Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
1984 (Oper)
Titel: 1984 ; Form: Oper in zwei Akten ; Originalsprache: Englisch ; Musik: Lorin Maazel ; Libretto: J. D. McClatchy und Thomas Meehan.
Inhalt4 Abschnitte
Werk und Handlung
1984 ist eine englischsprachige Literaturoper in zwei Akten von Lorin Maazel. Das Libretto schrieben J. D. McClatchy und Thomas Meehan nach George Orwells Roman 1984. Die etwa dreistündige Oper erzählt die Vorlage verkürzt und vereinfacht: In einer gleichgeschalteten, totalitären Gesellschaft bleiben der Wunsch nach Individualität und die Hoffnung auf Veränderung hoffnungslos. Im Mittelpunkt stehen Winston Smith, ein Bariton, und seine heimliche Geliebte Julia, ein Sopran.
Entstehung und Uraufführung
August Everding gab Maazel die Oper ursprünglich für das Münchner Prinzregententheater in Auftrag. Nach Everdings Tod 1999 wurde eine Aufführung in München jedoch unwahrscheinlich. Maazel bot das Werk deshalb der Royal Opera Covent Garden an, die es 2000 annahm. Seine dafür gegründete Produktionsfirma Big Brother beteiligte sich mit 600.000 Euro an den Produktionskosten.
Die Uraufführung war am 3. Mai 2005 im Royal Opera House Covent Garden in London. Maazel dirigierte selbst, Robert Lepage führte Regie.
Weitere Aufführungen
Die Londoner Produktion wurde vom 2. bis 17. Mai 2008 siebenmal an der Mailänder Scala gespielt. 2023 zeigte das Theater Regensburg die erste Wiederaufführung und zugleich die deutsche Erstaufführung. Tom Woods hatte die musikalische Leitung, Sebastian Ritschel die Regie. Verwendet wurde eine von Norbert Biermann eigens für Regensburg erstellte Fassung für mittelgroßes Orchester.
Musik und Aufnahme
Die Musik verbindet unterschiedliche Genres, darunter die Nationalhymne Ozeaniens, Kaffeehaus-Schlager und schmalzige Harmonien. Das Publikum reagierte höflich-zurückhaltend, während das Fachpublikum das Werk sehr negativ beurteilte. Die NZZ kritisierte am 6. Mai 2005 unter anderem, dass die Ambivalenz der Orwell-Figuren, die gesellschaftskritische Auseinandersetzung und die Bitterkeit des Endes verloren gingen. Sie bemängelte außerdem eine zufällig wirkende Mischung aus Hymne, Fanfare und amerikanisch klingenden Elementen sowie eine fehlende persönliche musikalische Handschrift.