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Powerchord
Im Grunde ist ein Powerchord ein terzloser Dreiklang – quasi ein Zweiklang, eigentlich kein Akkord, denn er besteht nur aus Grundton und Quinte. Er kann aber …
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Grundidee und Definition
Ein Powerchord, englisch power chord oder Powerakkord, ist eine vor allem in der Rockmusik beim E-Gitarren-Spiel verbreitete Zusammenklangvariante. Im Grunde ist er ein terzloser Dreiklang: Er besteht nur aus Grundton und Quinte und ist damit eher ein Zweiklang als ein vollständiger Akkord.
Trotzdem kann ein Powerchord harmonisch wie ein Akkord verwendet und gedeutet werden. Da die Terz fehlt, ist er „geschlechtslos“: Für einen einzelnen Powerchord ist ohne weiteren harmonischen Kontext nicht feststellbar, ob er zu Dur oder Moll gehört.
Aufbau und Varianten
Der Quintton kann über oder unter dem Grundton gespielt werden. Liegt die Quinte über dem Grundton, entsteht eine Variante mit Quintabstand; liegt sie darunter, ergibt sich eine Variante mit Quartabstand. Durch Verdoppelung von Tönen in Oktaven können Powerchords auch drei oder mehr Töne enthalten.
Oft wird zusätzlich zum Grundton und zur Quinte der oktavierte Grundton ergänzt. Dadurch wirkt der Powerchord kräftiger. Dieser Klang entspricht dem Quint-Oktav-Klang beziehungsweise Quint-Oktav-Griff der linken Hand beim Klavier; scherzhaft wird dieser dort auch „Affengriff“ genannt. Ein Powerchord mit einer Quarte kann deshalb als Quint-Oktav-Griff ohne Grundton gedeutet werden.
Einsatz in Rock und Metal
Powerchords werden vorwiegend in der Rockmusik auf der E-Gitarre eingesetzt und sind auch im Metal weit verbreitet. Ein wichtiger Grund ist, dass sie bei verzerrtem Gitarrensignal nicht dissonant klingen. Verzerrung kann vollständige Akkorde mit Terz rau oder unklar wirken lassen; Powerchords bleiben durch den einfachen Aufbau aus Grundton und Quinte klanglich stabil.
Das Spiel mit Powerchords hat gewisse Ähnlichkeit mit der Praxis des Musizierens in Quartabständen im Mittelalter. Dies wird als ein Grund genannt, warum sich manche Musikstücke aus dem Mittelalter gut zu Rockversionen umarbeiten lassen.
Notation und Beispiele
In der Akkordsymbolschrift wird ein Powerchord über dem Grundton C meist als C^{5} oder C5 notiert. Seltener erscheinen Schreibweisen wie C^{no3}, C^{omit3} oder C^{3}. Die Schreibungen mit „no3“ oder „omit3“ weisen darauf hin, dass die Terz fehlt.
Beispiele für Powerchords mit Grundton C sind c^{1} – g^{1} sowie c^{1} – g^{1} – c^{2}. Durch Umkehrung ergibt sich g^{1} – c^{2}. Die Hochindizes kennzeichnen dabei die Oktave.
Auf der Gitarre kann zum Beispiel in Standardstimmung ein besonders kräftiger E^{5}-Akkord entstehen, wenn die A-Saite im siebten und die D- und G-Saiten im neunten Bund gegriffen werden; daraus resultiert ein sechsstimmiger Klang.
Bekannte Stücke
Als erster Hit mit prominenten Powerchords wird das Instrumentalstück „Rumble“ von Link Wray aus dem Jahr 1958 genannt. Weitere bekannte Stücke mit Powerchords sind „Sweet Jane“ von Lou Reed, „You Really Got Me“ von den Kinks und „Won’t Get Fooled Again“ von The Who.