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Aufstand der Tiere
Titel, Aufstand der Tiere ; Originaltitel, Animal Farm ; Produktionsland, Vereinigtes Königreich ; Originalsprache, Englisch ; Erscheinungsjahr, 1954.
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Überblick
Aufstand der Tiere (Originaltitel: Animal Farm) ist ein britischer Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1954 von John Halas und Joy Batchelor. Er basiert auf der Fabel „Farm der Tiere“ von George Orwell aus dem Jahr 1945. Mit 72 Minuten Länge gilt er als erste europäische Zeichentrickfilmproduktion in Langspieldauer. Nach Orwells Tod sicherte sich der US-amerikanische Geheimdienst CIA die Filmrechte, um sich im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion zu positionieren. Die Fabel handelt vom Totalitarismus: Eine Schreckensherrschaft wird durch eine andere ersetzt. Der Film wurde 1956 für den British Academy Film Award in der Kategorie „Bester Animationsfilm“ nominiert. George Orwell (1903–1950) beschäftigte sich in seinen Romanen mit politischen Herrschaftssystemen, besonders der Diktatur; eines seiner bekanntesten Werke ist der Roman 1984. Seine Werke zählen zum Genre der Dystopien.
Handlung
Die Handlung weicht teilweise von der Romanvorlage ab, insbesondere das Ende unterscheidet sich deutlich vom Buch. Die Schweine machen im Film keine gemeinsame Sache mit den Menschen, sondern lösen eine „animalische Weltrevolution“ aus. Dabei gelangen auf jedem Bauernhof die Schweine an die Macht und setzen sich zum Ziel, die anderen Tiere mit immer weniger Nahrung immer mehr arbeiten zu lassen. In der letzten Szene starten die unterdrückten Tiere eine zweite Revolution gegen die Herrschaft der Schweine, die dadurch gestürzt wird. Die Tiergestalten sind metaphorisch angelegt: Die Schweine stehen allegorisch für Personen wie Karl Marx und Lenin (Old Major), Leo Trotzki (Schneeball) und Stalin (Napoleon). Jahre nach Erscheinen des Films wurde bekannt, dass die politisch motivierten Anpassungen in vielen Fällen von Beratern der CIA angeregt worden waren.
Veröffentlichung und Altersfreigabe
Welturaufführung war am 29. Dezember 1954 im Paris Theatre in New York City. Die deutsche Premiere fand im Juni 1955 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele in Berlin statt. Die Erstausstrahlung im westdeutschen Fernsehen war am 29. April 1958; 1982 gab es eine erneute Aufführung in Deutschland. In Australien war die Premiere 1961 auf dem Adelaide Film Festival. Der Film wurde bisher in zehn Sprachen synchronisiert. Bei der Altersfreigabe ist der Film eine Besonderheit, da seine Handlung für einen Kinderfilm eigentlich zu komplex ist. In Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Japan ist er für alle Altersgruppen freigegeben. Für Grundschüler freigegeben ist er unter anderem in Deutschland (FSK 6), Dänemark (ab 7) und Finnland (ab 8). Andere Länder stufen ihn als Jugendfilm ein, der für Kinder unter 12 ungeeignet ist: USA (auf Google Play ab 14), Niederlande (ab 14) und Schweden (ab 15).
Rezeption
Mit dem Ende der 1950er Jahre ging die „Golden age of American Animation“ genannte Phase der Ton-Trickfilme zu Ende, die seit 1930 (durch die Erfindung von Technicolor) zunehmend in Farbe produziert wurden. Der Cartoon-Markt war von Walt-Disney-Unterhaltungsfilmen und humoristischen Kurzfilmen wie Tom und Jerry geprägt. Ein Zeichentrickfilm, der nicht als Familienfilm vorgesehen war, war daher ein echtes Novum. Der spätere Labour-Politiker Gerald Kaufman schrieb, niemand, der sich für Kino interessiere, dürfe diesen Film verpassen; er merkte aber an, dass die umfangreichen Änderungen der Textvorlage vermutlich politisch motiviert seien. Der Kritiker Bosley Crowther (New York Times) bemerkte, die realistisch dargestellte Gewalt gehe weit über das hinaus, was man von Walt-Disney-Filmen gewohnt sei, und warnte: „Don’t make the mistake of thinking it is for children just because it is a cartoon.“ Das Lexikon des internationalen Films nannte den Film eine „formal und in der pointierten Aussage teilweise bestechende Bearbeitung des Romans von George Orwell, der vom Autor als Polemik gegen die im Stalinismus endende russische Revolution gedacht war“. Die Zeitschrift Cinema hob hervor, dass der Film mitten im Kalten Krieg von der CIA finanziert wurde; der Geheimdienst habe auf einem weniger resignativen Finale bestanden. Fazit: „Trickklassiker mit interessanter Finanzierung.“
Synchronisation
In der Originalfassung sind nur zwei Sprecher zu hören: Gordon Heath als Erzähler und Maurice Denham, der alle anderen Stimmen und Tierlaute sprach. Die deutsche Bearbeitung von Eberhard Cronshagen griff dagegen auf mehrere Sprecher zurück, darunter: Wilhelm Borchert (Erzähler), Eduard Wandrey (Old Major), Hans-Dieter Zeidler (Schneeball), Arnold Marquis (Napoleon), Horst Gentzen (Quieker), Heinrich Riethmüller (Boxer), Gerd Duwner (Schafe), Martin Hirthe (Bauer Jones), Erich Kestin (Pilkington) und Hans Hermann Schaufuß (Frederik).