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Aposiopese
... Ellipse (phatische Ellipse) eine rhetorische Figur, bei der ein Satz abgebrochen wird und der letzte Teil durch eine Pause ersetzt wird. Aus diesem …
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Begriff und Kennzeichen
Die Aposiopese ist eine rhetorische Figur, also ein sprachliches Gestaltungsmittel. Sie ist eine Sonderform der Ellipse, genauer eine phatische Ellipse: Ein Satz wird abgebrochen, und sein letzter Teil wird durch eine Pause ersetzt. Im Deutschen heißt sie deshalb auch „Abbruch im Satz“.
Wichtig ist, dass der fehlende Satzteil nicht einfach zufällig ausgelassen wird. Der Abbruch wirkt bedeutungsvoll: Die Zuhörenden oder Lesenden sollen erkennen, dass etwas nicht ausgesprochen wird, und den Gedanken gegebenenfalls selbst ergänzen. Mit dem Satzbruch (Anakoluth) ist die Aposiopese verwandt, aber nicht gleichzusetzen.
Wirkungen und Sonderform
Ein Satzabbruch kann unterschiedliche Funktionen haben. Er kann emotionale Überwältigung und Pathos, also eine besonders starke Gefühlswirkung, ausdrücken. Ebenso kann er eine unausgesprochene Drohung andeuten. Der unvollständige Satz lässt dann offen, was geschehen würde, und kann gerade dadurch eindringlich wirken.
Eine Aposiopese kann auch zeigen, dass jemand den Faden verloren hat oder nach einem Wort sucht. In diesem Fall kann sie als Aufforderung zur Hilfe verstanden werden. Häufig verweist sie außerdem auf gemeinsames Wissen: Die Fortsetzung wird als unnötig behandelt, weil der Dialogpartner sie in Gedanken oder laut ergänzen soll.
In der heutigen Umgangssprache kommt eine Form vor, bei der ein an einen Hauptsatz angeschlossener Nebensatz direkt nach der Konjunktion abgebrochen wird und danach ein weiterer Hauptsatz folgt: „Die Idee ist ganz gut, obwohl … völlig überzeugt bin ich noch nicht.“
Eine Sonderform ist die apotropäische Aposiopese. Dabei bleibt der Satz unvollendet, damit ein heiliger oder verfluchter Name nicht ausgesprochen und damit nicht „berufen“ werden muss.
Beispiele und verwandte Figuren
Kurze Beispiele sind „Caesar kam, sah und …“, „Guck mal, das ist ein …“ und „Der kann mich mal …“. In allen Fällen bleibt die Aussage offen; der fehlende Teil kann aus dem Zusammenhang erschlossen werden.
In der Literatur wird die Figur unter anderem verwendet in Heinrich von Kleists „Penthesilea“: „Was! Ich? Ich hätt ihn –? Unter meinen Hunden –? Mit diesen kleinen Händen hätt ich ihn –?“ Weitere Beispiele stammen aus Lessings „Emilia Galotti“, Schillers „Die Räuber“, Goethes „Faust I“, Sternes „Tristram Shandy“, Dantes „Göttliche Komödie, Hölle IX, 7–9“ sowie Vergils „Aeneis“. Dort lautet die abgebrochene Wendung „Quos ego –“, auf Deutsch: „Euch werd’ ich –“.
Verwandte Stilfiguren
Als verwandte Stilfiguren nennt der Artikel Anakoluth, Adynaton, Ellipse und Vexierreim. Die Ellipse ist besonders wichtig, weil die Aposiopese als deren Sonderform eingeordnet wird.