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Capella Antiqua Bambergensis
Capella Antiqua Bambergensis ist ein auf mittelalterliche Musik spezialisiertes Ensemble, das seinen Sitz in Schloss Wernsdorf bei Bamberg hat.
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Überblick
Capella Antiqua Bambergensis ist ein Ensemble für mittelalterliche Musik. Es wurde 1984 gegründet und hat seinen Sitz in Schloss Wernsdorf bei Bamberg. Das Ensemble ist darauf spezialisiert, Musik des Mittelalters mit historischen Instrumenten aufzuführen. Seine Konzerte finden ausnahmslos unverstärkt statt, also ohne elektronische Verstärkung.
Zum Kern des Ensembles gehören Wolfgang Spindler, Andreas Spindler, Anke Spindler und Thomas Spindler. Als Solisten werden unter anderem David Mayoral, Murat Coskun und Jule Bauer genannt. Die Gruppe verbindet Konzertpraxis, Themenprogramme und Beiträge zu Ausstellungen über mittelalterliche Geschichte und Kultur.
Besetzung und Arbeitsweise
Das Kernensemble wird bei verschiedenen Themenprogrammen durch internationale Künstlerinnen und Künstler unterstützt. Genannt werden unter anderem David Mayoral, Udo Schenk, Murat Coskun, Tanja Kinkel, Paul Maar und Jule Bauer.
Seit 2010 unternimmt die Capella Antiqua mit dem Kinderbuch-Autor Paul Maar, Murat Coskun und Ibrahim Sarialtin im Projekt „Das fliegende Kamel“ literarisch-musikalische Reisen. Damit verbindet das Ensemble mittelalterlich geprägte Musik mit erzählerischen und literarischen Formen.
Die Musiker spielen in ihren Konzerten auf über 50 mittelalterlichen Instrumenten. Dazu gehören zum Beispiel Sackpfeifen, Drehleier, Krummhorn, Organetto, Psalter, Blockflöten, gotische Harfen, Schalmei, Oud, Laute, Darbouka, Fiedeln, Portativ und Dulcimer. Für Schülerinnen und Schüler ist wichtig: Diese Instrumente stehen für eine Aufführungspraxis, die sich an Klangfarben und Spielweisen alter Musik orientiert.
Ort und Auszeichnungen
Das Domizil der Capella Antiqua Bambergensis ist Schloss Wernsdorf, eine ehemalige fränkische Königsburg. Dort befindet sich auch der Verein zur Gründung der Kultur- und Sozialstiftung Schloß Wernsdorf e. V. Im Konzertsaal des Schlosses, der Platz für etwa 200 Besucher bietet, finden regelmäßig Konzerte statt.
Im Jahr 2002 wurde die Capella vom damaligen Bayerischen Kultusminister Hans Zehetmair beauftragt, in Schloss Wernsdorf das digitale Dokumentations-Zentrum für Alte Musik in Bayern zu errichten.
Das Ensemble erhielt mehrere Auszeichnungen. Genannt werden die Kulturpreise der Bayerischen Volksstiftung (1995), des Frankenbundes, der Familie von Tucher (1995) und der Oberfrankenstiftung (2000). 2006 wurde sein Engagement mit dem Kulturpreis Bayern der E.ON Bayern AG 2006 gewürdigt. Außerdem erhielt die Capella Antiqua 2014 den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ und 2015 den deutschen Medienpreis „LEOPOLD“.
Entwicklung und Projekte
Die Capella Antiqua Bambergensis ging 1983 aus dem Bamberger Ensemble für Alte Musik hervor, das damals bereits seit etwa 10 Jahren bestand. 1994 traf das Ensemble bei einer Preisverleihung auf den Rock-Musiker Peter Maffay. Daraus entstand ein gemeinsames Tabaluga-Projekt: Peter Maffay lieferte Idee und Komposition, die Musiker der Capella brachten die sogenannte Zauberharfe und alte Instrumente ein.
Bei der Bayerischen Landesausstellung „Kaiser Heinrich II.“ im Jahr 2002 in Bamberg sorgte das Ensemble für die musikalische Untermalung. Für die Bayerische Landesausstellung „Edel und frei – Franken im Mittelalter“ 2004 in Forchheim wirkte die Capella an der Konzeption eines Ausstellungsraums zum Thema mittelalterliche Musik mit. Außerdem war ihre Musik an verschiedenen Hörstationen zu hören.
Im August 2006 gestaltete das Ensemble musikalisch die Eröffnung der 29. Ausstellung des Europarats und Landesausstellung Sachsen-Anhalt „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ im Magdeburger Dom. Im Rahmenprogramm wurde im Kulturhistorischen Museum Magdeburg das Musik-Hörspiel „Codex Manesse“ gemeinsam mit Christian Brückner live uraufgeführt. 2010 trat die Capella Antiqua zur Eröffnung der Ausstellung „Die Staufer und Italien“ der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen in der Jesuitenkirche in Mannheim auf.
Aufnahmen
Die Diskographie zeigt, dass die Capella Antiqua Bambergensis ihre Arbeit häufig mit historischen Themen und Ausstellungen verbindet. Zu den Alben gehören „Klang der Staufer“, eine CD zur Ausstellung „Die Staufer und Italien“ (2010), „Klang der Gotik“ (2009), „Codex Manesse“, ein Musik-Hörspiel zur Großen Heidelberger Liederhandschrift mit Christian Brückner und weiteren Sprechern (2006), „Crana, Musik in einer Stadt vor 500 Jahren“ (2003) und „Kaiser Heinrich II., Musik für Kaiser und Könige“ (2002).
Weitere veröffentlichte Alben sind „Das Schloßkonzert vol.1, Die Orgel von Schloss Wernsdorf“ (2001), „Tabalugas Zauberharfe“ nach einer Idee von Peter Maffay (1998), „Die Fräuelein von Franken“ (1994), „Musikalisches Tafelkonfekt“ (1993), „E Dame jolie“ (1991) und „Heitere Musik aus Alten Zeiten“ (1989).