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Cold War (1998)
Der Kalte Krieg (im Original: Cold War) ist eine Doku-Serie von CNN, die die Geschichte des Kalten Krieges zum Thema hat. Die 24-teilige Serie beschäftigt …
Inhalt5 Abschnitte
Gegenstand und Bedeutung
„Der Kalte Krieg“ (Originaltitel: „Cold War“) ist eine US-amerikanische Dokumentarserie von CNN über die Geschichte des Kalten Krieges. Sie umfasst 24 Folgen mit einer Länge von jeweils 45 Minuten und verbindet die Themen Geschichte und Politik. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten, der Sowjetunion und ihren jeweiligen Verbündeten – vor allem vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991.
Die Reihe ist als politische Enzyklopädie angelegt und galt Ende der 1990er-Jahre als eine der aufwendigsten Dokumentarproduktionen der Fernsehgeschichte. Etwa zehn der 24 Folgen konzentrieren sich inhaltlich auf Deutschland. Das Land wird dabei als „Nahtstelle“ des Kalten Krieges dargestellt. Die Dokureihe endet mit dem Mauerfall, dem Zerfall des Ostblocks und der Neuordnung der Jahre 1989 bis 1991.
Aufbau und erste Phase des Kalten Krieges
Die Folgen sind weitgehend chronologisch aufgebaut, behandeln aber teilweise überlappende Zeiträume. Die erste Folge, „Waffenbrüder gegen Hitler“, beginnt mit den Jahren 1917 bis 1945. Danach folgen der „Eiserne Vorhang“ (1945–1947), der Marshallplan (1947–1952) sowie Berlin-Blockade und Luftbrücke (1948–1949).
Weitere Folgen behandeln die Ausweitung des Konflikts: den Koreakrieg unter dem Titel „Der Kalte Krieg wird heiß“ (1949–1953), die Jagd auf den „Inneren Feind“ in den Jahren 1948 bis 1953 und die Entwicklung des Ostblocks nach Stalins Tod von 1953 bis 1956. Hinzu kommen der Wettlauf um Raketen und Satelliten (1949–1961), der Bau und die Bedeutung der Berliner Mauer (1958–1963), die Kubakrise (1959–1962), der Vietnamkrieg (1954–1968) und der Rüstungswettlauf der Supermächte (1960–1972).
Globale Konflikte und Ende des Ostblocks
Zwei Folgen stellen die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen der 1960er-Jahre gegenüber: „Make love – not war“ behandelt den Westen, „Roter Frühling“ den Osten. Anschließend richtet sich der Blick auf China von Maos Sieg bis zur „Mao-Dämmerung“ (1949–1972) und auf die Entspannungspolitik, also die Bemühungen um eine Verringerung der Spannungen, in den Jahren 1969 bis 1975.
Der globale Charakter des Kalten Krieges wird durch Folgen über Stellvertreterkriege in Nahost und Afrika (1967–1978), Lateinamerika als „Uncle Sam’s Hinterhof“ (1954–1990) und Afghanistan (1975–1988) verdeutlicht. Eine weitere Folge verfolgt die Spionagekonfrontation zwischen dem sowjetischen KGB und dem US-amerikanischen CIA von 1944 bis 1994.
Die letzten Folgen schildern die erneute Verschärfung des Konflikts von 1977 bis 1981, die Jahre Reagan und Gorbatschow von 1981 bis 1988, den Fall der Berliner Mauer 1989 sowie die Welt nach der Wende unter George H. W. Bush und Michail Gorbatschow von 1989 bis 1991.
Herstellung und Ausstrahlung
Produziert wurde die Serie von Pat Mitchell und Jeremy Isaacs, die bereits 1973 die ähnlich gestaltete Dokumentarserie „Die Welt im Krieg“ produziert hatten. Ted Turner finanzierte sie als Gemeinschaftsproduktion des Turner Broadcasting System und der BBC. Zu den Autoren gehörten Hella Pick, Jeremy Isaacs, Lawrence Freedman, Neal Ascherson, Hugh O’Shaughnessy und Germaine Greer. Kenneth Branagh sprach den Kommentar aus dem Off; Carl Davis komponierte die Titelmusik.
Jede Folge kombiniert historisches Filmmaterial mit Interviews bedeutender Persönlichkeiten und Zeitzeugen einschneidender Ereignisse. Für die Produktion wurden rund 8.000 Archivstücke gesichtet und Interviews in 31 Ländern gedreht.
Die Serie lief vom 27. September 1998 bis zum 4. April 1999 auf CNN in den USA und auf BBC Two im Vereinigten Königreich. In Deutschland zeigten sie WDR, MDR, NDR, ORB, 3sat, Phoenix und n-tv. Die deutsche Premiere der ersten Folge fand am 21. Februar 1999 im WDR statt. In der Schweiz strahlte SRF 1 die gesamte Reihe vom 23. Oktober 1999 bis zum 29. April 2000 aus.
Auszeichnungen
1998 erhielt die Serie von der britischen Producers Alliance for Cinema and Television den Archive Award für die beste Verwendung von Archivmaterial. Die RIAS Berlin Kommission verlieh Jeremy Isaacs Productions 1999 außerdem den RIAS-Sonderpreis. Gewürdigt wurde die „historisch kompetente und journalistisch fesselnde“ Darstellung des Kalten Krieges unter Verwendung schwer zugänglichen Archivmaterials.