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Zeitleiste
Eine Zeitleiste (auch Zeittafel oder Zeitstrahl) ist eine Darstellung von Zeiträumen und Abfolgen zeitlicher Ereignisse in Form einer Graphik oder Tabelle.
Grundidee und Skalen
Eine Zeitleiste, auch Zeittafel oder Zeitstrahl, stellt Zeiträume und die Abfolge zeitlicher Ereignisse als Graphik oder Tabelle dar. Sie macht Zeit räumlich sichtbar und hilft dadurch, Ereignisse zeitlich einzuordnen und Entwicklungen zu vergleichen.
Die Reihenfolge kann als Ordinalskala dargestellt werden: Frühere Ereignisse stehen beispielsweise weiter oben, spätere weiter unten. Zusätzlich kann eine Intervallskala verwendet werden. Dann entspricht der räumliche Abstand dem zeitlichen Abstand: Je größer der Abstand zwischen zwei Punkten auf der Leiste ist, desto größer ist auch der Zeitraum zwischen den zugehörigen Ereignissen.
Formen und Verwendung
Ein Zeitstrahl ist meist eine gerade graphische Linie. Einzelne Ereignisse werden durch Markierungen eingetragen, die die Gerade kreuzen, ähnlich wie Zahlen auf einem Zahlenstrahl. Ein Zeitraum, etwa eine Epoche, wird als Abschnitt zwischen zwei Ereignissen dargestellt und kann farblich hervorgehoben werden. Ergänzende Texte oder Illustrationen können an den Ereignissen und Zeiträumen stehen.
Mehrere Zeitleisten können über- oder nebeneinander angeordnet werden. Dadurch lassen sich Entwicklungen vergleichen, die gleichzeitig stattfinden. Arno Peters’ „Synchronoptische Weltgeschichte“ ordnet Ereignisse aus allen Teilen der Welt und aus allen Lebensbereichen synchron in einer Zeitleiste an.
Künstlerisch gestaltete Zeitleisten können sich auch an Fassaden historischer Gebäude befinden. Aufwändigere Illustrationen historischer Ereignisse heißen Geschichtsfries.
Eine Zeittafel ist dagegen meist eine Tabelle. Sie listet Daten oder Zeiträume wie ein tabellarischer Lebenslauf in chronologischer Reihenfolge auf und kann in einer weiteren Spalte Informationen ergänzen. Üblicherweise beginnt sie mit dem frühesten Datum, kann aber auch rückläufig beim spätesten Datum beginnen. Die Encyclopedia Britannica verwendete Zeittafeln zuerst, um die historische Entwicklung einzelner Themen darzustellen.
Eine Chronologie sortiert meist nach Jahreszahlen oder Zeitabschnitten; gleich lange Abschnitte müssen dabei nicht gleich viel Text enthalten. Eine Chronik fasst Ereignisse oft unter systematischen Gesichtspunkten zusammen, ist wesentlich ausführlicher und meist in Prosaform geschrieben. Sie kann jedoch ebenfalls streng in gleich lange Zeitabschnitte gegliedert sein. Natürliche, leicht ablesbare Zeitleisten sind beispielsweise die Schichten von Sedimentgesteinen und die Jahresringe von Bäumen.
Beispiele für Ausrichtungen
Eine horizontale Zeitleiste kann die Periodisierung des Nordgermanischen darstellen; das genannte Beispiel baut auf der Liste der altnordischen Sprachen auf.
Eine vertikale Zeitleiste kann Amtszeiten untereinander anordnen. Das Beispiel verwendet die Regierenden Bürgermeister West-Berlins von 1948 bis heute. Es beginnt mit Ernst Reuter (SPD), der vom 1. Februar 1951 bis zum 29. September 1953 amtierte. Anschließend werden die Amtszeiten in zeitlicher Reihenfolge aufgeführt, einschließlich kommissarischer Amtsführung: Franz Amrehn (CDU) war vom 30. August bis 3. Oktober 1957 kommissarisch im Amt.
Die Liste zeigt auch, dass Personen mehrfach vorkommen können, wenn sie zu verschiedenen Zeiten amtieren: Eberhard Diepgen (CDU) amtierte vom 9. Februar 1984 bis 16. März 1989 sowie erneut vom 24. Januar 1991 bis 16. Juni 2001. Den Abschluss bildet Kai Wegner (CDU), im Amt seit dem 27. April 2023. So macht die vertikale Form sowohl Reihenfolge als auch Dauer einzelner Amtszeiten sichtbar.