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Choral

Das Wort Choral (lat. Adjektiv choralis zu gr. χορός chorós „Chor“) bezeichnet ursprünglich die einstimmige vokale Kirchenmusik der westkirchlichen Liturgie …

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Bedeutungen des Chorals
  2. 2. Instrumentale und weltliche Verwendung

Bedeutungen des Chorals

Choral bezeichnet ursprünglich die einstimmige vokale Kirchenmusik der westkirchlichen Liturgie. Dieser Gesang heißt auch Gregorianischer Choral oder cantus romanus. Im katholischen Bereich wird der Begriff bis heute in dieser Bedeutung verwendet. Die Choralmusik unterscheidet sich von der Figuralmusik, also mehrstimmig ausgestalteter Musik.

Im evangelischen Sprachgebrauch änderte und erweiterte sich die Bedeutung: Im 16. Jahrhundert wurde die Kirchenliedmelodie innerhalb eines mehrstimmigen Satzes als Choral bezeichnet. Sie bildete dort den cantus firmus, also die feststehende Hauptmelodie. Seit dem 18. Jahrhundert nennt man im Protestantismus auch das gesamte Gemeindelied aus Melodie und Text Choral. Ebenso heißen Kirchenliedstrophen, die in Kantaten oder Oratorien eingefügt sind, Choräle.

Instrumentale und weltliche Verwendung

Auch eine Bearbeitung eines Kirchenliedes für Orgel wird Choral oder genauer Orgelchoral genannt. Daneben bezeichneten Komponisten gelegentlich freie Orgelstücke mit kirchenliedähnlichen Themen als Choräle, beispielsweise César Francks Drei Choräle.

Im 19. und 20. Jahrhundert ging der Begriff außerdem in die weltliche Musik ein. Dort bezeichnet Choral eine feierlich oder „sakral“ wirkende, kirchenliedähnliche Passage: Die Melodie bewegt sich diatonisch, verwendet also vor allem die Töne einer Tonleiter, ist rhythmisch einfach und wird homophon gespielt, sodass die Stimmen im Wesentlichen gemeinsam fortschreiten. Solche Stellen werden häufig von Blechbläsern ausgeführt. Sie kommen unter anderem bei Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Anton Bruckner, Gustav Mahler und Béla Bartók vor.

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