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Devisenbilanz
Die Devisenbilanz (englisch foreign exchange balance) erfasst als Teilbilanz der Zahlungsbilanz innerhalb einer Volkswirtschaft insbesondere sämtliche …
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Begriff und Bedeutung
Die Devisenbilanz ist eine Teilbilanz der Zahlungsbilanz. Sie erfasst innerhalb einer Volkswirtschaft besonders sämtliche Devisen- und Goldbestände innerhalb einer bestimmten Rechnungsperiode. Letztlich bildet sie die Währungsreserven eines Staates ab.
Wie jede Bilanz stellt auch die Devisenbilanz eine Aktivseite und eine Passivseite gegenüber. Die Differenz zwischen beiden heißt Saldo. Dieser Saldo wird auf der Seite mit den betragsmäßig geringeren Bilanzpositionen eingetragen, sodass die Devisenbilanz formal immer ausgeglichen ist.
In Deutschland enthält die Devisenbilanz heute ausschließlich Bilanzpositionen der Bundesbank. Deshalb wird sie auch als „das Auslandskonto der Bundesbank“ beschrieben. Formal erfasst sie die Währungsreserven der Bundesbank und nachrichtlich die Netto-Auslandsaktiva der Bundesbank.
Buchung in der Zahlungsbilanz
Die Devisenbilanz hängt eng mit den anderen Teilbilanzen der Zahlungsbilanz zusammen. In der Kapitalbilanz werden Veränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland erfasst. Da solche Veränderungen auch die Geldmenge im Inland beeinflussen, wird für die Zentralbank eine eigene „Kapitalbilanz“ geführt: die Devisenbilanz.
Die Devisenbilanz enthält Positionen der Zahlungsbilanz mit umgekehrten Vorzeichen. Was in der Zahlungsbilanz auf der Aktivseite steht, wird in der Devisenbilanz auf der Passivseite verbucht und umgekehrt.
Jede Transaktion, die zu einer Ausgabe oder Einnahme von Devisen führt, erscheint in der Devisenbilanz. Die Gegenbuchung erfolgt in der jeweils passenden Teilbilanz. Ein Beispiel ist ein Export: Die Deviseneinnahme erscheint in der Devisenbilanz, die Gegenbuchung in der Handelsbilanz.
Bestandteile
Bis 1958 enthielt die Devisenbilanz auch Veränderungen in der Devisenposition der Geschäftsbanken. Seitdem werden diese Veränderungen im Auslandsstatus der Geschäftsbanken in der Kapitalbilanz erfasst.
Heute enthält die Devisenbilanz den Devisen- und Goldbestand, die Reserveposition im Internationalen Währungsfonds sowie liquide Forderungen und Verbindlichkeiten der Bundesbank in Fremdwährung gegenüber dem Ausland. Die Reserveposition im Internationalen Währungsfonds besteht aus Ziehungsrechten und Sonderziehungsrechten. Alle übrigen Forderungen und Verbindlichkeiten erscheinen in der Kapitalbilanz.
Die Bestände sind Bestandsgrößen, also Größen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie entstehen aus Zu- und Abflüssen, sogenannten Stromgrößen, von Devisen, Gold sowie Forderungen und Verbindlichkeiten. Exporte führen in der Devisenbilanz zu einem Devisenzufluss, Importe zu einem Devisenabfluss. Ist ein Staat wie Deutschland exportlastig und hat damit einen positiven Außenbeitrag, weisen unter sonst gleichbleibenden Bedingungen sowohl Leistungsbilanz als auch Devisenbilanz einen Überschuss-Saldo aus.
Wirtschaftliche Deutung
Ein negativer Saldo der Devisenbilanz kann entstehen, wenn ein Staat netto Güter importiert oder netto Kapital exportiert. Umgekehrt kann ein positiver Saldo entstehen, wenn ein Staat netto Güter exportiert oder netto Kapital importiert.
Bei flexiblen Wechselkursen ist die Devisenbilanz stets ausgeglichen, solange die Zentralbank keine freiwilligen Devisenmarktinterventionen vornimmt. Der Grund ist, dass ein gleichgewichtiger Devisenkurs Angebot und Nachfrage nach Devisen ausgleicht.
Eine negative Devisenbilanz kann durch handelspolitische Maßnahmen ausgeglichen werden, zum Beispiel durch expansive Ausfuhrgenehmigungen, stärkere Exportorientierung, Einfuhrbeschränkungen oder Importzölle. Das stärkste Instrument gegen eine chronisch negative Devisenbilanz ist die Devisenverkehrsbeschränkung.
Die Devisenbilanz ist eine Messgröße für das außenwirtschaftliche Gleichgewicht. Ein Zahlungsbilanzgleichgewicht bedeutet, dass auch die Devisenbilanz ausgeglichen ist. Aus einer ausgeglichenen Devisenbilanz allein kann man aber nicht schließen, dass die gesamte Zahlungsbilanz im Gleichgewicht ist. Weil neben Devisen auch Goldbestände und Sonderziehungsrechte erfasst werden, heißt sie heute genauer „Bilanz der Veränderung der Netto-Auslandsaktiva der Deutschen Bundesbank“.
Internationale Einordnung
Die Erstellung und der Inhalt der Zahlungsbilanz werden durch den Internationalen Währungsfonds vorgegeben. Die Zahlungsbilanz ist dabei die systematische Aufzeichnung der ökonomischen Transaktionen, die während eines bestimmten Zeitraums zwischen Inländern und Ausländern stattgefunden haben. Diese Vorgaben betreffen auch die Devisenbilanz.
Auch in Österreich gehört die Devisenbilanz zur Zahlungsbilanz. Sie listet alle Veränderungen in Bezug auf die Oesterreichische Nationalbank auf. In der österreichischen Praxis ist die Devisenbilanz die Hauptquelle für die Erstellung der Zahlungsbilanz. Sie wird aus täglichen Meldungen der Kreditinstitute und der Nationalbank aus dem Auslandsgeschäft zusammengestellt.
In der Schweiz wird keine Zahlungsbilanzstatistik veröffentlicht. Veröffentlicht werden jedoch die Handels- und Dienstleistungsbilanz sowie die Veränderung der Währungsreserven. Die Zusammenfassung der Handels- und Dienstleistungsbilanz heißt dort Ertragsbilanz. Wird ihr die Kapitalbilanz hinzugefügt, lässt sich die Devisenbilanz ermitteln.