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Electronica (Musik)

Electronica ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Stilarten elektronischer Musik, wie z. B. IDM, Drum and Bass, Big Beat und verschiedene …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Musikalische Merkmale
  3. 3. Begriffsentwicklung
  4. 4. Künstlerbeispiele

Überblick

Electronica ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Stilarten elektronischer Musik. Dazu gehören zum Beispiel IDM, Drum and Bass, Big Beat und Downbeat-Genres wie Trip-Hop, Dub und Lounge-Musik. Im weiteren Sinn werden auch Techno, House, Electro und Electroclash dazugezählt.

Electronica gilt als Teil der elektronischen Tanzmusik, also Electronic Dance Music (EDM). Das ist auch dann der Fall, wenn manche Stile wegen abstrakter oder fehlender Rhythmusstrukturen kaum tanzbar sind und eher zum Zuhören gedacht sind. Dafür werden auch die Begriffe Electronic Listening Music oder Home Listening Music verwendet.

Nicht eingeschlossen sind in dieser Definition andere elektronische Tanzmusik-Genres, die besonders mit den 1980er Jahren verbunden werden, etwa EBM, Synthiepop oder New Beat. Diese beruhen oft auf klassischen Songstrukturen wie Strophe und Refrain und haben laut Artikel keinen Bezug zu afro-amerikanischer, groove-orientierter Musik.

Musikalische Merkmale

Electronica entwickelte sich stark durch Fortschritte in der Musiktechnologie. Wichtig waren elektronische Musikinstrumente, Synthesizer, Musiksequenzer und digitale Audio-Workstations. Ein Synthesizer erzeugt Klänge elektronisch; ein Sequenzer ordnet Töne oder Klangereignisse zeitlich an; eine digitale Audio-Workstation ist eine Software-Umgebung zum Aufnehmen, Bearbeiten und Produzieren von Musik.

Durch diese Technik konnten einzelne Personen oder kleine Gruppen elektronische Songs und Aufnahmen herstellen. Auch Musik-Samples, also kurze übernommene Klang- oder Musikstücke, und Loops, also wiederholte Klangschleifen, wurden wichtige Bausteine der Komposition.

Diese Möglichkeiten führten zu kreativem Experimentieren und zur Entwicklung neuer Formen elektronischer Musik, von denen einige später unter Electronica zusammengefasst wurden.

Begriffsentwicklung

Die Bezeichnung „Electronica“ wurde 1983 zunächst für ein Musikfestival in Sheffield verwendet: „UK Electronica – Future Age Music Festival“. Das Festival wurde später in London veranstaltet. Dort traten Künstler aus dem Ambient-, Industrial- und Experimental-Elektronik-Umfeld auf, zum Beispiel Lightwave, Konstruktivists oder Tangerine Dream.

Als musikalische Dachbezeichnung wurde „Electronica“ erst mit der schnellen Entwicklung neuer Stile der elektronischen Tanzmusik in den 1990er Jahren wichtig. Besonders in Nordamerika griff die Musikindustrie den Begriff auf. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre verbreitete er sich weltweit über Medien wie Fernsehen, Zeitschriften und Musikkompilationen.

Roger Dean beschreibt im „Oxford Handbook of Computer Music“ von 2009, dass „Electronica“ in den späten 1990er Jahren als Bezeichnung für unterschiedliche EDM-Stile und deren Abstraktionen auftauchte. In Nordamerika wurde der Begriff weniger breit verwendet als in Europa; einige sahen ihn kritisch als bewusst eingesetzten Marketingbegriff für populäre elektronische Musik.

Künstlerbeispiele

Mit Electronica werden viele Künstlerinnen, Künstler und Gruppen verbunden. Der Artikel nennt unter anderem Aphex Twin, The Orb, Massive Attack, The Chemical Brothers, The Prodigy, Portishead, Goldie, Squarepusher, Röyksopp, Underworld und Flume.

Diese Beispiele zeigen, dass Electronica kein einzelner eng abgegrenzter Stil ist, sondern ein Sammelbegriff für unterschiedliche elektronische Musikrichtungen und Produktionsweisen.

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