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7. Sinfonie (Beethoven)
Ludwig van Beethovens 7. Sinfonie in A-Dur op. 92 entstand in den Jahren 1811 bis 1812. Die autografe Partitur ist datiert auf den 13. Mai 1812.
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Überblick und Entstehung
Ludwig van Beethovens 7. Sinfonie ist eine Sinfonie in A-Dur, op. 92, aus den Jahren 1811/12. Die autografe Partitur trägt das Datum 13. Mai 1812. Das Werk hat vier Sätze und dauert je nach ausgeführten Wiederholungen etwa 35 bis 42 Minuten. Gewidmet ist es Moritz Reichsgraf von Fries.
Die Entstehung fiel in eine Zeit, in der Napoleon seinen Russlandfeldzug plante und Europa von Befreiungskriegen gegen die napoleonische Vorherrschaft geprägt war. Nach der 3. und möglicherweise auch der 5. Sinfonie kann die 7. Sinfonie als weitere musikalische Auseinandersetzung Beethovens mit Napoleon und dessen Politik verstanden werden. Zugleich nahm Beethovens Schwerhörigkeit zu; ab 1819 benötigte er für die schriftliche Verständigung mit anderen die „Konversationshefte“.
Die Uraufführung fand am 8. Dezember 1813 in Wien unter Beethovens Leitung statt. Die Erstausgabe mit Partitur, Stimmen und Klavierauszug erschien im November 1816 bei Steiner & Comp.
Orchester und Aufführungsdauer
Vorgesehen ist ein Sinfonieorchester mit 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotten, 2 Trompeten, 2 Hörnern, Pauken sowie 1. und 2. Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass.
Die übliche Kurzangabe der Besetzung lautet: 2, 2, 2, 2 – 2, 2, 0, 0, timp, str. Eine kürzere Aufführungsdauer entsteht meist dadurch, dass Wiederholungen der Exposition im ersten und vierten Satz nicht gespielt werden.
Rhythmus in den ersten beiden Sätzen
Der erste Satz beginnt mit einer langsamen Einleitung, Poco sostenuto. In ihren ersten 62 Takten bildet sich zunehmend ein Rhythmus heraus, der das ganze Werk prägt. In den ersten vier Takten des anschließenden Vivace tritt er endgültig hervor. Richard Wagner nannte die Sinfonie deshalb „Apotheose des Tanzes“; Hector Berlioz verglich den ersten Satz mit einer „ronde de paysans“, einem „Bauerntanz“. Das Hauptmotiv ähnelt dem zweiten Thema des vierten Satzes der möglicherweise von Wolfgang Amadeus Mozart komponierten Sinfonie D-Dur KV 97. Neal Zaslaw hält es für möglich, dass dies Zufall ist oder beide Stellen auf ein unbekanntes drittes Werk zurückgehen.
Auch der zweite Satz, Allegretto, wird vor allem vom Rhythmus bestimmt. Sein feierlicher Charakter wurde mit der Litaneiformel „Sancta Maria, ora pro nobis“ und mit einer Prozession in Verbindung gebracht. Beethoven lässt den Satz mit einem Quartsextakkord beginnen und enden. Dieser Akkord durfte nach der damaligen Tradition eigentlich nur im Solokonzert zur Kadenz, also zu einem solistischen Abschnitt, überleiten. Beethoven hatte das Thema zunächst für den langsamen Satz seines Streichquartetts Nr. 9 C-Dur op. 59,3 vorgesehen. Nach Karl Nef enthält der Mittelteil in der Melodie von Klarinette und Fagott eine motivische Anleihe aus der Fidelio-Arie „Euch werde Lohn in besseren Welten“.
Scherzo und Finale
Der dritte Satz, Presto, beginnt mit einem abgewandelten Thema aus der Einleitung und steht durch seinen lebhaften Charakter im Kontrast zum Allegretto. Seine Themen werden wiederholt, aber in keiner Stimme zu Ende geführt. Das Scherzo hat die fünfteilig angelegte Form A-B-A-B-A und endet relativ abrupt mit fünf Orchesterschlägen.
Der vierte Satz, Allegro con brio, hat einen stürmischen Charakter. Ob er vom irischen Volkslied Nora Creina, von Csárdás-Rhythmen oder von François Joseph Gossecs Triumphmarsch Le Triomphe de la République angeregt wurde, gilt als unsicher. Martin Geck beschreibt das Hauptthema als stärker an die Sinne und an körperlichen Ausdruck als an Sammlung oder innere Sublimierung gerichtet. Harry Goldschmidt deutet die „rasende Finalgestalt“ politisch als Appell zur Völkerbefreiung.
Uraufführung und Resonanz
Die Uraufführung am 8. Dezember 1813 erfolgte anderthalb Monate nach der Völkerschlacht bei Leipzig in einem Benefizkonzert zugunsten antinapoleonischer Kämpfer. Gemeinsam mit Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria wurde die Sinfonie im großen Redoutensaal der Wiener Universität gespielt. Das umfangreich besetzte Orchester wirkte aus patriotischem Eifer ohne Entschädigung mit.
Das Werk war ein außerordentlich großer Erfolg. Bei der ersten Aufführung und bei der zweiten am 12. Dezember 1813 verlangte das Publikum den zweiten Satz da capo, also noch einmal von vorn. Die Allgemeine musikalische Zeitung nannte die Sinfonie nach zweimaligem Hören Beethovens „melodiereichste, gefälligste und fasslichste“ Sinfonie und berichtete, dass das als Andante bezeichnete Allegretto wiederholt werden musste.
2018 wurde außerdem ein zuvor unbekanntes Partiturexemplar mit der handschriftlichen Widmung „Meiner hochverehrten Freundin Antonie Brentano von Beethoven“ entdeckt. Beethoven und Antonie Brentano waren 1810 bis 1812 eng befreundet. Viele, aber nicht alle Forschenden sehen sie als Adressatin des Briefes an die „Unsterbliche Geliebte“ vom 6./7. Juli 1812.