisch dar. Bei diesem geheimen Treffen wurde die „Endlösung der Judenfrage“ besprochen. Die zentralen Rollen spielen Kenneth Branagh als Reinhard Heydrich und Stanley Tucci als Adolf Eichmann.

Ablauf der Konferenz

Am 20. Januar 1942 versammeln sich 15 Vertreter der SS sowie deutscher Ministerien und Ämter in einer Villa am Großen Wannsee in Berlin. Eichmann bereitet das Treffen vor, organisiert Buffet und Getränke und soll das Protokoll führen. Heydrich, der die Teilnehmer eingeladen hat, trifft zuletzt ein und leitet die Konferenz.

Heydrich verliest zunächst ein Ermächtigungsschreiben von Reichsmarschall Hermann Göring. Es beauftragt ihn mit der „Endlösung der Judenfrage“. Heydrich erklärt seinen Auftrag dahin gehend, dass es künftig in Deutschland und den von Deutschland besetzten Gebieten keine Juden mehr geben solle.

Beschlüsse und Darstellung des Völkermords

In der Sitzung werden Einzelheiten der Nürnberger Gesetze und Möglichkeiten einer Sterilisation behandelt, die verhindern soll, dass Juden Kinder zeugen können. Heydrich spricht zugleich wiederholt von „Evakuierungen“. Im Verlauf wird deutlich, dass die SS die Massenvernichtung der Juden bereits vorbereitet hat.

Heydrich setzt die Konferenz ein, um die Kooperation aller anwesenden Stellen zu erzwingen. Teilnehmer mit Bedenken werden in Einzelgesprächen während der Pause unter Druck gesetzt. Am Ende stimmen alle einem Völkermord zu, der laut Film in der Geschichte der modernen Welt tiefste Spuren hinterlassen wird. Nach der Konferenz warnt Friedrich Wilhelm Kritzinger in einer von Heydrich erzählten Geschichte davor, den Hass auf Juden allem unterzuordnen; Heydrich schließt mit den Worten: „Ich werde sie nicht vermissen“.

Der Schluss informiert darüber, was später aus den Teilnehmern wurde, und ist mit dem zweiten Satz des Streichquintetts von Franz Schubert unterlegt. Die Handlung orientiert sich am einzigen erhaltenen Protokoll der Wannseekonferenz. Die übrigen Abschriften wurden vernichtet, weil die Konferenz offiziell nie stattgefunden haben sollte.

Produktion und Fassungen

Gedreht wurde die US-amerikanisch-britische Produktion in Berlin, darunter am Originalschauplatz Haus der Wannseekonferenz, Am Großen Wannsee 56–58 in Zehlendorf, sowie in London.

Eine deutsche Verfilmung der Wannseekonferenz erschien bereits 1984. 2022 wurde zum 80. Jahrestag der Wannseekonferenz eine weitere Fassung veröffentlicht. Für die deutsche Synchronisation sprach unter anderem Ulrich Matthes Reinhard Heydrich, Lutz Mackensy Adolf Eichmann und Christian Rode den Erzähler.

Kritiken und Auszeichnungen

TV 14 bezeichnete den Film als „beklemmend authentisch“. Christopher Null nannte ihn „gruselig“, aber nicht immer „erleuchtend“. Der Tagesspiegel hob Kenneth Branaghs schauspielerische Leistung hervor, während die Schwäbische Zeitung sowohl Branagh als Heydrich als auch Stanley Tucci als Eichmann lobte.

2001 gewannen Kenneth Branagh und Loring Mandel einen Emmy Award; der Film erhielt außerdem acht weitere Emmy-Nominierungen, darunter für Stanley Tucci und Colin Firth. Tucci gewann 2002 einen Golden Globe, während Branagh und der Film als Bester Fernsehfilm nominiert waren. Das Produktionsteam erhielt 2003 einen BAFTA Award; Branagh wurde dafür nominiert. Weitere Preise gingen 2002 an Frank Pierson von der Directors Guild of America und an Loring Mandel von der Writers Guild of America.

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