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Der Sinn des Lebens (Film)
Der Film ist in sieben Kapitel unterteilt, die sich schwerpunktmäßig um die Themen Geburt, Religion, sexuelle Aufklärung, Krieg, Organspende, Essen und Tod …
Inhalt4 Abschnitte
Überblick und Aufbau
Der Sinn des Lebens (Originaltitel: Monty Python’s The Meaning of Life) ist eine britische Satire der Komikergruppe Monty Python aus dem Jahr 1983. Regie führte Terry Jones; am Drehbuch, an der Musik und in der Besetzung wirkten Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin mit. Der 112 Minuten lange englischsprachige Film ist in Deutschland ab FSK 16 freigegeben.
Der Film besteht aus komischen, oft skurrilen Einzelszenen über Lebensabschnitte und behandelt Geburt, Religion, sexuelle Aufklärung, Krieg, Organspende, Essen und Tod. Seine Grundidee ist, dass Versuche, eine endgültige und befriedigende Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zu finden, scheitern. Den Rahmen bilden sechs Fische in einem Restaurantaquarium: Als sie sehen, dass ihr früherer Kamerad Howard serviert wird, fragen sie nach dem Sinn des Lebens.
Vor dem Hauptfilm steht The Crimson Permanent Assurance. In der ursprünglichen deutschen Synchronisation hieß er Die G.m.b.H. (Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung). Der Vorfilm stellt Kapitalismus als scheinbar unkontrolliertes System dar: Alte Angestellte, die wie Galeerensklaven behandelt und entlassen werden sollen, meutern. Mit ihrem Gebäude segeln sie wie Piraten los und zerstören Finanzunternehmen durch „gewagte Transaktionen“. Als sich herausstellt, dass die Erde eine Scheibe ist, stürzt das Gebäude am Rand ab. Später wird der Angriff dieser GmbH nochmals aus Sicht der Finanzunternehmen gezeigt.
Geburt, Erziehung und Kampf
Der erste Teil zeigt zwei Formen der Geburt. Im Krankenhaus steht die technisch wirkende Arbeit der Ärzte im Mittelpunkt, nicht die Mutter. Geräte werden vor allem für einen möglichen Besuch der Verwaltung aufgestellt, darunter die funktionslos wirkende „Maschine mit dem Ping“. Nach der Geburt wird das Baby nur kurz gezeigt; auf die Frage, ob es ein Mädchen oder ein Junge sei, lautet die Antwort: „Wir wollen es doch nicht so früh in eine Rolle drängen“.
Die zweite Geburtsszene spielt in einem britischen Arbeiterviertel in Yorkshire in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Vater erklärt seinen zahlreichen Kindern, er müsse sie für medizinische Versuche weggeben, weil er sie nicht ernähren könne. Als Katholik dürfe er nicht verhüten. Das Lied Every Sperm Is Sacred („Jeder Samen ist heilig“) persifliert die Vorstellung, jedes Spermium dürfe nicht verschwendet werden. Die protestantischen Nachbarn benutzen dagegen Kondome; ihre Unterhaltung stellt gegensätzliche Vorstellungen über Sexualität und Kinderzahl satirisch dar.
Der Teil über Wachsen und Lernen umfasst eine Schulkapelle, einen Sexualkundeunterricht und ein Rugbyspiel. Im Unterricht führt ein Lehrer mit seiner Frau Geschlechtsverkehr als praktisches Beispiel vor. Beim Rugby verliert eine Kindermannschaft deutlich gegen junge Erwachsene.
Der Teil über das Kämpfen zeigt eine Geburtstagsfeier im Schützengraben des Ersten Weltkriegs, einen absurden Drill der British Army und eine Expedition im 1. Zulukrieg in Natal 1879. Die Figuren behandeln Krieg und militärische Befehle dabei mit unpassender Alltäglichkeit oder Sinnlosigkeit. Die klar als Mitte des Films bezeichnete Szene „Finde den Fisch“ unterbricht die Handlung: Ein Mann mit verlängerten Unterarmen sucht seinen Lieblingsfisch; außerdem erscheinen eine auffällige „Dame“, ein Kellner mit Elefantenkopf und Zwischenrufer aus dem Publikum.
