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Erich Neumann (Staatssekretär)
Neumann nahm an der Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 teil. Laut Protokoll forderte er namens der Vierjahresplanbehörde, jüdische Arbeiter aus kriegswichtigen …
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Bedeutung und Rolle im Nationalsozialismus
Erich Neumann (31. Mai 1892–23. März 1951) war während des Nationalsozialismus Staatssekretär in Hermann Görings Behörde für den Vierjahresplan. Diese Behörde koordinierte wichtige Bereiche der deutschen Wirtschafts- und Rüstungspolitik. Neumann war dort unter anderem für Devisenfragen, wirtschaftliche Erlasse und Verbindungen zwischen verschiedenen Geschäftsgruppen zuständig.
Am 20. Januar 1942 nahm Neumann an der Wannseekonferenz teil. Nach dem Konferenzprotokoll verlangte er im Namen der Vierjahresplanbehörde, jüdische Arbeiter aus kriegswichtigen Betrieben erst dann zu deportieren, wenn für sie ein Ersatz gefunden worden sei. Diese Forderung entsprach zu diesem Zeitpunkt bereits einer Vereinbarung zwischen dem Reichssicherheitshauptamt und dem Wirtschaftsrüstungsamt des Oberkommandos der Wehrmacht. Deshalb enthielten Adolf Eichmanns Deportationsrichtlinien vom 31. Januar 1942 eine Ausnahme für deutsche Juden, die in Rüstungsbetrieben oder in der Landwirtschaft arbeiteten.
Ausbildung und Aufstieg in der Verwaltung
Neumann wurde in Forst (Niederlausitz) in einer evangelischen Familie als Sohn eines Fabrikbesitzers geboren. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. 1911 trat er dem Corps Rhenania Freiburg bei. Als Inaktiver wechselte er an die Universität Leipzig und später an die Friedrichs-Universität Halle. Im Ersten Weltkrieg diente er von 1914 bis 1917; zuletzt war er Oberleutnant.
Im Oktober 1920 begann Neumann als Regierungsassessor im Preußischen Innenministerium und arbeitete danach beim Landkreis Essen. Ab Oktober 1923 war er Regierungsrat. Im Dezember 1924 wechselte er in das Preußische Ministerium für Handel und Gewerbe. Von November 1926 bis 1928 war er Landrat des Landkreises Freystadt in Niederschlesien. Danach arbeitete er ab Oktober 1928 wieder im Preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe, nun als Ministerialrat.
Als Wirtschaftsfachmann vertrat Neumann Deutschland auf internationalen Konferenzen. Im September 1932 wurde er Ministerialdirektor im Preußischen Staatsministerium und war dort für Verwaltungsreformen zuständig. Im September 1933 übernahm er zusätzlich das Amt eines Schriftführers im Preußischen Staatsrat.
Tätigkeit in NSDAP, SS und Vierjahresplanbehörde
Neumann war zunächst Mitglied der DNVP. Nach dem Wahlsieg der Nationalsozialisten bei der Reichstagswahl im März 1933 trat er am 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.645.024). Im August 1934 trat er der SS bei (SS-Nummer 222.014). Er wurde dem Stab des SS-Hauptamts zugewiesen und am 13. September 1936 zum Obersturmbannführer befördert.
Ende 1935 arbeitete Neumann im Preußischen Staatsministerium. Ab Oktober 1936 war er in der Behörde für den Vierjahresplan tätig und leitete dort die Geschäftsgruppe Devisen. Bis 1939 blieb diese Geschäftsgruppe von organisatorischen Änderungen innerhalb der Behörde unberührt. Neumanns Aufgaben umfassten allgemeine Geschäfte für alle sechs Gruppen, die Verbindung zwischen diesen Gruppen sowie die Mitwirkung an Erlassen zu Gesetzen und Verordnungen. Bereits ab 1935 leitete er für Göring eine Gruppe, die die allgemeine innere und äußere Wirtschaftslage beurteilen sollte.
Im Juli 1938 wurde Neumann Staatssekretär und Vertreter Paul Körners. Zu seinen Aufgaben gehörten die weitere „Arisierung“ der Wirtschaft und die Kennzeichnung der Juden. 1939 erhielt er den Ehrenrang SS-Oberführer.
Im Zusammenhang mit dem geplanten Krieg gegen die Sowjetunion befasste sich Neumann mit der Agrarproduktion der zu erobernden Gebiete. In einem Vortrag am 19. April 1941 bei der Verwaltungsakademie Berlin erklärte er, dass diese Gebiete wegen fehlender Futtermittelimporte nicht mehr in der Lage sein würden, Überschüsse zu produzieren, sondern zu Zuschußgebieten würden. Den Vortragstext verfasste sein persönlicher Referent, Professor Otto Donner. Am 2. Mai 1941 besprach Neumann dieses Thema mit Paul Körner und Herbert Backe. Ab 1941 war er außerdem stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Kontinentalen Erdöl AG, die Ölvorkommen in den besetzten Gebieten der Sowjetunion ausbeuten sollte.
Ab August 1942 war Neumann Generaldirektor des Deutschen Kalisyndikats. Seine frühere Position als Leiter der Geschäftsgruppe Devisen übernahm Ministerialdirigent Friedrich Gramsch. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Neumann interniert. Anfang 1948 kam er wegen Krankheit frei. Er starb am 23. März 1951 in Garmisch-Partenkirchen.