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Ähnlichkeit (Matrix)

In dem mathematischen Teilgebiet lineare Algebra ist Ähnlichkeit eine Äquivalenzrelation auf der Klasse der quadratischen Matrizen.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Definition
  2. 2. Unveränderte Kenngrößen und Normalformen
  3. 3. Äquivalenzklassen
  4. 4. Transformationsmatrix bestimmen

Grundidee und Definition

Ähnlichkeit ist in der linearen Algebra eine Äquivalenzrelation für quadratische Matrizen. Sie ist wichtig, weil ähnliche Matrizen dieselbe lineare Selbstabbildung eines Vektorraums, also denselben Endomorphismus, beschreiben: Sie verwenden lediglich unterschiedliche Basen.

Zwei quadratische Matrizen A,B ∈ K^(n×n) über einem Körper K heißen ähnlich, wenn es eine reguläre, also invertierbare, Matrix S ∈ K^(n×n) gibt mit B = S⁻¹AS. Gleichwertig dazu ist die Bedingung SB = AS. Die Zuordnung A ↦ B = S⁻¹AS heißt Ähnlichkeitsabbildung oder Ähnlichkeitstransformation.

Ist eine Matrix zu einer Diagonalmatrix ähnlich, heißt sie diagonalisierbar. Ist sie zu einer oberen Dreiecksmatrix ähnlich, heißt sie trigonalisierbar.

Unveränderte Kenngrößen und Normalformen

Ähnliche Matrizen A und B haben dasselbe charakteristische Polynom. Dieses ist durch χ_A(λ) = det(λI − A) definiert, wobei I die Einheitsmatrix und det die Determinante ist. Für B = S⁻¹AS gilt: χ_B(λ) = det(λI − S⁻¹AS) = det(S⁻¹(λI − A)S) = det(S⁻¹)det(λI − A)det(S) = det(λI − A) = χ_A(λ).

Daraus folgt insbesondere: Ähnliche Matrizen haben dieselben Eigenwerte, jedoch nicht zwingend dieselben Eigenvektoren. Außerdem stimmen Determinante und Spur überein. Weitere gemeinsame Kenngrößen sind Rang, Minimalpolynom und jordansche Normalform.

Für komplexe Matrizen gilt: Zwei Matrizen sind genau dann ähnlich, wenn sie – bis auf die Reihenfolge der Jordanblöcke – dieselbe jordansche Normalform besitzen. Allgemeiner besagt das Lemma von Frobenius: A und B sind genau dann ähnlich, wenn sie dieselbe Frobenius-Normalform haben. Dies ist wiederum genau dann der Fall, wenn die charakteristischen Matrizen xI − A und xI − B dieselbe Smith-Normalform besitzen.

Äquivalenzklassen

Die Ähnlichkeit ist reflexiv, symmetrisch und transitiv und damit eine Äquivalenzrelation. Man schreibt A ∼ B, wenn A und B ähnlich sind. Die Äquivalenzklasse einer Matrix A ∈ K^(n×n) ist [A] = {B ∈ K^(n×n) | B ∼ A}.

Ein Sonderfall sind Vielfache der Einheitsmatrix. Für c ∈ K besteht die Äquivalenzklasse von cI nur aus dieser Matrix selbst: [cI] = {cI}. Denn für jede reguläre Matrix S gilt S⁻¹(cI)S = cI.

Die Ähnlichkeit quadratischer Matrizen ist ein Spezialfall einer allgemeiner definierten Äquivalenz auf der Klasse der (m×n)-Matrizen.

Transformationsmatrix bestimmen

Sind ähnliche Matrizen A und B gegeben, kann eine Matrix S mit B = S⁻¹AS über eine gemeinsame Normalform bestimmt werden. Man überführt zunächst A und B in dieselbe Frobenius-Normalform oder, falls möglich, in dieselbe Jordan-Normalform F. Gilt dabei F = G⁻¹AG und F = H⁻¹BH für reguläre Matrizen G und H, dann folgt B = HG⁻¹AGH⁻¹ = (GH⁻¹)⁻¹A(GH⁻¹). Damit ist die gesuchte Transformationsmatrix S = GH⁻¹.

Für A = ((-3, 2), (-1, 0)) und B = ((2, 3), (-4, -5)) erhält man χ_A(λ) = (λ + 2)(λ + 1) und χ_B(λ) = (λ + 2)(λ + 1). Die Eigenwerte sind somit λ₁ = −2 und λ₂ = −1. Da das charakteristische Polynom vollständig in reelle Linearfaktoren zerfällt, haben beide Matrizen die gleiche Jordan-Normalform F = ((−2, 0), (0, −1)).

Für A können Eigenvektoren v₁ = (2, 1)ᵀ zu λ₁ und v₂ = (1, 1)ᵀ zu λ₂ gewählt werden. Für B sind passende Eigenvektoren w₁ = (3, −4)ᵀ und w₂ = (1, −1)ᵀ. Daher sind G = ((2, 1), (1, 1)) und H = ((3, 1), (−4, −1)). Es folgt S = GH⁻¹ = ((2, 1), (3, 2)). Diese Matrix erfüllt B = S⁻¹AS. Sie ist nicht eindeutig: Auch jedes cS mit c ≠ 0 erfüllt die gleiche Identität.

Lernvideos zu Ähnlichkeit (Matrix)

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