Mittleres Alter, Organspende und Essen
Im mittleren Lebensalter isst ein Urlauberpaar im Themenrestaurant „Hawaiianischer Kerker“. Auf der Speisekarte stehen keine Gerichte, sondern Gesprächsthemen, auch „Philosophen und der Sinn des Lebens“. Weil das Paar mit diesem Gespräch unzufrieden ist, bietet der Kellner als Entschädigung das nicht auf der Karte stehende Thema „Lebende Organverpflanzung“ an.
Daran schließt sich die Organspendeszene an. Einem registrierten Organspender wird auf seinem Küchentisch mit Spengler- und Schlosserwerkzeug die Leber entfernt. Sein Einwand, sein Organspendeausweis gelte erst nach dem Tod, wird mit dem Satz abgewiesen: „Es hat noch nie jemand überlebt, dem wir die Leber entfernt haben“. Anschließend wird auch seine Frau zur Spende überredet; ein Mann im rosa Abendanzug singt dazu den Galaxy-Song.
In der Chefetage der Very Big Corporation of America wird eine Studie über den Sinn des Lebens vorgetragen. Sie erklärt, Materie sei Energie; manche nicht wahrnehmbaren Energien hätten eine spirituelle Quelle, die auf die Seele wirke. Die Seele existiere nicht ab initio, also nicht von Anfang an, sondern müsse durch kontrollierte Selbstbeobachtung entstehen. Dies gelinge fast nie, weil Menschen sich durch alltägliche Trivialitäten ablenken ließen. Die Sitzung wird durch den Angriff der GmbH unterbrochen; diese wird schließlich von einem Wolkenkratzer erschlagen.
Im Teil über die Herbstjahre erscheint Mr. Creosote in einem vornehmen Restaurant. Er bestellt alle Speisen, erbricht sich wiederholt und isst weiter. Nachdem ein Kellner ihn zu einem „hauchdünnen Minzblättchen“ überredet, explodiert er. Der folgende, ausdrücklich „Der Sinn des Lebens“ genannte Abschnitt beantwortet die Frage ebenfalls nicht, sondern erklärt nur, weshalb der französische Kellner seinen Beruf gewählt hat.
Tod, Schluss und weitere Angaben
Der Tod wird in mehreren Szenen behandelt. Arthur Jarrett darf seine Todesart wählen und wird von leicht bekleideten Mädchen über Klippen gejagt, direkt in sein vorbereites Grab. In den Highlands erscheint der Sensenmann bei einem Geschäftsmann und dessen Gästen. Sie erkennen zunächst nicht, dass sie an einer Fischvergiftung durch „die Lachsschaumspeise!“ gestorben sind. Ihre Geister fahren dem Sensenmann mit Autos in den Himmel hinterher.
Dort findet, als Hommage an Das Restaurant am Ende des Universums, eine Weihnachtsgala im Stil einer Las-Vegas-Show statt. Alle Verstorbenen des Films sind dabei; Tony Bennett, gespielt von Graham Chapman, singt It’s Christmas in Heaven. Die Szene endet, als das Fernsehgerät ausgeschaltet wird. Schließlich verliest eine Fernsehsprecherin den Sinn des Lebens: „Seien Sie nett zu Ihren Nachbarn, vermeiden Sie fettes Essen, lesen Sie ein paar gute Bücher, machen Sie Spaziergänge und versuchen Sie, in Frieden und Harmonie mit Menschen jeden Glaubens und jeder Nation zu leben.“
Auf der DVD finden sich geschnittene Szenen, darunter eine längere Vorgeschichte des Ehepaars im Hotel sowie „Adventures of Martin Luther“. Der Film wurde 2003 für die DVD neu synchronisiert. Bei den Stimmen änderten sich Terry Gilliam von Andreas Mannkopff im Kino zu Reinhard Kuhnert auf DVD und Terry Jones von Ulrich Gressieker zu Lutz Mackensy; die übrigen genannten Hauptdarsteller behielten ihre Sprecher. Der Film erhielt 1983 beim Filmfestival von Cannes den Großen Preis der Jury, war dort für die Goldene Palme in der Kategorie „Beste Regie“ nominiert und 1984 für den BAFTA Award für Every Sperm Is Sacred in der Kategorie „Bester Song“.