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Buddhistische Kunst
Ihren Ursprung hat sie auf dem indischen Subkontinent in den Jahrhunderten unmittelbar nach dem Tod des historischen Buddha Shakyamuni (ca. 563 bis 483 v. Chr.) …
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Grundlagen und frühe Symbolik
Buddhistische Kunst umfasst vor allem Architektur, Bildhauerei und Malerei mit Bezug zu Buddha, dem Dharma („Lehre“) und dem Buddhismus. Sie entstand auf dem indischen Subkontinent in den Jahrhunderten nach dem Tod des historischen Buddha Shakyamuni (ca. 563 bis 483 v. Chr.) und entwickelte in rund 2500 Jahren ein vielfältiges System von Ikonographie und Symbolik.
Die früheste buddhistische Kunst war anikonisch: Der Buddha wurde nicht in menschlicher Gestalt gezeigt. Die ältesten bekannten Werke gehören zur Architektur, besonders zu Stupas. Stupas waren ursprünglich hügelartige Bauwerke zur Aufbewahrung von Reliquien des Buddha und wurden später selbst zu wichtigen Symbolen. An ihnen entstanden auch frühe Flachreliefs. Die ältesten eindeutig buddhistischen Reliefs stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.
Wichtige Symbole ersetzten in dieser Phase die menschliche Darstellung des Buddha. Die Lotosblüte steht für Reinheit und die unbefleckte Buddhanatur; als geschlossene oder sich öffnende Blüte kann sie auch die Geburt Siddhartha Gautamas symbolisieren. Der Bodhi-Baum, eine Pappelfeige (Ficus religiosa), erinnert an den Ort, an dem der Buddha Bodhi, also „Erleuchtung“ oder „Erwachen“, erfuhr. Das Rad der Lehre, Sanskrit Dharmachakra, steht für die Vier Edlen Wahrheiten und den Achtfachen Pfad sowie für die erste Lehrrede in Sarnath. Der Löwe verweist auf Herrschaft und die königliche Herkunft des Buddha, der zur Zeit Ashokas auch „Löwe von Shakya“ genannt wurde. Der Fußabdruck, Sanskrit Buddhapada, zeigt sinnbildlich, dass Buddha das Dharma in die Welt „geprägt“ hat. Die Stupa selbst wurde als Sinnbild des Kosmos und besonders des Nirwana verstanden.
Eine erste Blüte erlebte die buddhistische Kunst unter König Ashoka (ca. 268–232 v. Chr.), der den Buddhismus auf dem indischen Subkontinent und darüber hinaus verbreitete. Im 2. und frühen 1. Jahrhundert v. Chr. gewannen Reliefs, Skulpturen und Malereien an Bedeutung, die Episoden aus Buddhas Leben zeigten. Sie dienten auch dazu, das Dharma Menschen zu erklären, die nicht lesen konnten. Buddha selbst blieb dabei meist durch Symbole vertreten. Als mögliche Gründe nennt der Artikel eine überlieferte Ablehnung eigener Bildnisse nach Buddhas Tod und die Vorstellung, dass ein Wesen, das alles Irdische und Materielle überwunden hatte, nicht angemessen bildlich darstellbar sei.
Figürliche Buddha-Bilder und indische Grundlagen
Ab etwa dem 1. Jahrhundert entstanden erste figürliche Darstellungen des Buddha, vor allem in Gandhara und Mathura. Im südlichen Indien hielt sich die symbolische Darstellung noch bis ins 2. Jahrhundert. Ob es schon früher Buddha-Bilder aus vergänglichen Materialien wie Holz, Stoff oder Blättern gab, ist nicht archäologisch belegt.
