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Boomwhacker

Ein Set mit mehreren Boomwhackers ist auf eine bestimmte Tonleiter gestimmt und kann als Melodieinstrument verwendet werden. Boomwhackers werden häufig in der …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Einordnung
  2. 2. Klang und Spielweise
  3. 3. Tonhöhen und Sets
  4. 4. Verwendung im Unterricht und auf der Bühne
  5. 5. Entstehung und Verbreitung

Grundidee und Einordnung

Boomwhackers sind Musikinstrumente aus der Gruppe der Schlagidiophone. Das bedeutet: Der Klang entsteht, wenn das Instrument selbst durch Anschlagen in Schwingung gerät. Sie bestehen aus unterschiedlich langen und dicken Kunststoffröhren. Man schlägt sie seitlich auf einen Gegenstand, gegeneinander oder manchmal mit einem Schlägel an.

Ein Set aus mehreren Boomwhackers ist auf eine bestimmte Tonleiter gestimmt und kann deshalb als Melodieinstrument verwendet werden. Besonders häufig werden Boomwhackers in der musikalischen Früherziehung eingesetzt, außerdem teilweise für Klangeffekte in anderen musikalischen Formen.

Klang und Spielweise

Boomwhackers funktionieren nach dem Prinzip eines Stampfrohrs: Beim Anschlagen wird die Luft im Inneren der Röhre in Schwingung versetzt. Dadurch entsteht ein Ton mit bestimmter Tonhöhe.

Wenn eine beidseits offene Röhre an einer Seite mit einer Oktavkappe verschlossen wird, klingt sie um eine Oktave tiefer. Eine Oktave ist der Abstand zwischen zwei Tönen mit gleichem Namen, bei dem der höhere Ton doppelt so hoch schwingt wie der tiefere. Werden beide Enden mit Kappen verschlossen und wird die Röhre innen mit Rasselkörpern gefüllt, entsteht eine Gefäßrassel.

Üblicherweise schlägt man Boomwhackers gegeneinander, auf den eigenen Körper oder auf einen Gegenstand. Man kann sie aber auch in einer Halterung befestigen und mit Schlägeln darauf spielen, ähnlich wie auf einem Xylophon. Durch Druck auf die Außenseite lässt sich die Tonhöhe verändern.

Tonhöhen und Sets

Boomwhackers für verschiedene Tonhöhen sind verschieden lang. Außerdem bestehen sie aus verschiedenfarbigem Kunststoff. Gleiche Töne in verschiedenen Oktavlagen haben in der Regel dieselbe Farbe, damit man sie leichter zuordnen kann.

Boomwhackers existieren derzeit nur im Tonraum der C-Dur-Tonleiter. Sie sind meist als pentatonischer Satz oder als diatonischer Satz erhältlich. Pentatonisch bedeutet, dass eine Tonleiter aus fünf Tönen besteht. Diatonisch bezeichnet hier die Töne einer gewöhnlichen Dur- oder Molltonleiter. Wer andere Tonarten spielen oder begleiten möchte, braucht ein chromatisches Ergänzungsset. Chromatisch bedeutet, dass auch die Zwischentöne enthalten sind.

Verwendung im Unterricht und auf der Bühne

Boomwhackers werden oft von Performancekünstlern eingesetzt, zum Beispiel von der Blue Man Group. Im Musikunterricht nutzen Lehrkräfte sie, um grundlegende Konzepte von Rhythmus, Harmonie und Melodie zu vermitteln.

Ein wichtiger Vorteil ist, dass größere Gruppen gemeinsam musizieren können. Dadurch kann eine Lehrkraft alle Schülerinnen und Schüler einbinden. Ebenso kann ein Künstler sein Publikum am Musizieren beteiligen.

Entstehung und Verbreitung

Der Erfinder Craig Ramsell aus Sedona im US-Bundesstaat Arizona entwickelte die Idee Mitte der 1990er Jahre. Beim Zerkleinern von Pappröhren für einen Recycling-Container bemerkte er deren musikalisches Potenzial. Danach experimentierte er mit verschiedenen Größen und Materialien und entwickelte daraus eine Geschäftsidee.

Zu dieser Zeit nutzten viele Künstler recycelte Materialien für Percussions-Darbietungen. Für musikpädagogische Zwecke eignen sich fertig produzierte Boomwhackers besser als improvisierte Instrumente aus Recyclingmaterial, weil sich musikalische Darbietungen damit einfacher reproduzieren lassen.

Der Name „Boomwhacker“ wurde 1998 in den Vereinigten Staaten patentiert und ist seit 2009 eine Registered Trade Mark der Rhythm Band Instruments LLC. In der musikalischen Früherziehung sind Boomwhackers so etabliert, dass einige Softwarehersteller Funktionen zum automatischen Generieren farbiger Noten in ihre Notensatzprogramme integriert haben.

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