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Geschichtsdidaktik - was ist das? (Referendariat/ Lehramt)

Doktortasche - Geschichte für Studis und SuS8:48 490 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 61 Zeilen
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  1. Bungjur und zusammen. Hier ist wieder eure Doktortasche. Ich melde mich heute mit einem Video speziell für Personen, die im
  2. Lehramtsstudium gerade stecken oder im Referendariat oder demnächst eins von beiden beginnen und zwar im Bereich der Geschichte. Und damit ihr nicht so
  3. endet, wie dieser in Comicversion dargestellte Geschichtslehrer bzw. Referendar vor einer Klasse geht es heute um das Thema Geschichtsdidaktik.
  4. Ein ganz ganz wichtiges Thema im Lehramstudium wie auch im Referendariat. Kurz vorweg, wenn euch das Video gefällt, freue ich mich über einen
  5. Daumen hoch oder ob ihr mich abonniert, würde ich mich auch drüber freuen und ansonsten hoffe ich, dass ich euch ein bisschen helfen kann mit meinen Videos.
  6. Aber jetzt die Geschichte, die da kriegt, das ist die Wissenschaft vom Lehren und Lernen der Geschichte. Unterschied, während die
  7. Geschichtswissenschaft die Vergangenheit erforscht, beschäftigt sich die Didaktik mit der Frage, wie bringen wir Geschichte sinnvoll in die Schule
  8. und daraufgehend Förderung des Geschichtsbewusstseins in der Gesellschaft, ne? Das sind so Sachen, die Welt ihr im
  9. Lehramtstudium für Geschichte, wie auch im Referendariat. Das sind so die zentralen Sachen, die müsst ihr sozusagen verinnerlichen.
  10. Zentrale Leitfragen, die ihr euch immer wieder stellen, dann müsst zu den Themen z.B. was soll gelernt werden, warum soll es gelernt werden und wie kann es
  11. gelernt werden? Wenn ihr mit diesen Leitfragen arbeitet, kommt ihr, glaube ich, ganz ganz gut durch eure refend Jahrzeit.
  12. Wer sich ja damit ähm auseinandersetzen möchte, also es gibt ja immer hier dieses Standardwerk von Hilke Günthern Geschichtsdidaktik.
  13. Kennt ihr bestimmt dieses Praxisandbuch für Sekundarstufe 1 und 2. Ansonsten empfehle ich noch Literatur von Karl Ernst Jeismann und Hansjören Pande. Das
  14. sind so die älteren Pädagogen, nenne ich es mal so 70er Jahre. Etwas neuer ist Peter Gaucci. hat schon lustige Nachnamen, kann man sich wenigstens gut
  15. merken. So, Ziel ist die Förderung von Kompetenzen. Wenn ihr euch die Kernlehrpläne anschaut, das müsst ihr
  16. not gedrungen, das weiß ich selber aus eigener Erfahrung. Vielleicht mache ich auch noch mal ein Video dazu und erkläre euch ein bisschen die Kernlehrpläne. Auf
  17. jeden Fall in den Kernlehrplanen geht es um Kompetenzen. Diese Kompetenzen sollt ihr bei den Schülern und Schülerinnen fördern. Im Bereich Geschichts äh ja im
  18. Geschichtsunterricht geht es einmal um die Sachkompetenz, das heißt Wissen über die Vergangenheit, Methodenkompetenz, der Umgang mit Quellen und
  19. Darstellungen, Urteilskompetenz, kritisch bewerten, also z.B. die historische Narrative einschätzen
  20. und die Orientierungskompetenz aus der Geschichte Impulse für Gegenwart und Zukunft ziehen. Hm. Das heißt weiter
  21. Geschichtsbewusstsein müssen wir fördern. So, was ist erstmal das Geschichtsbewusstsein? Das ist das Bewusstsein von Menschen,
  22. das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in allem Zusammenhangen stehen und das Geschichte immer gedeutet, vermittelt wird und für Gegenwart und Zukunft
  23. genutzt wird, ne? Also ist ganz wichtig, also es geht nicht darum, dass wir nur als Geschichtslehrer Fakten vermitteln,
  24. sondern man soll erkennen und verstehen, warum und wie man Geschichte erzählt wurde, wie sie interpretiert wird und wie sie auch noch weiter verwendet wird.
  25. Das äh man nennt das, glaube ich, auch äh Reflexion über die Geschichte. So. Und das ist eben der Unterschied zu damaligen Geschichtsunterricht. Ich weiß
  26. jetzt nicht, wie alt ihr seid. Also, ich hatte tatsächlich noch einen Geschichtslehrer ähm in der sechsten Klasse, der sehr alt
  27. war und da ging es wirklich nur um Fakten. Also, wir mussten die Jahreszeilen auswendig können und was ist da passiert? So sieht der moderne
  28. Geschichtsunterricht nicht mehr aus, was auch ganz gut ist, ehrlich gesagt. So, jetzt geht's ein bisschen mehr in die Tiefe und zwar dieses
  29. Geschichtsbewusstsein nach Pandel. Daran solltet ihr euch orientieren und zwar der hat das aufgelistet einmal in einen Zeitbewusstsein,
  30. das heißt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sollen in eine Beziehung gesetzt werden, ne? Dass man Rückschlüsse zieht von dem Vergangenen auf dem Heutigen und
  31. auf die Zukunft. Dann geht es um das Wirklichkeitsbewusstsein, unterscheiden zwischen tatsächlicher Vergangenheit und deren Darstellung. Ja,
  32. habt ihr schon mal gesehen, wenn ihr zwei unterschiedliche Quellen miteinander vergleicht zu einen und derselben Situation,
  33. das kann unterschiedlich wirken. Dann geht es um das Historitätsbewusstsein, also erkennen, dass alle Dinge und Zustände zeitlich
  34. bedingt und veränderlich sind. Das Identitätsbewusstsein, die Geschichte für die eigene Orientierung und Identitätsbildung
  35. nutzen. Es geht ums politische Bewusstsein, also Geschichte im Kontext von Macht, Herrschaft und Gesellschaft verstehen,
  36. das ökonomisch soziale Bewusstsein, Einsicht in wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zusammenhänge, historischer Entwicklungen.