Gandhara lag im Gebiet des heutigen östlichen Afghanistan und nordwestlichen Pakistan, Mathura südlich des heutigen Delhi. Welche der beiden Regionen die älteren menschlichen Buddha-Darstellungen hervorbrachte, ist nicht eindeutig geklärt. Beide beeinflussten einander. Mathura war stärker in der hinduistisch-indischen Tradition verwurzelt. Gandhara stand dagegen unter hellenistischem Einfluss, der auf Kontakte seit Alexander dem Großen und auf spätere griechisch geprägte Reiche zurückging. Unter der Herrschaft der Kuschan, besonders unter König Kanischka, wurden Buddhismus und buddhistische Kunst gefördert.
Aus der Verbindung der indisch geprägten Kunst Mathuras und der hellenistisch beeinflussten Kunst Gandharas entstand der Graeco-Buddhismus, eine Formensprache, die für spätere buddhistische Stile grundlegend wurde. Gandhara brachte Merkmale wie gewelltes Haar, ein beide Schultern bedeckendes Gewand, Sandalen und Dekorationen mit Akanthus-Blättern ein. Mathura prägte feinere, eng am Körper liegende Gewänder, die nur die linke Schulter bedecken, den Lotos als Basis und das Dharmachakra in der Handfläche.
In der Gupta-Periode vom 4. bis 6. Jahrhundert entwickelte sich in Indien eine Buddha-Darstellung, die für fast alle buddhistischen Länder Asiens prägend wurde und sich im 7. bis 8. Jahrhundert allgemein durchsetzte: ein feingliedriger Körper in idealen Proportionen, lange durchstochene Ohrläppchen als Hinweis auf Buddhas Jugend als Prinz, ein Haarknoten am Scheitel als Zeichen seines asketischen Lebens und halb geschlossene Augen, die nach innen in meditative Versenkung gerichtet sind. Diese Darstellungen verbindet der Artikel mit einem idealisierenden Realismus. Ab dem 10. Jahrhundert wurde der Buddhismus in Indien durch erstarkenden Hinduismus und den aus dem Westen vordringenden Islam fast vollständig verdrängt.
Nördlicher Buddhismus in Zentral- und Ostasien
Mit der Ausbreitung des Buddhismus entstanden regionale Kunsttraditionen. Traditionell unterscheidet der Artikel zwischen südlichem Theravada-Buddhismus und nördlichem Mahayana-Buddhismus. Im nördlichen Buddhismus wurden Proportionen und Haltungen stärker idealisiert und als Zeichen der „Übermenschlichkeit“ des Erwachten verstanden. Der Mahayana-Buddhismus besitzt außerdem ein teils komplexes Pantheon, also eine Vielzahl von Buddhas und Bodhisattvas. Bodhisattvas sind Wesen, die auf dem Weg zur Erleuchtung stehen und für andere heilsam wirken.
Zentralasien war durch die Seidenstraße ein Begegnungsraum zwischen Indien, China, Persien und hellenistisch-römischen Einflüssen. Entlang der Handelswege verbreitete sich der Buddhismus; es entstanden Stupas, Klöster und buddhistische Reiche in Oasen. Besonders im Nordwesten des heutigen China, in Turkestan, im Tarimbecken und in Xinjiang, finden sich Höhlenklöster, Wandbilder, Reliefs, Leinwandbilder, Skulpturen und Ritualobjekte. Ältere Werke zeigen deutlich den Einfluss Gandharas. Zu diesem Erbe gehören auch die Buddha-Statuen von Bamiyan.
In China ist eine Verbreitung des Buddhismus ab dem 1. Jahrhundert gesichert. Ab dem 4. Jahrhundert entstand eine eigenständige buddhistische Kunst, vor allem in Bildhauerei, Wandmalerei und später Rollbildern. Dargestellt wurden Shakyamuni, Amitabha, Vairocana und Bodhisattvas wie Avalokiteshvara. In den nördlichen Dynastien des 5. und 6. Jahrhunderts entwickelten sich teils abstrakte und schematische Formen. Bekannt sind die Longmen-Grotten ab dem 5. Jahrhundert. In der Tang-Dynastie nahm der Austausch mit Indien zu; chinesische Mönche wie Xuanzang reisten nach Indien. Die Figuren wurden runder, natürlicher und stärker von Gupta-Vorbildern beeinflusst. Ab dem 7. Jahrhundert entstand ein eigener chinesischer Stil. 845 verbot Tang Wuzong fremde Religionen; auch der Buddhismus wurde verfolgt, Klöster wurden aufgelöst und viele Kunstwerke zerstört. Dadurch kam die Entwicklung buddhistischer Kunst in China weitgehend zum Stillstand. Der Chan-Buddhismus blieb als Tradition erhalten und wurde später in Japan zum Zen.
