Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Analytik
Unter Analytik (vom griech. ἀναλύειν analyein ‚auflösen') versteht man die Wissenschaft, die sich mit der Durchführung einer systematischen Untersuchung …
Inhalt4 Abschnitte
Grundidee der Analytik
Analytik ist die Wissenschaft von der systematischen Untersuchung eines Sachverhalts oder Gegenstands. Dazu wird der Gegenstand mithilfe der Logik in die Faktoren oder Komponenten getrennt, die ihn bestimmen. Dieser Untersuchungsprozess heißt Analyse. Analytik ist wichtig, weil sie komplexe Zusammenhänge in einzelne Bestandteile gliedert und diese dadurch genauer untersuchbar macht.
Mathematik
In der Mathematik bedeutet analytische Geometrie, geometrische Gebilde wie Punkte, Geraden und Kurven in algebraische Beziehungen, also Zahlenverhältnisse, aufzulösen. Sie nutzt ein Koordinatensystem. Gesucht wird eine mathematische Formel, mit der voneinander abhängige Zahlenwerte berechnet werden können.
Solche Formelzusammenhänge erlauben eine konstruktive Darstellung geometrischer oder allgemein graphischer Gebilde und heißen deshalb auch analytische Zuordnungen. Analytik ist hier die Lehre von solchen formelhaften Schlüssen und Beweisen.
Philosophie
Bei Aristoteles ist Analytik die Kunst der Begriffszergliederung, also die Logik (analytike [techne]). Bei Kant stellt die transzendentale Analytik „die Elemente der reinen Verstandeserkenntnisse u. die Prinzipien vor, ohne welche überall kein Gegenstand gedacht werden kann“ (KrV B 87). Zu diesen allgemeinen Elementen gehören nach Kant die Kategorien; dies behandelt die metaphysische Deduktion (KrV B 95, 106, 159).
Analytik ist für Kant ein Mittel zur Beurteilung und kein Instrument, um inhaltliche Erkenntnis hervorzubringen; sie gehört zum Erläuterungsurteil (KrV B 95 f.). Er unterscheidet den empirischen Gebrauch von Begriffen vom reinen Gebrauch. Der reine Gebrauch ist von aller Erfahrung unabhängig, macht Erfahrung erst möglich und heißt apriorisch. Mit juristischer Terminologie unterscheidet Kant die Frage quid juris nach dem prinzipiellen Anspruch auf Erkenntnis von der Frage quid facti nach empirisch-konkreten Tatsachen (KrV B 116 f.).
Die Analytische Philosophie ist eine moderne, in Fortsetzung des Neupositivismus in England entwickelte philosophische Strömung. Sie fand vor allem in den USA und in einzelnen osteuropäischen Ländern Verbreitung.
Psychologie, Chemie und Astronomie
In der Psychologie verfolgte die Elementenpsychologie analytische Verfahren. Psychoanalyse und Analytische Psychologie nahmen bei seelischen Vorgängen einen Strukturzusammenhang an und hatten ähnliche Zielsetzungen. Die Strukturalisten vertraten dabei einen analytischen Standpunkt, während Funktionalisten eine synthetische Betrachtungsweise verfolgten.
In der Chemie bezeichnet Analytik, genauer Analytische Chemie, den Teilbereich der Untersuchungstechniken zur Zusammensetzung von Stoffen. Die Theoretische Astronomie verwendet analytische Modelle von Prozessen und ergänzt sie durch mathematisch-physikalische Simulationsrechnungen.