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Columbian Exchange
Er trat als eine der Rückwirkungen der europäischen Expansion nach der Entdeckung Amerikas 1492 durch Christoph Kolumbus auf und trug beiderseits des …
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Grundidee und Bedeutung
Der Columbian Exchange, auf Deutsch etwa Kolumbianischer Austausch und im deutschsprachigen Raum bisweilen auch Kolumbus-Effekt genannt, bezeichnet die enorme Verbreitung und Wechselwirkung von landwirtschaftlichen Waren, Pflanzen, Tieren und Krankheitserregern zwischen der östlichen und der westlichen Hemisphäre. Der Ausdruck geht auf Forschungsarbeiten des US-amerikanischen Historikers Alfred W. Crosby zurück und wird seit den 1970er Jahren verwendet.
Der Austausch setzte als Folge der europäischen Expansion nach der Entdeckung Amerikas 1492 durch Christoph Kolumbus ein. Er veränderte ab dem 16. Jahrhundert die Naturgeschichte Europas und Amerikas und wirkte sich auch sozial, wirtschaftlich und politisch auf die Weltgeschichte der Neuzeit aus. Das Jahr 1492 dient dabei als allgemeines Stichdatum; je nach Region begannen die konkreten Folgen zu unterschiedlichen Zeiten.
Ausgetauschte Lebewesen und Produkte
Zur Alten Welt gehörten vor dem Austausch unter anderem Tiere wie Pferde, Esel, Schweine, Rinder, Ziegen, Schafe, Altweltkamele und die Westliche Honigbiene. Aus der Neuen Welt stammten unter anderem Truthuhn, Lamas, Alpakas und Meerschweinchen.
Bei den Pflanzen kamen aus der Alten Welt unter anderem Reis, Weizen, Gerste, Hafer, Roggen, Rüben, Zwiebeln, Kohl, Kopfsalat, Pfirsiche, Birnen, Zuckerrohr, Weintrauben, Kaffee, Bananen und Orangen. Aus der Neuen Welt stammten unter anderem Mais, Kartoffeln, Erdnüsse, Tomaten, Kürbisse, Ananas, Papayas, Avocados, Phaseolus-Bohnen, Kakao, Paprika, Süßkartoffeln, Tabak, Vanille, Chinarinde und Maniok.
Auch Krankheiten wurden übertragen. Aus der Alten Welt werden bakterielle Krankheiten wie Tuberkulose, Cholera und Beulenpest, virale Krankheiten wie Pocken, Gelbfieber und Masern sowie parasitäre Krankheiten wie Malaria genannt. Für die Neue Welt nennt der Artikel die Chagas-Krankheit und möglicherweise einen Syphilis-Stamm; diese Zuordnung wird als strittig markiert.
Folgen für Lebensweisen
Der Austausch von Pflanzen und Tieren wandelte europäische, amerikanische, afrikanische und asiatische Lebensarten um. Nahrungsmittel, die manche Völker zuvor nie gesehen hatten, wurden in einigen Regionen unverzichtbar. Praktisch keine Gesellschaft auf der Erde konnte sich den Auswirkungen entziehen. Dazu gehört auch der Kulturbau der Neobiota, also neu eingeführter Arten in einem Gebiet.
Beispiele zeigen die Tragweite: Kartoffeln waren vor 1492 außerhalb Südamerikas unbekannt, wurden aber im 18. Jahrhundert in Irland unverzichtbar. Das Pferd war der erste europäische Import nach Amerika und veränderte die Lebensweise vieler amerikanischer Ureinwohner auf den Prärien hin zu einem nomadischen Lebensstil mit der Jagd auf Bisons zu Pferde. Tomatensauce aus Tomaten der Neuen Welt wurde zu einem italienischen Wahrzeichen, während Kaffee und Zuckerrohr aus Asien zu wichtigen Anbaupflanzen Lateinamerikas wurden.
Der Artikel nennt weitere Gegensätze zur Zeit vor dem Austausch: Es gab keine Orangen in Florida, keine Bananen in Ecuador, keine Rinder und Milchprodukte in Argentinien, keine Kautschukbäume in Afrika, keine Viehwirtschaft in Texas und keine Schokolade in der Schweiz.
Krankheiten und Medienhinweis
Besonders verheerend war die Übertragung von Krankheiten aus Europa nach Amerika, weil die Ureinwohner Amerikas keine natürliche Immunität gegen viele der neuen Krankheiten hatten. Umgekehrt breiteten sich auch gefährliche Krankheitserreger von Amerika nach Europa aus; als Beispiel nennt der Artikel Syphilis.
Als weiterführendes Medium nennt der Artikel den szenischen Dokumentarfilm „1492 – Der Kolumbus-Effekt“ aus Deutschland/Frankreich von 2009. Buch und Regie stammen von Christina Trebbi; der Film ist eine Koproduktion von arte, ZDF und National Geographic Channel und dauert 91 Minuten.