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Multiperspektivität (Geschichtswissenschaft)
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Transkriptautomatisch erstellt · 30 Zeilen
- Multiperspektivität ist ein Prinzip der Geschichtsdidaktik für die Planung und Durchführung von Geschichtsunterricht es wird auch in anderen
- gesellschaftswissenschaftlichen Fächern angewandt besonders in der politikdaktik bzw der politischen Bildung aber auch der
- religionsdidaktik Perspektivität das Prinzip basiert auf der grundliegenden geschichtstheoretischen Überzeugung dass eine beobachterunabhängige Erkenntnis
- der vergangenen Wirklichkeit nicht möglich ist weil jede Aussage über ein Ereignis ein Datum oder einen Zusammenhang nur von einer bestimmten
- sozialen kulturellen oder anderweitig bestimmten Perspektive ausgemacht werden könne dies gelte jedoch nicht nur für Aussagen über eine Vergangenheit also
- Narrationen im geschichtswissenschaftlichen Sinne sondern auch bereits für Aussagen der Zeitgenossen des jeweils zu
- betrachtenden Ereignisses bereits die Quellen sein also grundsätzlich perspektivisch geschichtsdidaktische Postulate aus dieser Einsicht hat die
- geschichts daktik nicht mehr die Vermittlung einer vermeintlich unabhängigen Wahrheit über die Geschichte an die Schüler zum Ziel des
- Geschichtsunterrichts erhoben auch nicht in der Form des jeweiligen Forschungsstandes sondern die Befähigung zum eigenständigen historischen Denken
- und die Ermöglichung einer selbstständigen und Verantwortlichen Ausbildung einer historischen Identität als Folge erhebt sie die Forderungen
- dass die Einsicht in die Tatsache der nicht aufhebbaren Perspektivität und somit Selektivität aller historischen Aussagen selbst ein wichtiges Lernziel
- darstellt der jeweilige historische Gegenstand den Schülern nicht nur durch Materialien präsentiert werden darf die nur eine einzige Perspektive
- repräsentieren sondern das möglichst alle mindestens aber mehrere relevante Perspektiven vorkommen müssen die Schüler somit die Möglichkeit erhalten
- sollen die verschiedenen Sichtweisen auch als plurale Angebote für eine eigenständige Identifikation zu reflektieren
- Multiperspektivität kontroversität Pluralität der Begriff Multiperspektivität wird dabei in einer weiteren und einer engeren Variante
- gebraucht in der weiteren Variante umfasst er die Forderung nach Repräsentation möglichst aller relevanten Perspektiven auf den
- Gegenstand insgesamt in der engeren Variante meint Multiperspektivität allein die Kombination von Quellen aus verschiedenen Perspektiven wogegen bei
- der Kombination von späteren Deutungen aus verschiedenen Perspektiven späterer Zeiten von oversität gesprochen wird und die Offenhaltung verschiedener
- gegenwartsbezüge und Orientierungen aus der Reflexion der Geschichte als Pluralität bezeichnet wird insbesondere in der Variante der kontroversität
- berührt sich die Forderung nach Multiperspektivität mit dem zweiten Prinzip des Beutelsbacher Konsensus der politischen Bildung Defizite in der
- Schulpraxis und kritische Einwende auch wenn das Prinzip der Multiperspektivität bereits in vielen Lehrplänen eingefordert wird spielt es
- im realen Geschichtsunterricht noch keine beherrschende Rolle auch in den geschichtsschulbüchern finden gute multiperspektivische Quellen und
- literaturzusammenstellungen nur allmählich Eingang folgende Einwende stehen einem breiteren Einsatz des Prinzips entgegen die Erarbeitung
- mehrerer Perspektiven und ihre Erörterung Kosten im Unterricht mehr Zeit die unter den Bedingungen der lehrplananforderungen und
- zentralprüfungen kaum gegeben ist besonders leistungsschwächere Schüler werden über fordert da sie nicht die Motivation für die angestrebte reflexive
- Haltung aufbringen das Prinzip entspricht in dieser Hinsicht nicht einer Pädagogik vom Kinde aus das Aufzeigen mehrerer Bewertungen könne in
- einen unreflektierten Relativismus führen der gerade im Umgang mit Diktaturen und Gewaltverbrechen pädagogisch fatal wäre ein Beispiel
- dafür ist die Diskussion um die Bewertung der DDR als Diktatur der kritische Umgang mit kontroversität sei eine geistige Leistung die er in ein
- Hochschulstudium gehöre wer etwa die fischerkontroverse mit Schülern aufarbeitet stoße ständig an die Grenzen des gegebenen Textmaterials und der
- Kenntnisse s dass ein unabhängiges Urteil kaum möglich wird
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