  37. Es kommt ganz ganz stark, wenn ihr sowas wie die Industrialisierung macht, dann ist dieser Aspekt ganz ganz stark vordergründig.
  38. Und als Schluss kommt das moralische Bewusstsein, Urteilen über vergangenes Handeln unter ethischen Gesichtspunkten und dessen Relevanz für heute.
  39. Also im Lehrenstudium tatsächlich, wie ich musste das auswendig können, diese ähm Aspekte und auch erklären können, meistens noch mit einem Beispiel. Ich
  40. hoffe, dass man das heute nicht mehr muss. Also auswendig können diese Sachen ja oder wissen verinnerlichen, aber nicht dazu jedes Mal noch ein
  41. Unterrichtsform als Beispiel machen. Ich hoffe, ihr werdet verschot. So, seit 1976 gibt es den Beutesbacher Konsens, das
  42. heißt worauf wir achten müssen eigentlich als Lehrer und zwar es soll keine Überwältigung der Lernenden geben. Das heißt, die Schüler Schülerinnen
  43. sollen sich eigene Urteile bilden. Das heißt, wir als Lehrer haben natürlich eine Meinung, aber wir müssen uns neutral verhalten, ne? Also, wir können
  44. jetzt nicht irgendwie sagen, das finde ich besser und das finde ich schlechter und eigentlich ist es so gewesen. Nein, wir sind der Lehrer oder die Lehrerin
  45. und wir sind bitte neutral. Kontroversität, was in Wissenschaft und Politik strittig ist, muss auch im Unterricht strittig dargestellt werden.
  46. Ja, das mal der Aspekt dazu Neutralität. Wenn es verschiedene Meinungen gibt, ist das gut und die müssen offelegt werden. Schülerorientierung, Anknüpfung an die
  47. Lebenswelt der Lernenden. Ich gib zu, bei manchen Themen ist das ein bisschen schwierig, aber eigentlich findet man da immer etwas. Also man,
  48. wenn man ein bisschen überlegt, also irgendwie kann man schon anknüpfen. Also so Thema Arm und Reich, das spielt ja eigentlich in der ganzen Vergangenheit
  49. auch immer eine Rolle. Heute immer noch. Ähm ja, Thema Industrialisierung. Die Maschinen übernehmen die Menschen bis heute ja auch nicht mehr ganz so weit
  50. weg. Chat GBT übernimmt für viele Menschen das Denken, was jetzt auch nicht gerade immer positiv ist. Ja, auf jeden Fall, ihr findet bestimmt was.
  51. Neu sind folgende Grundprinzipien. neu. Das heißt, die stammen jetzt nicht aus diesen äh 1976er Konsens, sondern die kam später noch
  52. hinzu. Einmal die Multiperspektivität, das heißt verschiedene Sichtweisen einbeziehen. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt
  53. irgendwie, wer Germanistik noch mit studiert hat, hier das Rolandslied z.B. das Faffen Konrad. In Deutschland ist das wirklich so, da wird gesagt, ja, der
  54. am Roland, der wurde niedergemetzelt da von den Spaniern und keine Ahnung was. Wenn ihr aber in Spanien seid, dann wird das richtig andersrum erzählt. Also als
  55. eigentlich der Roland ja dahingekommen ist, um alle da niederzummetzeln und die haben sich nur gewährt, ne? Mehrere Perspektiven ganz wichtig im auch im
  56. Geschichtsunterricht. Gegenwartsbezug habe ich euch eben schon ein bisschen erklärt, ne? Es muss irgendwas mit der Gegenwart, wenn ihr
  57. das verbinden könnt, ist das super und geht eigentlich auch immer. Handlungsorientierung ist auch ein wichtiger Aspekt, den ihr
  58. berücksichtigen solltet. Das heißt, warum die Geschichtsdidaktik? Die Geschichtsdidaktik hilft uns den
  59. Unterricht nicht als bloße Wissensvermittlung zu verstehen, sondern als Kompetenzförderung. Wenn ihr das verinnerlicht habt, seid
  60. ihr bestimmt auf dem richtigen Weg, ein guter Lehrer zu werden und auch sehr gut das Lehr im Studium oder das Referentariat zu meistern.
  61. Dann wünsche ich euch noch einen schönen Tag und bis zum nächsten Video. Eure Dr.

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