Korea lernte den Buddhismus im 6. Jahrhundert über China und Kontakte mit zentral- und nordasiatischen Steppenvölkern kennen. Koreanische Kunst verband chinesische Einflüsse mit eigenen geometrisch-abstrahierten Formen und bevorzugte bald klarere, weniger ausgeschmückte Darstellungen transzendenter Buddhas wie Vairocana. Diese Tradition beeinflusste Japan stark.
Japan erreichte der Buddhismus ebenfalls im 6. Jahrhundert durch Mönche aus Korea und China. In der Nara-Zeit (710–794) wurden durch Reisen nach Tang-China Skulpturen, Bilder und Schriften übernommen. Es entstanden große Tempel und Skulpturen, darunter der Daibutsu im Tōdai-ji aus dem Jahr 749. In der Heian-Zeit (794–1185) wandte sich die Kunst esoterischen Schulen mit Buddhas wie Vairocana, Amitabha und Maitreya zu; Holz wurde das bevorzugte Material, Mandalas wurden wichtig. In der Kamakura-Zeit (1185–1333) erreichte die japanische buddhistische Bildhauerei mit realistischen Holzfiguren, bemalten Oberflächen und Glasaugen einen letzten Höhepunkt. Zen entwickelte ab dem 12. und 13. Jahrhundert besondere Kunstformen wie Shodō, Zen-Gärten, Sumi-e, Haiku, Ikebana, Sadō und Kyūdō. Der Schaffensakt galt dabei selbst als religiöse Praxis auf dem Weg zur Erleuchtung, japanisch Satori.
Tibet, Himalaya und Vietnam
In Tibet und der Himalaya-Region prägte der Vajrayana die buddhistische Kunst. Vajrayana bedeutet „Diamant-Fahrzeug“ und entstand im 5. bis 6. Jahrhundert in Nordindien aus buddhistischen Lehren und brahmanisch-hinduistischen Traditionen wie Mantras, Yoga und Brandopfern. Im 8. bis 9. Jahrhundert wurde der tantrische Buddhismus durch Padmasambhava, auch Guru Rinpoche, in Tibet eingeführt. Die frühe tibetische Kunst stand in der Tradition des Graeco-Buddhismus und zeigte Einflüsse aus Bengalen und China.
Besonders wichtig wurden Mandalas. Ein Mandala ist eine genau festgelegte Darstellung eines „himmlischen“ oder „göttlichen“ Palastes, meist mit einem Buddha oder Bodhisattva im Zentrum, oft in einem Quadrat innerhalb eines Kreises. Je nach Motiv können weitere Buddhas, Bodhisattvas, Götter, Dämonen, bedeutende Mönche, Ritualgegenstände, Gebäude oder geometrische Formen eingebunden sein. Mandalas dienten und dienen als Meditationsobjekte, die helfen sollen, sich auf ein Motiv und seinen Lehrinhalt zu konzentrieren. Eine besondere Form ist das Sand-Mandala: Mönche legen es in tagelanger Arbeit aus farbigem Sand und zerstören es nach der Vollendung sofort wieder, etwa indem der Sand in einen Fluss gestreut wird. Auch Tempelanlagen konnten nach Mandalas angeordnet sein. Tibetische Skulpturen bestanden vor allem aus Holz und Metall, selten aus Stein; nach dem 16. Jahrhundert wuchs der Einfluss chinesischer Stile.
