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Literaturgeschichte: Sturm und Drang | STARK erklärt

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  1. Er aber sag's ihm, er kann mich im Arsche lecken. Traust du solche Worte einem alhrwürdigen Schriftsteller zu? Nein,
  2. solltest du aber, denn auch Gote und Schiller hatten ihre wilde Phase und zwar in der Epoche des Sturm und Drang.
  3. [Musik] Die literarische Strömbung des Sturm und Drang erstreckte sich in etwa von 1765
  4. bis 1785. Der Sturm und Drang ist gewissermaßen eine literarische Rebellion junger
  5. Schriftsteller und zwar gegen den Fortschrittsoptimismus und die Vernunftfixierung der Aufklärung. Die Literatur sollte ihren Beitrag dazu
  6. leisten, daß man sich von starren gesellschaftlichen Beschränkungen befreit, wie z.B. den Standesschranken. Das Wollen sollte über dem Sollen
  7. stehen. Deshalb wehrte man sich gegen jede Form von Autorität, sei es die von Eltern, von Monarchen oder von Göttern. Die Freiheit und Gleichheit aller
  8. Menschen wurde verkündet und immer wieder eingefordert. Die Stürmer und Dränger sahen im Menschen mehr als nur ein Vernunftwesen.
  9. Ein ausgeprägtes Gefühlsleben, Kreativität und ein eigener Wille waren für sie mindestens ebenso bedeutend. Natürlich und unverfälscht sollte jeder
  10. einzelne sein. Kein Sklave mehr von gesellschaftlichen Erwartungen und längst überholten Gesetzen. Wer seine ganze schöpferische Kraft entfaltete,
  11. wurde als Genie verehrt. Homer und Shakespeare galten hier als Vorbilder. Die Stürmer und Dränger wollten autonome Künstler sein. Sie setzten ihre eigenen
  12. Vorstellungen durch, was die Themenauswahl, die sprachliche Gestaltung und die Form ihrer Texte anbelangte. Wichtig war ihnen stets, daß
  13. in den Texten menschliche Gefühle und Erfahrungen authentisch zum Ausdruck kommen. So z.B. in der sogenannten Erlebnislyrik.
  14. Im Schriftstellerleben von Gohhe und Schiller war der Sturm und Drang der Beginn ihrer Karriere. Sie feierten zu dieser Zeit ihre ersten großen Erfolge
  15. und legten den Grundstein für ihre spätere Berühmtheit. Die wichtigsten Texte von Gohe aus dieser Zeit sind die Gedichtssammlung
  16. Sesenheimer Lieder, die Ode Prometholus, das Geschichtsdrama Götz von Bärlichingen und der Briefroman Die Leiden des jungen Werters. Als Gohe 1775
  17. in den Staatsdienst des Herzogtums Weimar eintrat, fand diese schriftstellerische Phase für den damals 26-jährigen ein Ende. Der um 10 Jahre
  18. jüngere Friedrich Schiller schrieb in den 1780er Jahren seine zentralen Texte des Sturm und Drang, die Dramen die Räuber und Kabale und Liebe. Schillers
  19. Texte polarisierten. Das junge Publikum brach in Jubelstürme aus. Die Machthaber hingegen waren wütend und empört. Um 1785 herum endete der Sturm und
  20. Drang. Was von dieser Epoche bleibt, die direkte gefühlsbetonte Ausdrucksweise und der Widerstand gegen Unterdrückung und Ungleichheit hatten seitdem einen
  21. festen Platz in der deutschen Literatur. Jetzt das Wichtigste noch mal im Überblick. Der Sturm und Drang dauerte etwa von
  22. 1765 bis 1785. Die Stürmer und Dränger leisteten mit ihrer Literatur Widerstand gegen gesellschaftliche Beschränkungen.
  23. Man strebte nach dem Ideal der Freiheit und Gleichheit aller Menschen. Mit Kraft und Natürlichkeit sollte das Individuum seinen Willen zum Ausdruck
  24. bringen. Die Sprache der Stürmer und Dränger ist dabei direkt und gefühlsbetont.

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