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Literaturgeschichte: Sturm und Drang | STARK erklärt
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Transkriptautomatisch erstellt · 24 Zeilen
- Er aber sag's ihm, er kann mich im Arsche lecken. Traust du solche Worte einem alhrwürdigen Schriftsteller zu? Nein,
- solltest du aber, denn auch Gote und Schiller hatten ihre wilde Phase und zwar in der Epoche des Sturm und Drang.
- [Musik] Die literarische Strömbung des Sturm und Drang erstreckte sich in etwa von 1765
- bis 1785. Der Sturm und Drang ist gewissermaßen eine literarische Rebellion junger
- Schriftsteller und zwar gegen den Fortschrittsoptimismus und die Vernunftfixierung der Aufklärung. Die Literatur sollte ihren Beitrag dazu
- leisten, daß man sich von starren gesellschaftlichen Beschränkungen befreit, wie z.B. den Standesschranken. Das Wollen sollte über dem Sollen
- stehen. Deshalb wehrte man sich gegen jede Form von Autorität, sei es die von Eltern, von Monarchen oder von Göttern. Die Freiheit und Gleichheit aller
- Menschen wurde verkündet und immer wieder eingefordert. Die Stürmer und Dränger sahen im Menschen mehr als nur ein Vernunftwesen.
- Ein ausgeprägtes Gefühlsleben, Kreativität und ein eigener Wille waren für sie mindestens ebenso bedeutend. Natürlich und unverfälscht sollte jeder
- einzelne sein. Kein Sklave mehr von gesellschaftlichen Erwartungen und längst überholten Gesetzen. Wer seine ganze schöpferische Kraft entfaltete,
- wurde als Genie verehrt. Homer und Shakespeare galten hier als Vorbilder. Die Stürmer und Dränger wollten autonome Künstler sein. Sie setzten ihre eigenen
- Vorstellungen durch, was die Themenauswahl, die sprachliche Gestaltung und die Form ihrer Texte anbelangte. Wichtig war ihnen stets, daß
- in den Texten menschliche Gefühle und Erfahrungen authentisch zum Ausdruck kommen. So z.B. in der sogenannten Erlebnislyrik.
- Im Schriftstellerleben von Gohhe und Schiller war der Sturm und Drang der Beginn ihrer Karriere. Sie feierten zu dieser Zeit ihre ersten großen Erfolge
- und legten den Grundstein für ihre spätere Berühmtheit. Die wichtigsten Texte von Gohe aus dieser Zeit sind die Gedichtssammlung
- Sesenheimer Lieder, die Ode Prometholus, das Geschichtsdrama Götz von Bärlichingen und der Briefroman Die Leiden des jungen Werters. Als Gohe 1775
- in den Staatsdienst des Herzogtums Weimar eintrat, fand diese schriftstellerische Phase für den damals 26-jährigen ein Ende. Der um 10 Jahre
- jüngere Friedrich Schiller schrieb in den 1780er Jahren seine zentralen Texte des Sturm und Drang, die Dramen die Räuber und Kabale und Liebe. Schillers
- Texte polarisierten. Das junge Publikum brach in Jubelstürme aus. Die Machthaber hingegen waren wütend und empört. Um 1785 herum endete der Sturm und
- Drang. Was von dieser Epoche bleibt, die direkte gefühlsbetonte Ausdrucksweise und der Widerstand gegen Unterdrückung und Ungleichheit hatten seitdem einen
- festen Platz in der deutschen Literatur. Jetzt das Wichtigste noch mal im Überblick. Der Sturm und Drang dauerte etwa von
- 1765 bis 1785. Die Stürmer und Dränger leisteten mit ihrer Literatur Widerstand gegen gesellschaftliche Beschränkungen.
- Man strebte nach dem Ideal der Freiheit und Gleichheit aller Menschen. Mit Kraft und Natürlichkeit sollte das Individuum seinen Willen zum Ausdruck
- bringen. Die Sprache der Stürmer und Dränger ist dabei direkt und gefühlsbetont.
Zum Nachlesen
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