Vietnam wird trotz seiner Lage in Südostasien traditionell dem nördlichen Buddhismus zugerechnet, weil der Buddhismus dort vor allem über China bekannt wurde. Im Norden, Tonking, standen vom 1. bis 9. Jahrhundert chinesischer Einfluss, Konfuzianismus und Mahayana-Buddhismus im Vordergrund. Im Süden, in Funan und Champa, kamen indische Einflüsse über den Seeweg direkt an, während der Hinduismus lange vorherrschte. Der südliche „indisierte“ Stil ähnelte der Kunst der Khmer der Angkor-Periode und blieb bis ins 15. Jahrhundert bestehen, bis Champa 1471 von Vietnam erobert wurde und sich in den 1720er Jahren vollständig auflöste. Erhalten sind Tempel und Sandsteinfiguren der Cham. Holz wurde früh verwendet; das älteste bekannte Beispiel ist eine Buddha-Statue aus Hartholz aus dem 6. Jahrhundert. Während der Mac-Dynastie vom 15. bis 17. Jahrhundert erlebte die buddhistische Kunst Vietnams eine Blüte, darunter eine Avalokiteshvara-Statue von 1656.
Südlicher Buddhismus in Sri Lanka und Südostasien
Der südliche Buddhismus verbreitete sich im 1. Jahrtausend in Sri Lanka und über Seehandelswege von Indien nach Südostasien. In Regionen wie Bagan in Myanmar, Thailand, Funan und Angkor in Kambodscha, Champa in Vietnam und Indonesien fanden zunächst Mahayana, Theravada und Hinduismus Anhänger. Ab der Mitte des 2. Jahrtausends wurde der von Sri Lanka kommende Theravada im kontinentalen Südostasien vorherrschend. Mit indischen Glaubenssystemen verbreiteten sich auch Sprachen und Schriften wie Pali, Sanskrit und Devanagari sowie künstlerische Formen.
Sri Lanka war seit mehreren Jahrhunderten vom Theravada geprägt, als der Buddhismus in Indien im 7. Jahrhundert an Bedeutung verlor. Mahayana-Einflüsse sind durch einzelne Funde wie eine Tara-Bronze aus dem 8. oder 9. Jahrhundert belegt. Wichtig waren Reliquien wie der Zahn des Buddha im Zahntempel von Kandy und der Mahabodhi-Baum in Anuradhapura, der aus einem Zweig des Baumes gewachsen sein soll, unter dem Buddha Erleuchtung erlangte. Ein eigener Bautyp war der Bodhighara, ein Schrein für den lebenden Bodhi-Baum. Die Stupa wurde in Sri Lanka zur glatten, glockenähnlichen Dagoba weiterentwickelt und wurde zum Vorläufer des thailändischen Chedi und des laotischen That. Typisch sind auch „Mondsteine“, halbkreisförmige Schwellensteine mit Pflanzen- und Tiermotiven, die symbolisch vom Irdischen in die innere Welt führen. Buddha-Bilder orientierten sich an Amaravati- und Gupta-Traditionen und zeigten Buddha oft meditierend im Lotossitz oder liegend beim Eintritt ins Parinirvana.
Myanmar war als Nachbar Indiens früh indischen Einflüssen ausgesetzt. Der Überlieferung nach lernten die Mon bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. durch Gesandte Ashokas den Buddhismus kennen. Frühe Tempel wie Peikthano datieren zwischen dem 1. und 5. Jahrhundert. Vom 11. bis 13. Jahrhundert entstanden im Reich von Bagan tausende Stupas und Tempel, von denen heute noch etwa 2000 sichtbar sind.
In Indonesien, besonders auf Java und Bali, wirkten seit dem 1. Jahrhundert indisch-buddhistische Einflüsse. Das buddhistische Königreich Sri Vijaya (ca. 8.–13. Jahrhundert) übernahm unter der Sailendra-Dynastie vor allem Mahayana- und Vajrayana-Traditionen. Zu den wichtigsten Werken gehören der Tempelberg Borobudur, das größte buddhistische Bauwerk der Welt, und eine Statue der weiblichen Bodhisattva Prajnaparamita.
