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Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders

Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders ist ein von dem deutschen Regisseur Tom Tykwer inszenierter Thriller aus dem Jahr 2006.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Handlung
  3. 3. Entstehung und Produktion
  4. 4. Weitere Hintergründe
  5. 5. Rezeption und Erfolg

Überblick

Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders ist ein Thriller des deutschen Regisseurs Tom Tykwer aus dem Jahr 2006. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Patrick Süskind und erzählt die Geschichte des Jean-Baptiste Grenouille, eines Mannes mit einem außergewöhnlich feinen Geruchssinn, der im 18. Jahrhundert zum Serienmörder wird, weil er den Duft junger Frauen konservieren will.

Der Film ist eine internationale Produktion aus Deutschland, Spanien, Frankreich und den Vereinigten Staaten. Die Originalsprache ist Englisch, die Laufzeit beträgt 147 Minuten. In Deutschland kam der Film am 14. September 2006 in die Kinos. Die Altersfreigabe liegt bei FSK 12, in Österreich bei JMK 14. Produzent war Bernd Eichinger; das Drehbuch schrieben Andrew Birkin, Bernd Eichinger und Tom Tykwer. Die Musik stammt von Reinhold Heil, Johnny Klimek und Tom Tykwer. In den Hauptrollen spielen Ben Whishaw als Jean-Baptiste Grenouille, Alan Rickman als Antoine Richis, Rachel Hurd-Wood als Laura Richis und Dustin Hoffman als Giuseppe Baldini. Mit einem Budget von über 50 Millionen Euro zählt der Film zu den teuersten deutschen Filmproduktionen.

Handlung

Die Handlung spielt in Frankreich im 18. Jahrhundert. Zu Beginn wird Jean-Baptiste Grenouille in Grasse aus seiner Kerkerzelle geführt, weil er wegen mehrfachen Mordes hingerichtet werden soll. Danach zeigt eine Rückblende seine Herkunft: Er wird am 17. Juli 1738 auf einem stinkenden Pariser Fischmarkt geboren. Seine Mutter lässt ihn unversorgt im Abfall liegen, wird wegen versuchten Kindsmordes verurteilt und gehängt. Grenouille wächst als Waise bei Madame Gaillard auf. Schon als Kind erschließt er sich die Welt fast ausschließlich über Gerüche. Mit sechs Jahren kann er seine Umgebung olfaktorisch, also mit dem Geruchssinn, bis ins Detail erfassen.

Mit dreizehn Jahren verkauft Madame Gaillard ihn an den Gerber Grimal. Später entdeckt Grenouille in Paris den Duft eines jungen Mirabellenmädchens. Als sie schreien will, hält er ihr den Mund zu und erstickt sie unabsichtlich. Er riecht gierig an ihrem Körper und erkennt voller Verzweiflung, dass ihr Duft mit dem Tod verschwindet. Daraus entsteht sein Ziel, flüchtige Düfte dauerhaft festzuhalten.

Grenouille kommt zum Parfümeur Giuseppe Baldini. Baldini versucht gerade, das erfolgreiche Parfum Amor und Psyche seines Konkurrenten Pelissier nachzumischen. Grenouille gelingt dies sofort und sogar in verbesserter Form. Baldini kauft ihn Grimal für 50 Francs ab und nimmt ihn als Lehrling auf. Grenouille lernt bei ihm die Grundlagen der Parfümkunst, darunter harmonische Akkorde der Düfte und die Destillation, also ein Verfahren, mit dem bestimmte Duftstoffe gewonnen und konserviert werden. Doch er erfährt auch, dass sich nicht alle Gerüche destillieren lassen. Als Baldini ihm von Grasse erzählt, wo die besten Parfümeure arbeiten und die Enfleurage kennen, gesundet Grenouille von einer Krankheit. Enfleurage ist ein Verfahren, bei dem Duftstoffe mit Fett aufgenommen und dadurch konserviert werden.

