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Äolischer Modus
Im um 1550 erweiterten (aus zwölf Tonarten bestehenden) System der Kirchentöne ist Äolisch der 9. Modus bzw. neunte Ton (gekennzeichnet durch den Ambitus a-a 1, …
Äolischer Modus und Tonleiter
Der äolische Modus, kurz Äolisch, ist eine Kirchentonart. Glarean fügte ihn im 16. Jahrhundert zusammen mit Ionisch als authentischen Modus zum System der Kirchentonarten hinzu. Im um 1550 auf zwölf Tonarten erweiterten System ist Äolisch der 9. Modus bzw. neunte Ton.
Kennzeichen des äolischen Modus sind der Ambitus a–a¹, die Repercussa e¹ und die Finalis a. Der Ambitus ist der Tonumfang, die Repercussa ein hervorgehobener Wiederholungston und die Finalis der Schlusston. Der zehnte Ton heißt hypoäolischer Modus; er hat im Unterschied zu Äolisch den Ambitus e–e¹.
In der äolischen Tonleiter liegen Halbtonschritte zwischen der 2. und 3. sowie zwischen der 5. und 6. Stufe. Alle übrigen Schritte sind Ganztonschritte. A-Äolisch besteht aus den Stammtönen der westlichen Musik; auf Tasteninstrumenten entsprechen ihnen die weißen Tasten.
Beziehung zu Moll und Beispiele
Aus der äolischen Tonleiter ging die heutige natürliche Molltonleiter hervor. Äolisch und das spätere Tongeschlecht Moll unterscheiden sich jedoch darin, dass modale Musik ausschließlich melodisch bestimmt war, während in der Dur-Moll-Tonalität auch harmonische Aspekte wichtig sind.
Das Volkslied „Es ist ein Schnitter, heißt der Tod“ (Regensburg 1637) verwendet den äolischen Modus. Als hypoäolisches Beispiel wird das Kirchenlied „Allein zu dir, Herr Jesu Christ“ genannt.
Hörbeispiel
Das Hörbeispiel zeigt eine Tonleiter in C-Äolisch.