In Kambodscha entstand mit Funan im 1. Jahrhundert ein frühes Handelsreich, das stark von Indien geprägt war. Im Khmer-Reich von Angkor dominierten zunächst Shiva und Vishnu, doch unter König Jayavarman VII. erlebte der Buddhismus ab dem 12. Jahrhundert eine neue Blüte. Bedeutend sind der Bayon mit Türmen, die Gesichter des Bodhisattva Avalokiteshvara, hier Lokeshvara, zeigen, und Ta Prohm, eine Prajnaparamita geweihte Kloster-Universität. Am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert wurde König Srindravarman erster Khmer-Herrscher des Theravada. Danach wurden keine großen Tempelanlagen mehr gebaut; Buddha-Statuen bestanden eher aus Gold und Bronze als aus Stein.
In Thailand und Laos prägten zunächst indische, später Angkor- und Sri-Vijaya-Einflüsse die Kunst. Ab dem 13. Jahrhundert setzte sich der Theravada durch, gleichzeitig entstand Sukhothai. Buddha-Figuren wurden schlanker, klarer und weniger ausgeschmückt, mit weich fließenden Formen, transparent wirkenden Gewändern und einem ovalen Kopf mit Flamme, Sanskrit ketumala. Die Ayutthaya-Zeit vom 14. bis 18. Jahrhundert verfeinerte diesen Stil. Eine Besonderheit Thailands ist der schreitende Buddha. In Laos wurden Holz, Bemalung und Lack bevorzugt; ab dem 16. Jahrhundert entstanden besonders schlanke Buddha-Statuen mit sehr langen Armen und Beinen.
Moderne buddhistische Kunst
Im 20. und 21. Jahrhundert bleibt die Herstellung buddhistischer Bildnisse, Ritualobjekte und Bauten in vielen asiatischen Ländern stark traditionell orientiert. Körperhaltungen, Handgesten, Mudras, durchstochene Ohren, Haartracht und Symbole wie Bodhi-Baum, Lotos und Dharmachakra sind in ihrer Bedeutung kanonisiert, also verbindlich festgelegt. Neue Statuen und Bilder folgen überlieferten Mustern; wichtiger als individueller Ausdruck ist meist die religiöse Symbolik.
Daneben entstanden durch Kontakte mit westlicher Kultur moderne Ausdrucksformen. Besonders in Japan, Thailand, Südkorea, Sri Lanka und Bali greifen Künstler Motive der buddhistischen Ikonographie auf und verbinden sie mit westlichen Kunstformen oder mit Weiterentwicklungen regionaler Stile. Diese Werke haben zwar religiösen Hintergrund, sind aber meist eher Kunst als Objekte religiöser Praxis. Sie übernehmen Buddha-Bildnisse, bekannte Statuen oder buddhistische Formensprache und stellen sie in neue Zusammenhänge.
In Indien war der Buddhismus mit Ausnahme weniger Gebiete im Himalaya-Vorland ab dem 12. Jahrhundert verschwunden. Britische Kolonialherren legten später verlassene Tempel frei und begannen Restaurierungen, etwa in Sanchi, Ajanta und am Mahabodhi-Tempel von Bodhgaya. Mitte des 20. Jahrhunderts griffen Anhänger des Reformers B. R. Ambedkar, des ersten Justizministers des unabhängigen Indien, buddhistische Traditionen wieder auf. Ambedkar sah den Übertritt zum Buddhismus als Ausweg für Dalits, die „Kastenlosen“. Repliken und Fotografien alter Buddha-Bilder wurden als religiöse Objekte genutzt; aus Japan, Tibet, Sri Lanka und Thailand kamen Statuen und Bilder hinzu. Da die neue buddhistische Kultur Indiens noch jung ist, entstand noch kein fester ikonographischer Kanon. Alte buddhistische Stile mischen sich dort mit farbenfrohen Formen hinduistischer Alltagskunst.