Auf dem Weg nach Grasse lebt Grenouille eine Zeit lang allein in einer Höhle auf dem Plomb du Cantal. Dort stellt er entsetzt fest, dass er selbst keinen Eigengeruch besitzt. In Grasse nimmt er die Spur von Laura Richis auf, deren Duft ihn an das Mirabellenmädchen erinnert. Er arbeitet im Atelier der Witwe Arnulfi und ihres Gesellen Dominique Druot und lernt dort die Enfleurage praktisch. Zunächst versucht er, den Duft einer Prostituierten ohne Mord zu gewinnen, erschlägt sie aber, als sie fliehen will. Danach mordet er gezielt junge Frauen, schneidet ihnen die Haare ab und konserviert ihre Düfte. Aus dreizehn Essenzen will er das „perfekte Parfum“ herstellen; Laura Richis soll die 13. Ingredienz liefern.

Antoine Richis, Lauras Vater, erkennt als Einziger, dass der Täter schöne junge Frauen sammelt, und versucht, Laura zu schützen. Grenouille findet sie dennoch in einem Gasthof, tötet sie und gewinnt ihren Duft. Er wird gefasst und zum Tod verurteilt. Am 17. April 1766 soll er grausam hingerichtet werden. Doch mit seinem perfekten Parfum löst er bei der Menge Liebe und Verehrung aus. Die Hinrichtung verwandelt sich in eine Liebesorgie; selbst Richis nennt Grenouille seinen Sohn und bittet ihn um Verzeihung. Statt Grenouille wird später der unschuldige Dominique Druot hingerichtet, nachdem unter Folter ein Geständnis erzwungen wurde. Grenouille kehrt schließlich an seinen Geburtsort in Paris zurück, übergießt sich mit dem restlichen Parfum und wird von den Armen der Stadt in Begeisterung vollständig verspeist.

Entstehung und Produktion

Der Film basiert auf Patrick Süskinds Roman Das Parfum, der 1985 erschien. Der Roman wurde stark gelobt, hielt sich neun Jahre in Bestsellerlisten und wurde bis heute 20 Millionen Mal verkauft. Viele bekannte Regisseure interessierten sich für den Stoff, darunter Martin Scorsese, Miloš Forman, Ridley Scott und Tim Burton. Süskind zögerte jedoch lange, die Filmrechte zu verkaufen. Im Jahr 2001 übertrug er sie schließlich für geschätzte zehn Millionen Euro an Bernd Eichinger.

Die Vorproduktion dauerte zweieinhalb Jahre. Eichinger entschied sich für Tom Tykwer als Regisseur. Tykwer schrieb zusammen mit Eichinger, Andrew Birkin und Caroline Thompson das Drehbuch. Für Grenouille wurde Ben Whishaw besetzt, obwohl auch Leonardo DiCaprio und Orlando Bloom in Betracht gezogen worden waren. Die Rolle war besonders schwierig, weil Grenouille im Film kaum spricht und vor allem über Gestik und Mimik dargestellt werden muss.

Die Dreharbeiten begannen am 12. Juli 2005 und endeten nach 67 Drehtagen im Oktober 2005. Gedreht wurde unter anderem in den Bavaria Filmstudios in München, in der französischen Provence, in Barcelona und in Girona. Barcelona diente für die Pariser Szenen zu Beginn der Geschichte. Um das Paris des 18. Jahrhunderts möglichst echt wirken zu lassen, wurden 17 Tonnen Fischeingeweide, Lehm und Stroh eingesetzt; außerdem arbeiteten 260 Mitarbeiter an hundert verschiedenen Filmmotiven. Laut Bernd Eichinger entstand Material für fast 30 Stunden Film. Insgesamt dauerte die Realisation mit Vorbereitung und Dreharbeiten drei Jahre.

Die Produktionskosten lagen nach Schätzungen bei ungefähr 60 Millionen Euro, obwohl ursprünglich 47 Millionen Euro veranschlagt waren. Unterstützt wurde die Produktion unter anderem von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen mit etwa 750.000 Euro, vom FilmFernsehFonds Bayern mit etwa 1,6 Millionen Euro sowie vom Bayerischen Bankenfonds und der Filmförderungsanstalt mit je etwa einer Million Euro. Gisela Oeri soll zehn Millionen Schweizer Franken beigetragen haben.

Weitere Hintergründe

Die Filmmusik wurde zunächst im Brandenburger Theater mit den Brandenburger Symphonikern aufgenommen. Tonmeister war Wolfgang Loos, Professor an der Universität der Künste in Berlin; die Nachbearbeitung erfolgte in seinem Traumton-Studio in Berlin-Spandau. Später wurden große Teile des Soundtracks von den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle neu eingespielt.

