Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Chronologie
Chronologie · 1 Zeit als physikalisches Phänomen · 2 Zeitordnung und Zeitrechnung: Natürliche, zyklische und lineare Chronologie. 2.1 Allgemeines; 2.2 Geschichte …
Inhalt6 Abschnitte
Begriff und Aufgaben
Chronologie ist die Lehre von der Zeit. Sie untersucht, wie Zeit geordnet, gemessen und zur Einordnung von Ereignissen verwendet wird. Der Begriff umfasst mehrere Bereiche: Zeit als physikalische Größe und ihre Messung durch die Chronometrie, Kalender und Jahreszählungen sowie die Datierung historischer und archäologischer Ereignisse.
In der Alltagssprache bezeichnet Chronologie außerdem die zeitlich geordnete Abfolge von Ereignissen in einem bestimmten Zusammenhang. Eine solche Abfolge kann beispielsweise als Zeitleiste oder Chronik dargestellt werden. Der Artikel weist darauf hin, dass einige seiner Angaben nicht ausreichend mit Belegen versehen sind.
Formen der Zeitordnung
Die natürliche kosmische Zeitordnung beruht auf regelmäßig beobachtbaren Vorgängen: dem Tag, dem Mondmonat und dem Sonnenjahr. Sie repräsentiert das physikalische Konzept der Zeit.
Davon werden zwei weitere Formen unterschieden. Die zyklische Zeitordnung organisiert wiederkehrende Zeitabschnitte in Kalendern. Die lineare Zeitordnung zählt Jahre von einem festgelegten Bezugspunkt aus. Zeitangaben können dabei beispielsweise als „vor heute“ beziehungsweise BP (englisch Before Present), „vor Christus“ (v. Chr.) oder „nach Christus“ (n. Chr.) ausgedrückt werden.
Entwicklung der Jahreszählung
Für das römische Altertum wird häufig eine Zählung ab dem angenommenen Gründungsjahr Roms genannt. Die systematische „Anno Urbis Conditae“-Jahreszählung, kurz AUC, entstand nach Darstellung des Artikels jedoch ebenso wenig bereits im Altertum wie die „Anno Domini“-Zählung. Sie wurde erstmals um das Jahr 400 vom iberischen Historiker Orosius systematisch verwendet.
Dionysius Exiguus kannte die AUC-Zählung wahrscheinlich, gebrauchte sie aber nicht. Papst Bonifatius IV. erkannte um das Jahr 600 vermutlich als Erster den Zusammenhang zwischen den beiden Systemen: AD 1 entspricht AUC 754.
Die von Dionysius Exiguus entwickelte „Anno Domini“-Ära enthielt nur Kalenderjahre nach Christus. Beda Venerabilis ergänzte sie zu einer vollständigen christlichen Jahreszählung mit Jahren vor Christus, aber ohne Jahr Null. Er verwendete dieses System erstmals umfassend zur Datierung historischer Ereignisse und gilt deshalb als wichtigster Chronologe des ersten Jahrtausends sowie als entscheidender Förderer der später weltweit üblichen Jahreszählung.
Für astronomische Berechnungen führten Philippe de La Hire 1702 und Jacques Cassini 1740 eine astronomische Jahreszählung ein. Sie stützten sich auf das 1583 von Joseph Scaliger vorgeschlagene Julianische System. Diese Zählung besitzt ein Schaltjahr Null, das dem Jahr 1 n. Chr. vorausgeht, aber nicht genau mit dem Jahr 1 v. Chr. übereinstimmt.
Relative, absolute und historische Datierung
In der Archäologie und in der Geologie beziehungsweise Paläontologie wird besonders zwischen relativer und absoluter Chronologie unterschieden. Daneben gibt es die historische Chronologie.
Die relative Chronologie vergleicht zwei Kontexte und bestimmt, ob sie gleich alt sind oder welcher von beiden älter beziehungsweise jünger ist. Sie weist also nicht unbedingt ein genaues Kalenderjahr zu. Ein typisches Beispiel ist der Vergleich von Keramikfunden aus verschiedenen archäologischen Schichten und deren Abgleich mit Funden anderer Fundstellen. Diese Methode stammt aus der Stratigraphie, der Untersuchung der Abfolge von Schichten.
Die absolute Chronologie ordnet Objekte oder Ereignisse möglichst jahrgenau in die Zeitskala des julianisch-gregorianischen Kalenders und der gegenwärtigen Jahreszählung ein. Grundlage sind gesicherte historische Aufzeichnungen und vor allem naturwissenschaftliche Verfahren. Dazu gehören die Dendrochronologie, bei der Baumringe ausgewertet werden, die Radiokarbonmethode und die Thermolumineszenzdatierung. In seltenen Fällen ermöglichen auch frühgeschichtliche Textquellen eine absolute Datierung, etwa wenn historische oder dynastische Angaben mit kosmischen Ereignissen verglichen werden, die sich durch moderne Wissenschaft überprüfen lassen.
Die historische Chronologie stützt sich hauptsächlich auf schriftliche Quellen. Weil das Wissen über alte Kulturen nicht lückenlos überliefert ist, werden ergänzend naturwissenschaftliche Methoden eingesetzt. Sie können feste zeitliche Ankerpunkte für einzelne chronologische Abschnitte liefern.
Aufbau umfassender Chronologien
Für eine umfassende und belastbare Chronologie einer Hochkultur müssen verschiedene Quellen und Teilchronologien miteinander verbunden werden. Zunächst werden relative Abfolgen einzelner Fundorte ermittelt. Diese werden mit absolut datierten Objekten oder Ereignissen verknüpft und schließlich mithilfe schriftlicher Quellen zu einem Gesamtsystem zusammengeführt.
Die astronomische Chronologie ist ein zusätzliches interdisziplinäres Fachgebiet zwischen Chronologie und Astronomie sowie eine Hilfswissenschaft der Geschichtswissenschaft. Gemeinsam mit Verfahren etwa aus der Archäologie oder der vergleichenden Textwissenschaft dient sie dazu, die zeitliche Abfolge historischer Ereignisse zu bestimmen.
Zeit in der Physik
In der Physik wird Zeit zusammen mit dem Raum betrachtet. Während die Chorologie als „Lehre vom Raum“ bezeichnet wird, dient die Chronologie allgemein als Methode, zeitliche Aspekte wissenschaftlich untersuchter Erscheinungen zu erfassen. Zur Behandlung der Zeit als physikalischer Größe gehört insbesondere die Chronometrie, also die Zeitmessung.