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Arma Christi
Mit Arma Christi oder Leidenswerkzeuge (auch Passionswerkzeuge, lateinisch Arma Christi, Marterwerkzeuge Jesu, Waffen Christi) werden Waffen, Foltergeräte …
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Was sind die Arma Christi?
Die Arma Christi (lateinisch für „Waffen Christi“) oder Leidenswerkzeuge, auch Passions- oder Marterwerkzeuge genannt, sind Waffen, Foltergeräte und andere Gegenstände, die mit dem Leiden und Sterben Jesu Christi (der Passion) in Verbindung stehen. Ihre Darstellung in der christlichen Ikonographie (Bildwelt) ist seit dem späten Mittelalter üblich. Sie erscheinen häufig auf Bildern des Jüngsten Gerichts, des Heiligsten Herzens Jesu und der sogenannten Gregorsmesse. Da die Passionswerkzeuge als Waffen zur Überwindung von Sünde und Tod gelten, werden sie auch als Siegeszeichen verstanden.
Reliquien der Leidenswerkzeuge
Einige Leidenswerkzeuge zählen zu den sogenannten Christusreliquien. Der Überlieferung nach ließ Helena, die Mutter Kaiser Konstantins des Großen, im Heiligen Land nach Gegenständen suchen, die direkt mit dem Leiden und Sterben Christi zusammenhingen – allen voran das Heilige Kreuz. Reliquien wie die Heilige Lanze, der Heilige Schwamm und Kreuznägel wurden etwa ab dem Jahr 1000 verehrt. Nach dem Ende der Kreuzzüge tauchte eine Fülle neuer Reliquien auf, und weitere kamen hinzu, nachdem die Leidenswerkzeuge seit dem ausgehenden 14. Jahrhundert vermehrt Gegenstand der Andachtsliteratur und Frömmigkeit geworden waren.
Die wichtigsten dargestellten Werkzeuge
Vor allem werden folgende Leidenswerkzeuge dargestellt: das Kreuz mit dem Titulus crucis (meist INRI), die Dornenkrone Christi, die Geißelsäule, Geißeln oder Ruten, der mit Essig oder Galle getränkte Schwamm an einem Rohr, die Lanze, mit der ein römischer Soldat Jesus die Seitenwunde zufügte, Kreuznägel mit Hämmern sowie das Schweißtuch der Veronika.
Häufig mitdargestellte Gegenstände
Sehr verbreitet sind zusätzlich diese Gegenstände und Symbole: das Spottzepter und der purpurne Mantel, den Jesus bei der Verspottung trug; der Kelch vom letzten Abendmahl; das nahtlose Gewand Jesu (Heiliger Rock); Spielwürfel, mit denen die Soldaten um das Gewand würfelten; Gefäße für Galle und Essig; Leitern der Kreuzabnahme; Hand oder Faust wegen der Schläge beim Verhör; Zangen zur Entfernung der Kreuznägel; Salbölgefäße zur Grablegung; das Grabtuch; Felsengrab oder Sarkophag; Sonne und Mond (wegen der Sonnenfinsternis bei der Kreuzigung); Geldstücke oder -säckchen für die 30 Silberlinge, den Verräterlohn des Judas Iskariot; der Hahn wegen der Verleugnung durch Petrus; Stricke oder Ketten; Fackeln, Laternen, Schwerter und Stäbe der Gefangennahme; das Schwert des Petrus (manchmal mit dem abgeschlagenen Ohr des Dieners); Köpfe beteiligter Personen wie Judas Ischariot oder der Hohepriester Kaiphas sowie eine Augenbinde.
Beispiele in der Kunst
Die Leidenswerkzeuge begegnen in vielen berühmten Werken: im Fresko „Verspottung Christi“ von Fra Angelico in Zelle 7 des Klosters San Marco in Florenz (um 1440), auf Sterbebildchen (wie einem von 1894 mit den Arma Christi und weiteren ikonographischen Attributen) sowie in den Lünetten (Bogenfeldern) von Michelangelos Fresko „Das Jüngste Gericht“, wo Engel das Kreuz und die Dornenkrone beziehungsweise die Geißelsäule und den Stab mit dem essiggetränkten Schwamm halten.