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All the Things She Said

All the Things She Said (deutsch „All die Dinge, die sie sagte“) ist ein Lied des russischen Popduos t.A.T.u., das 2002 als Single aus ihrem …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und musikalische Gestaltung
  3. 3. Musikvideo und Kontroverse
  4. 4. Charts, Verkäufe und Auszeichnungen
  5. 5. Kritiken und Veröffentlichungsformen

Überblick und Bedeutung

„All the Things She Said“ (deutsch: „All die Dinge, die sie sagte“) ist ein 3:34 Minuten langes Lied des russischen Popduos t.A.T.u. Es erschien 2002 als Single aus dem englischsprachigen Debütalbum „200 km/h in the Wrong Lane“ und wurde zum größten Erfolg der Gruppe sowie zu ihrem internationalen Durchbruch.

Das Lied ist die englische Fassung von „Ja soschla s uma“ (Я сошла с ума). Als erste Single einer russischen Musikgruppe erreichte es die Charts in Großbritannien und Australien; in beiden Ländern stand es auf Platz eins. Weltweit verkaufte sich die Single über sechs Millionen Mal, erreichte in zwölf Ländern die Chartspitze und erhielt zahlreiche Gold- und Platinauszeichnungen.

Entstehung und musikalische Gestaltung

Die englische Textfassung schrieben Trevor Horn und Martin Kierszenbaum nach dem russischen Original. Als weitere Textverantwortliche nennt das Albumbooklet Sergio Galoyan, Jelena Kiper und Waleri Poljenko, die den russischen Text verfasst hatten. Auch der damalige Manager Iwan Nikolajewitsch Schapowalow wird genannt: Er erklärte Horn und Kierszenbaum die Bedeutung der russischen Worte. Die englische Version ist keine wortgleiche Übersetzung. Verworfene Demo-Refrains lauteten unter anderem „I have lost my mind! I need her“ und „I’m going mad! She is in my head“.

Interscope Records und Universal Music veröffentlichten die Single am 18. August 2002 in Europa. Sie war t.A.T.u.s erste englischsprachige Veröffentlichung als Single und im Zusammenhang mit einem Album. Trevor Horn produzierte sie.

Musikalisch ist das Stück ein mittelschnelles Pop-Rock-Lied mit 90 bpm (Schlägen pro Minute). Es verbindet Einflüsse aus Electronica, Europop, R ’n’ B und Hard Rock. Ein träumerisches Synthesizer-Intro leitet den Song ein; ab dem ersten Refrain prägen Gitarren und kräftige Schlagzeugklänge den Pop-Rock-Stil. Die Teile zwischen den Refrains sind ruhiger und stärker vom R ’n’ B beeinflusst. Stephen Thomas Erlerwine von Allmusic bezeichnete den Stil als „harten Europop“. Die russische Version enthält deutlich mehr elektronische Elemente.

Der Text handelt von einem Mädchen, Wolkowa, das sich in ein anderes Mädchen, Katina, verliebt und dafür verurteilt wird: „They say it’s my fault / but I want her so much“. Außerdem geht es um den Versuch, die Gefühle zu unterdrücken, und um den Wunsch, gemeinsam an einen Ort zu fliehen, an dem beide frei sein können. Trotz einzelner Textänderungen bleibt der Inhalt gegenüber der russischen Version gleich.

Musikvideo und Kontroverse

Das Musikvideo trug wesentlich zum Erfolg bei. Die Sängerinnen tragen katholische Schuluniformen, küssen sich und werden dabei von einer Menschenmenge hinter einem Maschendrahtzaun beobachtet. Die Menge reagiert staunend, entsetzt und misstrauisch. Im Verlauf akzeptieren die beiden ihre Gefühle; am Ende gehen sie Hand in Hand von der Menge in Richtung Sonnenaufgang fort. Der Zaun soll verdeutlichen, dass nicht die Mädchen eingesperrt sind, sondern die Zuschauer in ihren Denkmustern gefangen bleiben.

Katina und Wolkowa antworteten auf Fragen zu ihrer Beziehung zunächst oft ausweichend oder widersprüchlich. Später erklärten sie in Interviews häufiger, nicht lesbisch zu sein. Jelena Katina sagte 2005, das erste Video habe Liebe zwischen zwei Mädchen dargestellt, ohne dass sie behauptet hätten, lesbisch zu sein.

