Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Äolischer Modus

Im um 1550 erweiterten (aus zwölf Tonarten bestehenden) System der Kirchentöne ist Äolisch der 9. Modus bzw. neunte Ton (gekennzeichnet durch den Ambitus a-a 1, …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Äolischer Modus und Tonleiter
  2. 2. Beziehung zu Moll und Beispiele
  3. 3. Hörbeispiel

Äolischer Modus und Tonleiter

Der äolische Modus, kurz Äolisch, ist eine Kirchentonart. Glarean fügte ihn im 16. Jahrhundert zusammen mit Ionisch als authentischen Modus zum System der Kirchentonarten hinzu. Im um 1550 auf zwölf Tonarten erweiterten System ist Äolisch der 9. Modus bzw. neunte Ton.

Kennzeichen des äolischen Modus sind der Ambitus a–a¹, die Repercussa e¹ und die Finalis a. Der Ambitus ist der Tonumfang, die Repercussa ein hervorgehobener Wiederholungston und die Finalis der Schlusston. Der zehnte Ton heißt hypoäolischer Modus; er hat im Unterschied zu Äolisch den Ambitus e–e¹.

In der äolischen Tonleiter liegen Halbtonschritte zwischen der 2. und 3. sowie zwischen der 5. und 6. Stufe. Alle übrigen Schritte sind Ganztonschritte. A-Äolisch besteht aus den Stammtönen der westlichen Musik; auf Tasteninstrumenten entsprechen ihnen die weißen Tasten.

Beziehung zu Moll und Beispiele

Aus der äolischen Tonleiter ging die heutige natürliche Molltonleiter hervor. Äolisch und das spätere Tongeschlecht Moll unterscheiden sich jedoch darin, dass modale Musik ausschließlich melodisch bestimmt war, während in der Dur-Moll-Tonalität auch harmonische Aspekte wichtig sind.

Das Volkslied „Es ist ein Schnitter, heißt der Tod“ (Regensburg 1637) verwendet den äolischen Modus. Als hypoäolisches Beispiel wird das Kirchenlied „Allein zu dir, Herr Jesu Christ“ genannt.

Hörbeispiel

Das Hörbeispiel zeigt eine Tonleiter in C-Äolisch.

Lernvideos zu Äolischer Modus

Weiterlesen

Kirchentonart Die acht alten Kirchentonarten oder Modi · 1. Modus: Dorisch, Erster Ton (Protus authenticus) · 2. Modus: Hypodorisch, Zweiter Ton (Protus plagalis) · 3. Modus: … Tonart Andere Tonleitern als Dur, natürliches Moll und Kirchentonarten – etwa Harmonisch-Moll oder Tonleitern aus osteuropäischer, jüdischer oder arabischer Musik … Tonleiter Weit verbreitet sind diatonische Tonleitern in Dur und Moll oder die Kirchentonleitern. Tonleitern sind durch Tonabstände definiert. Die in der konkreten … Halbton Die Halbtöne der reinen Tonleiter ; großer Ganzton · ⁄ · 204 Cent ; kleiner Ganzton · ⁄ · 182 Cent ; diatonischer Halbton · ⁄ · 112 Cent ; großer chromatischer Halbton · ⁄ … Ganzton Der Ganzton ist im allgemein-praktischen musikalischen Sprachgebrauch ein Synonym für das Intervall der großen Sekunde. Dies ergibt sich daraus, dass … Stammton Die Stammtöne sind damit nichts anderes als die Töne der C-Dur-Tonleiter, im deutschen Sprachraum C, D, E, F, G, A und H genannt. Auf dem Klavier und ähnlichen … Tasteninstrument Ein Tasteninstrument ist ein Musikinstrument, bei welchem der Ton durch Niederdrücken einer oder mehrerer Tasten auf einer Klaviatur indirekt erzeugt wird. Musiktheorie im antiken Griechenland Diese sind jedoch nicht mit unseren heutigen Begriffen von Diatonik, Chromatik und Enharmonik gleichzusetzen. Das enharmonische Geschlecht gilt der Sage … Tongeschlecht Dieser Begriff umfasste in der griechischen Musiktheorie die Diatonik, Chromatik und Enharmonik. Diese sind jedoch nur eingeschränkt mit unseren heutigen … Melodie eine in der Regel singbare, in sich geschlossene Folge von Tönen, · die Weise bzw. Vertonung eines Liedes und · ein Thema eines größeren Musikstückes. Dur-Moll-Tonalität Es handelt sich um ein hierarchisches Ordnungssystem, das Töne, Akkorde und Tonarten auf ein tonales Zentrum (Tonika) bezieht. Es entwickelte sich seit ca. 1600 … Harmonik Harmonik (von altgriechisch ἁρμονία harmonía „Ebenmaß“, „Harmonie“) ist ein umfassender Begriff aus der Musiktheorie. Sie beschäftigt sich mit der Ordnung …