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Daniel Born
Daniel Born (* 17. September 1975 in Speyer) ist ein deutscher Politiker (SPD). Von 2016 bis 2026 war er Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg, …
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Person und beruflicher Werdegang
Daniel Born (* 17. September 1975 in Speyer) ist ein deutscher Politiker und Jurist. Nach dem Abitur in Schwetzingen studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Konstanz. Sein Rechtsreferendariat absolvierte er in Mannheim und New York City und schloss es mit dem zweiten juristischen Staatsexamen ab. Anschließend arbeitete er bei der Bundesagentur für Arbeit. Zuletzt leitete er in Karlsruhe die Bereiche Akademische Vermittlung, Berufs- und Studienorientierung an Gymnasien sowie Beratung im Hochschulteam.
Born ist ledig, bezeichnet sich als queer beziehungsweise schwul und gehört der evangelischen Kirche an. Seit dem 1. Juli 2026 ist er hauptberuflich Geschäftsführer der AWO Neckar-Odenwald.
Politische Laufbahn
Born trat 1991 in die SPD ein und übernahm verschiedene Ämter bei der Partei und den Jusos. Von 2009 bis 2016 gehörte er dem Gemeinderat von Oberhausen-Rheinhausen an; außerdem war er Mitglied des Kreistags im Landkreis Karlsruhe. Innerhalb der SPD Baden-Württemberg war er unter anderem von 2017 bis 2023 Mitglied der Antragskommission, von 2018 bis 2025 Mitglied des Landesvorstands und von Herbst 2020 bis Juli 2025 Mitglied des Präsidiums. Von 2021 bis 2025 war er Co-Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Rhein-Neckar.
2013 gewann er mit 59,6 % eine Mitgliederbefragung zur SPD-Bundestagskandidatur im Wahlkreis Bruchsal – Schwetzingen, unterlag bei der Bundestagswahl jedoch dem CDU-Kandidaten. Bei den Landtagswahlen 2016 und 2021 zog er jeweils über ein Zweitmandat im Wahlkreis Schwetzingen in den Landtag von Baden-Württemberg ein. Von 2016 bis zum 30. April 2026 gehörte er dem Parlament an.
Im Landtag arbeitete Born bis Juli 2025 im Ausschuss für Kultus, Jugend und Sport sowie im Ausschuss für Landesentwicklung und Wohnen. Für die SPD-Fraktion war er Sprecher für Wohnungs- und Mietenpolitik, frühkindliche Bildung und Grundschulen sowie Religionspolitik. Von 2019 bis 2021 leitete er den Arbeitskreis Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. Im Mai 2021 wurde er zum Vizepräsidenten des Landtags gewählt und gehörte dadurch dem Fraktionsvorstand an. Zudem vertrat er die Fraktion im Landesbeirat für Akzeptanz und gleiche Rechte des Sozialministeriums.
Rücktritt und Austritt aus der Fraktion
Im Juli 2025 räumte Born ein, bei der geheimen Wahl der Landtagsdelegierten für den Oberrheinrat hinter den Namen des AfD-Kandidaten Bernhard Eisenhut ein Hakenkreuz gesetzt zu haben. Der Stimmzettel wurde für ungültig erklärt. Born bezeichnete sein Handeln später als „Kurzschlussreaktion“, mit der er habe ausdrücken wollen, dass Stimmen für die AfD „immer Stimmen für rechten Hass und Hetze“ seien.
Am 25. Juli 2025 trat Born als Landtagsvizepräsident zurück und aus der SPD-Landtagsfraktion aus. Er verzichtete auf eine erneute Landtagskandidatur, wollte sein Mandat aber bis zum Ende der Legislaturperiode behalten. Das SPD-Landespräsidium und die SPD Rhein-Neckar verlangten dagegen auch die Niederlegung des Mandats. Die Landtagsverwaltung erstattete unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen Strafanzeige gegen unbekannt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart stufte Borns Verhalten wegen der fehlenden Öffentlichkeit der Handlung als nicht strafbar ein und eröffnete kein Ermittlungsverfahren. Mit dem Ende der 17. Legislaturperiode schied er am 30. April 2026 aus dem Landtag aus.
Politische Schwerpunkte
Born fordert gebührenfreie Kindertagesstätten. Kita-Gebühren bezeichnete er als „Familiensteuer, die sofort abgeschafft werden muss“, und lehnte dabei das Verursacherprinzip ab.
Nach einem Besuch in Kiew im April 2023 unterstützte er das Konzept einer gesamtgesellschaftlichen Verteidigung gegen den russischen Überfall auf die Ukraine. Er betonte, dass die ukrainische Zivilgesellschaft und ihre gesellschaftlichen Netzwerke wesentlich zur Widerstandsfähigkeit des Landes beitrügen.
2024 forderte Born, Schulen sollten in ihren Bildungsplänen und Schutzkonzepten über die Gefahren der sogenannten „Loverboy-Methode“ aufklären, mit der Mädchen in die Prostitution gezwungen werden. Die AfD bezeichnete er als „rechtsextreme Partei“, die „ganze Bevölkerungsgruppen in ihrer Menschenwürde“ verletze.
Weitere Aufgaben und Mitgliedschaften
Born ist ehrenamtlicher Filmprüfer bei der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft und engagiert sich in verschiedenen Funktionen bei der Arbeiterwohlfahrt. Er gehört ehrenamtlich dem Medienrat der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg an und ist Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg von Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.
Daneben ist er Mitglied der Kuratorien der Bundesakademie Trossingen, der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg und des Landesverbands Theater in Schulen Baden-Württemberg. Als Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland unterstützt er deren Einsatz für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess.