Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

A/V-Verhältnis

Bei gegebenem Volumen weist von allen Körpern die Kugel die kleinste Oberfläche auf. Bei wachsendem Volumen nimmt das A/V-Verhältnis bei allen Körpern ab, da …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Bedeutung
  2. 2. Skalierung geometrischer Körper
  3. 3. Physiologische Bedeutung
  4. 4. Bedeutung in der Bauphysik
  5. 5. Beispiele und verwandtes Verhältnis

Grundidee und Bedeutung

Das Oberfläche-zu-Volumen-Verhältnis, kurz A/V-Verhältnis, ist der Quotient aus der Oberfläche A und dem Volumen V eines geometrischen Körpers: A/V. Seine Dimension ist 1/Länge.

Bei gegebenem Volumen besitzt die Kugel von allen Körpern die kleinste Oberfläche. Mit wachsendem Volumen nimmt das A/V-Verhältnis bei allen Körpern ab, weil die Oberfläche quadratisch, das Volumen dagegen kubisch, also in der dritten Potenz, wächst. Dadurch haben größere Körper im Verhältnis zu ihrem Volumen weniger Oberfläche.

Das ist unter anderem für die Abkühlung wichtig. Die Abkühlung erfolgt proportional zur Größe der Oberfläche. Da die Oberfläche beim Größerwerden langsamer wächst als das Volumen, kühlen größere Massen langsamer ab als kleine. Dies erklärt auch die im Artikel genannte ökogeographische Beobachtung: Kaiserpinguine in der Antarktis sind größer und behalten dadurch mehr Wärme, während Galápagos-Pinguine nahe dem Äquator Wärme eher abgeben wollen. Dieser Zusammenhang wird mit der Bergmannschen Regel und der Allometrie in Verbindung gebracht.

Skalierung geometrischer Körper

Werden die drei Kantenlängen a, b und c eines Quaders jeweils verdoppelt, vervierfacht sich seine Oberfläche A, während sich sein Volumen V verachtfacht. Für den Quader gilt zunächst:

V₁ = a · b · c

Nach der Verdopplung gilt: V₂ = 2a · 2b · 2c = 8 · a · b · c = 8 · V₁

Die Oberfläche beträgt zunächst: A₁ = 2 · a · b + 2 · b · c + 2 · a · c

Nach der Verdopplung gilt: A₂ = 2 · 2a · 2b + 2 · 2b · 2c + 2 · 2a · 2c = 4 · A₁.

Beim Würfel mit Kantenlänge a lauten die entsprechenden Formeln V₁,W = a · a · a = a³ und A₁,W = 6 · a · a = 6a². Verdoppelt man die Kantenlänge eines Würfels, vervierfacht sich seine Oberfläche und verachtfacht sich sein Volumen.

Dasselbe Skalierungsprinzip gilt für den Zylinder, wenn Durchmesser und Höhe verdoppelt werden. Auch bei einer Kugel verachtfacht sich das Volumen, wenn ihr Durchmesser verdoppelt wird. Große Körper besitzen deshalb eine für die Wärmespeicherung günstigere Relation von Volumen zu Oberfläche.

Physiologische Bedeutung

Der Stoffaustausch einer Zelle erfolgt über ihre Oberfläche. Die Aufnahme und Abgabe von für den Stoffwechsel wichtigen Molekülen findet über die Zellmembran statt, die dabei als Phasengrenzfläche wirkt. Deshalb ist das Verhältnis von Zelloberfläche zu Zellvolumen für die Funktion einer Zelle wichtig.

Je kleiner eine Zelle oder ein Körper ist, desto weniger Volumen besitzt er im Verhältnis zu seiner Oberfläche. Eine stoffwechselaktive Zelle ist daher meist klein, weil bei einem kleinen Zellkörper das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen günstiger ist als bei einer großvolumigen Zelle.

Soll eine Zelle aufgrund evolutionären Drucks gleichzeitig großvolumig und stoffwechselaktiv sein, muss ihre Oberfläche zusätzlich vergrößert werden. Das kann durch Falten oder Ausstülpungen geschehen. Als Beispiel nennt der Artikel den Osteoklasten.

Bei Organismen verschiedener Größe führt das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen zu ökogeographischen Beobachtungen, beispielsweise zur Bergmannschen Regel.

Bedeutung in der Bauphysik

In der Bauphysik und beim Wärmeschutznachweis ist das A/V-Verhältnis eine wichtige Kenngröße für die Kompaktheit eines Gebäudes. Es wird als Quotient aus der wärmeübertragenden Hüllfläche und dem beheizten Gebäudevolumen berechnet. Zur wärmeübertragenden Hüllfläche gehören Flächen, über die ein Gebäude Wärme an die Umwelt abgibt, zum Beispiel Wände, Fenster und Dach.