Für die Verfilmung waren zeitweise auch andere Regisseure im Gespräch, darunter Jean-Jacques Annaud und Jean-Pierre Jeunet. Medienberichten zufolge soll Julian Schnabel ein Drehbuch geschrieben haben, in dem Johnny Depp als Grenouille vorgesehen war. Auch Klaus Kinski zeigte sich in den späten 1980er Jahren interessiert.

Die deutsche DVD-Ausgabe war mit einem Kopierschutz ausgestattet, der auf vielen PCs und DVD-Playern Abspielprobleme verursachen konnte und deshalb nicht vollständig den DVD-Normen entsprach. 2006 erschien zunächst exklusiv eine deutsche HD-DVD-Ausgabe; später folgte auch eine Blu-ray Disc. Eine Audiodeskription entstand 2007 und ist auf der DVD enthalten. Sie wird von Uta-Maria Torp gesprochen.

Der Film lässt vier längere Passagen des Romans aus: den Aufenthalt bei Pater Terrier, Baldinis ausführliche Kritik an der „guten alten Zeit“, das Zusammentreffen mit dem Marquis de la Taillade-Espinasse und das Beobachten der spielenden Laura Richis im Garten. Letzteres wird im Film durch eine vorbeifahrende Kutsche ersetzt. Im deutschen Free-TV wurde der Film erstmals am 1. Juni 2009 im Abendprogramm von Sat.1 gezeigt.

Rezeption und Erfolg

Die Kritiken fielen gemischt aus. Das Lexikon des internationalen Films sah in Tykwers Verfilmung ein „bildgewaltiges Unterhaltungskino“, das sich wie die Romanvorlage vor allem auf die Oberfläche des Stoffs konzentriere. Charaktere und zeitgeschichtliche Hintergründe würden zwar erkennbar, aber nicht vertieft; die gestalterische Perfektion und Sinnlichkeit des Films verhinderten dennoch Längen.

Andere Stimmen urteilten deutlich kritischer. Katja Nicodemus schrieb in Die Zeit, Eichinger und Tykwer hätten trotz großen Aufwands ein „biederes Werk“ geschaffen. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung nannte Ben Whishaw „keine schlechte Wahl“, bemängelte aber fehlende Dämonie und sprach von Opulenz, Sterilität und „gediegener Langeweile“. Facts kritisierte, Grenouille werde im Vergleich zum Buch verharmlost; aus einem „kompromisslos abartig“ gezeichneten Charakter werde ein „Liebeskasper“. Andere Kritiker betonten, dass die Verfilmung optisch brillant wirke und der Vorlage in weiten Zügen treu bleibe, aber zeige, dass bei Bestsellerverfilmungen durch Interpretation zwangsläufig Inhalte verloren gehen können.

Beim Publikum war der Film sehr erfolgreich. In Deutschland startete er am 14. September 2006 und erreichte am Startwochenende rund eine Million Zuschauer. Auch in der deutschsprachigen Schweiz und in Österreich setzte er sich zum Start an die Spitze der Kinocharts. Innerhalb eines Jahres sahen ihn in Deutschland knapp 5,6 Millionen Menschen; damit gehört er zu den erfolgreichsten deutschen Filmen in deutschen Kinos seit Beginn der Zuschauerzählung 1968. In ganz Europa hatte der Film mehr als 11,6 Millionen Zuschauer, darunter 1,4 Millionen in Spanien und gut 900.000 in Frankreich. In den USA wurden 312.000 Besucher gezählt. Weltweit spielte der Film über 115 Millionen Euro ein.

Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen. 2006 gewann er den Bambi als Bester Film national für Bernd Eichinger, Tom Tykwer und Ben Whishaw sowie den Bogey in Platin für 5 Millionen Kinobesucher in 50 Tagen. 2007 folgten unter anderem der Bayerische Filmpreis für Uli Hanisch in der Kategorie Beste Ausstattung, mehrere Deutsche Filmpreise, darunter Bester Spielfilm in Silber, Beste Kamera/Bildgestaltung, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümbild und Beste Tongestaltung, sowie Europäische Filmpreise für Beste Kamera und Beste Filmmusik. Ben Whishaw wurde beim Europäischen Filmpreis als Bester Darsteller nominiert. Außerdem erhielt der Film den Jupiter 2007 als Bester deutscher Film.

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