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Bezifferung

3 und 4 zeigen an, dass gleichzeitig Terz, Quarte und Sexte zum Basston erklingen sollen. Der entstehende Terzquartakkord (Terzquartsext-Akkord) wird von der …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundprinzip der Bezifferung
  2. 2. Dreiklänge und Veränderungen
  3. 3. Vierklänge und ihre Umkehrungen
  4. 4. Weitere Zeichen und Spielanweisungen

Grundprinzip der Bezifferung

Die Bezifferung bezeichnet in der musikalischen Notation der Generalbass-Praxis Zahlen und Zeichen, die unter oder über einer Basslinie stehen. Sie zeigen an, welche Oberstimmen ein Generalbass-Spieler als harmonisch-akkordische Ergänzung zur Bass-Stimme spielen soll.

Die Generalbass-Bezifferung ist eine reine Intervall-Schrift: Ihre Zahlen geben die Abstände der Oberstimmen vom jeweiligen Basston an. Der Generalbass beschreibt einen Klang also ausgehend vom Basston. Die Akkordlehre betrachtet ihn dagegen von seinem Grundton aus, der nicht mit dem Basston übereinstimmen muss. Für das praktische Generalbass-Spiel ist die Kenntnis des Grundtons bedeutungslos.

Dreiklänge und Veränderungen

Steht beim Basston kein Symbol, ergänzt der Spieler grundsätzlich Terz (3) und Quinte (5). Dadurch entsteht ein Dreiklang in Grundstellung.

Alterationszeichen wie Kreuz (♯), Be (♭) und Auflösungszeichen (♮) verändern Intervalle. Stehen sie allein, beziehen sie sich grundsätzlich auf die Terz über dem Basston. In Verbindung mit einer Ziffer verändern sie das durch diese Ziffer bezeichnete Intervall. Ohne Alterationszeichen werden die leitereigenen Intervalle gespielt. Eine halbtönige Erhöhung kann statt durch ♯ auch durch eine durchgestrichene Ziffer angezeigt werden.

Die Ziffer 5 macht die normalerweise selbstverständliche Quinte ausdrücklich sichtbar. Das ist nötig, wenn die Quinte verändert oder vorgehalten wird.

Die Ziffer 6 verlangt neben der Terz eine Sexte statt der Quinte. So entsteht ein Sextakkord oder Terzsextakkord. In der Akkordlehre gilt er als 1. Umkehrung eines Dreiklangs, bei der dessen Terzton im Bass liegt.

Die Kombination 6/4 verlangt Quarte und Sexte statt Terz und Quinte. Sie kann einen Quart-Sext-Vorhalt, einen Quart-Sext-Wechsel oder einen eigenständigen Quartsextakkord bezeichnen. Die Akkordlehre versteht den Quartsextakkord als 2. Umkehrung eines Dreiklangs, bei der der Quintton im Bass liegt.

Vierklänge und ihre Umkehrungen

Die Ziffer 7 ergänzt die selbstverständliche Terz und Quinte um eine Septime. Dadurch entsteht ein Septakkord in Grundstellung.

Die Kombination 6/5 fordert Terz, Quinte und Sexte über dem Bass. Der entstehende Quintsextakkord gilt in der Akkordlehre als 1. Umkehrung eines Vierklangs, bei der der Terzton im Bass liegt.

Bei 4/3 erklingen gleichzeitig Terz, Quarte und Sexte zum Basston. Dieser Terzquartakkord, auch Terzquartsext-Akkord genannt, wird als 2. Umkehrung eines Vierklangs betrachtet; dabei liegt der Quintton im Bass.

Die Ziffer 2 verlangt Sekunde, Quarte und Sexte über dem Bass. Der daraus entstehende Sekundakkord oder Sekundquartsextakkord ist nach der Akkordlehre die 3. Umkehrung eines Vierklangs, bei der der Septimton im Bass liegt.

Weitere Zeichen und Spielanweisungen

Eine allein stehende 4 bedeutet, dass zusammen mit der Quinte eine Quarte statt der Terz gespielt wird. Meist ist diese Quarte ein Vorhalt, also ein zunächst festgehaltener Ton, der sich anschließend zur Terz auflöst. Diese Bewegung wird als 4-3 notiert.

Die Kombination 5/2 verlangt Sekunde und Quinte statt Terz und Quinte. Meist bewegt sich der Bass danach um eine Sekunde abwärts, während die Oberstimmen unverändert bleiben. Über dem neuen Basston entsteht dadurch ein Sextakkord. Die Akkordlehre deutet diese Klangverbindung als Quart-Vorhalt im Bass.

Ein waagerechter Strich zeigt an, dass die Oberstimmen unverändert auf der vorherigen Harmonie liegen bleiben sollen.

Die Angabe 0 oder „t. s.“ steht für „tasto solo“: Es sollen keine Akkorde, sondern ausschließlich die Bass-Stimme erklingen, gegebenenfalls zusätzlich im Unisono in der höheren Oktave.

Lernvideos zu Bezifferung

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