Ein geringeres A/V-Verhältnis bedeutet bei gleichem Gebäudevolumen eine kleinere wärmeübertragende Außenfläche. Pro Kubikmeter Volumen ist dann weniger Energie erforderlich, um die Wärmeverluste über die Gebäudehülle auszugleichen. Große Gebäude haben naturgemäß kleinere A/V-Verhältnisse als beispielsweise Einfamilienhäuser.

Für Einfamilienhäuser nennt der Artikel typische Werte zwischen 0,8 und 1,0 1/m. Bei großen, kompakten Gebäuden sind Werte bis unter 0,2 1/m möglich.

Beispiele und verwandtes Verhältnis

Für verschiedene Körper werden Oberfläche, Volumen und A/V-Verhältnis angegeben. Bei einer charakteristischen Länge a beziehungsweise beim Radius r gelten:

  • Tetraeder: Oberfläche √3 · a², Volumen (√2 · a³)/12, A/V = (6√6)/a ≈ 14,697/a; A/V-Verhältnis pro Raumeinheit: 7,21.
  • Würfel: Oberfläche 6a², Volumen a³, A/V = 6/a; pro Raumeinheit: 6.
  • Oktaeder: Oberfläche 2√3 · a², Volumen (√2/3) · a³, A/V = (3√6)/a ≈ 7,348/a; pro Raumeinheit: 5,72.
  • Dodekaeder: Oberfläche 3√(25 + 10√5) · a², Volumen (1/4)(15 + 7√5) · a³, A/V ≈ 2,694/a; pro Raumeinheit: 5,31.
  • Ikosaeder: Oberfläche 5√3 · a², Volumen (5/12)(3 + √5) · a³, A/V ≈ 3,970/a; pro Raumeinheit: 5,148.
  • Kugel: Oberfläche 4πr², Volumen 4πr³/3, A/V = 3/r; pro Raumeinheit: 4,836.

Ein analoger Zusammenhang gilt für das Verhältnis von Umfang zu Flächeninhalt bei einer Fläche. Wird der Radius eines Kreises verdoppelt, verdoppeln sich Durchmesser und Umfang, während sich der Flächeninhalt vervierfacht:

U₂ = 2πr₂ = 2U₁ A₂ = πr₂² = 4A₁ U₂/A₂ = (1/2) · (U₁/A₁)

Mit zunehmender Größe nimmt das Verhältnis von Umfang zu Flächeninhalt daher ab, weil der Umfang linear, der Flächeninhalt aber quadratisch wächst.

Weiterlesen

Quotient In der Mathematik und in den Naturwissenschaften bezeichnet der Quotient ein Verhältnis von zwei Größen zueinander, also das Ergebnis einer Division. Flächeninhalt Der Flächeninhalt ist ein Maß für die Größe einer Fläche. Unter Fläche versteht man dabei zweidimensionale geometrische Figur. [AE 1] Darunter fallen nicht … Volumen Volumen-Berechnung ; senkrechter Kreiskegel, V = 1 3 π r 2 h {\displaystyle V={\frac {1}{3}}\pi r^{2}h} {\displaystyle V={\frac {1}{3}}\ ; Torus, V = 2 π 2 R r 2 … Kugel Formeln ; Volumen einer Kugelkalotte, V K K = π h 2 3 ( 3 r − h ) {\displaystyle V_{\mathrm {KK} }={\frac {\pi h^{2}}{3}}(3r-h)} {\displaystyle V_{\mathrm {KK} } … Körper (Geometrie) Ein Körper ist in der Geometrie eine Figur im dreidimensionalen euklidischen Raum, die durch ihre Oberfläche beschrieben werden kann. Quader Ein Quader ist ein geometrischer Körper, der von 6 Rechtecken begrenzt wird. Quader mit Raumdiagonale d Auseinander geklapptes Netz eines Quaders. Fläche (Mathematik) Ein Maß für die Größe einer Fläche ist der Flächeninhalt. Umgangssprachlich wird der Flächeninhalt oftmals ebenfalls als „Fläche“ bezeichnet. Dieser Artikel … Würfel (Geometrie) Das Problem gehört zu den drei „klassischen Problemen der antiken Mathematik“ und wurde bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. im Antiken Griechenland formuliert … Zylinder (Geometrie) In der Technik versteht man unter einem Zylinder oft den Körper, der von der Mantelfläche und den beiden Schnittkreisflächen eingeschlossen wird. ... Das Volumen … Durchmesser Allgemein ist der Durchmesser eines Rotationskörpers die Länge der längsten Sehne senkrecht zur Rotationsachse des Körpers. Ein gebräuchliches … Stoffwechsel Stoffwechselvorgänge werden vor allem in der Biochemie erforscht. In der Medizin und Physiologie sind sie von großer Bedeutung (siehe auch Stoffwechselstörung). Zelle (Biologie) Eine Zelle (lateinisch cellula ‚Kämmerchen, Zelle') ist die kleinste lebende Einheit aller Organismen. Man unterscheidet Einzeller, also Lebewesen, …