Das Video löste bereits in Russland Aufregung aus. Besonders in Großbritannien wurde es kontrovers diskutiert, da dort bei der Veröffentlichung über Pädophilie debattiert wurde und die Sängerinnen minderjährig waren. Kritiker nannten das angeblich lesbische Verhältnis der beiden oft als einen wichtigen Erfolgsgrund. Für das englische Video wurde die englische Tonspur in das Video zu „Ja soschla s uma“ eingesetzt; Gesangsszenen entstanden am 1. Juli 2002 neu in Moskau.

Charts, Verkäufe und Auszeichnungen

Der Titel war international besonders erfolgreich. In Russland stand die englische Single 16 Wochen auf Platz eins; die russische Version hatte die dortige Hitparade 18 Wochen lang angeführt. In Frankreich erreichte sie Platz 2 und war dort drei Wochen lang platziert. In Dänemark stand sie eine Woche auf Platz eins, in den USA zwei Wochen auf Platz 20.

In Großbritannien erschien die Single am 27. Januar 2003. In der ersten Woche wurden mehr als 100.000 Exemplare verkauft. Sie erreichte sofort Platz eins, blieb dort vier Wochen und war t.A.T.u.s erster und einziger britischer Nummer-eins-Hit sowie das erste Lied aus Russland an der Spitze der UK-Singlecharts. 2020 erhielt sie dort für 600.000 verkaufte Exemplare Platin. In Neuseeland stand sie nach sechs Wochen drei Wochen lang auf Platz eins; in Australien erreichte sie für zwei Wochen Platz eins. Auch dort war sie der erste Nummer-eins-Hit aus Russland. In Japan wurden über 500.000 Exemplare verkauft; der Titel stand sieben Wochen auf Platz eins.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichte die Single jeweils Platz 1 und blieb 24, 30 beziehungsweise 32 Wochen in den Charts. In den Jahrescharts 2003 lag sie in Deutschland auf Rang 5, in Österreich auf Rang 4, in der Schweiz auf Rang 21 und im Vereinigten Königreich auf Rang 6. In Rumänien kam sie nur bis Platz 3; auch in mehreren osteuropäischen Staaten waren die englischsprachigen Veröffentlichungen weniger erfolgreich als frühere russischsprachige Titel.

Für Musikverkäufe erhielt die Single insgesamt 6× Gold und 13× Platin; die aufgeführten zertifizierten Verkäufe betragen 2.475.000. Zu den Auszeichnungen gehören unter anderem 2× Platin in Deutschland für 600.000, 2× Platin im Vereinigten Königreich für 1.200.000 und 2× Platin in Neuseeland für 60.000 Exemplare. Im Oktober 2004 erhielten Komponisten des Liedes, darunter Iwan Schapowalow und Jelena Kiper, den BMI Pop Award. Nach Schätzung der BMI wurde das Lied 2003 weltweit etwa zwei Millionen Mal im Radio gespielt.

Kritiken und Veröffentlichungsformen

Kritiken wurden häufig von Skandalen und Gerüchten um das Duo begleitet, doch mehrere Rezensionen hoben das Lied von anderen Popproduktionen ab. Die BBC beschrieb es als „Rock-angehauchtes Fest, mit engelhaftem Gesang und einem üppigen 80er-Jahre Gefühl“ und betonte die eingängige Melodie. James Delingpole vom „Daily Telegraph“ nannte es „ganz und gar fantastisch“ sowie „zynischen und gut verarbeiteten Pop“. Billboard verwies auf lieblich gesungene Strophen, einen angsterfüllten Refrain und Synthesizer-Klänge; drownedinsound.com bezeichnete es als „leidenschaftlicher, schwindelerregender Pop“.

Die Single erschien je nach Land in unterschiedlichen Ausgaben. Die Radio-Version ist allen aufgeführten Fassungen gemeinsam. Mehrere Ausgaben enthielten den Bonustrack „Stars“, die russische Version „Ja soschla s uma“, Remixe von Dave Audé, weitere Remixe oder ein Musikvideo. Die Japan-Version enthielt zusätzlich eine Instrumental-Version.

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