Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Literaturgeschichte: Literatur der NS-Zeit | STARK erklärt
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 43 Zeilen
- Von den Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten hast du bestimmt schon mal gehört, aber vielleicht
- weniger über die deutschsprachige Literatur, die in der NS-Zeit trotzdem geschrieben wurde. Wir erklären dir die
- wichtigsten Punkte. [Musik] Mit der Machtübernahme der
- Nationalsozialisten änderten sich stark die Bedingungen für die Literatur. Sie wurde wie alle Bereiche des
- gesellschaftlichen und kulturellen Lebens gleichgeschaltet, das heißt auf die Vorstellungen der Nazis
- ausgerichtet. Literatur wurde zu einem Teil der NS Propagandamaschinerie.
- Literatur, die nicht zur Naziideologie passte, wurde verboten. Viele Schriftsteller und Intellektuelle flohen
- ins Ausland, zunächst in die angrenzenden Länder in Europa, später auch zunehmend nach Amerika.
- Man unterscheidet grob drei Formen der deutschsprachigen Literatur, die in dieser Zeit entstand. die NS-Literatur,
- die Literatur der inneren Immigration und die Exiliteratur. Die NS-Literatur war systemkonforme
- Literatur und wurde vom Regime aktiv gefördert und massenhaft produziert. Sie diente der ideologischen Durchdringung
- der Gesellschaft mit nationalsozialistischen Vorstellungen. Kriegsromane z.B. sollten die Menschen
- für den Krieg begeistern. Frauenromane entwarfen ein konservatives Frauenbild, nachdem die Frau für Haushalt und Kinder
- zu sorgen hat. Und Siedlerromane rechtfertigten im Sinne der Blut- und Bodenideologie die kriegerische
- Aggression im Osten. Die Literatur der inneren Immigration stammt von Schriftstellern, die in Deutschland
- blieben und so nicht räumlich, sondern nur innerlich Distanz zum Nationalsozialismus hielten, wie
- beispielsweise Erich Kestner. Sie äußerten ihre Distanz aber nicht deutlich. Manche Schriftsteller
- versuchten ihre kritische Einstellung verdeckt zu vermitteln, sozusagen zu maskieren. Beispielsweise bei der
- Bearbeitung mythologischer Stoffe, die als Gegenmodell zur Nazierrschaft verstanden werden können. Andere Autoren
- widmeten sich unpolitischen Themen, um der Verfolgung zu entgehen. Manchmal sind hier aber die Grenzen zu
- systemkonformer Literatur fließend. Die Exilliteratur verfaßten Autoren, die aus Hitler Deutschland flohen und wie
- der Name schon sagt ins Exil gingen. Das waren immerhin um die 1500 Schriftsteller, darunter so bekannte
- Namen wie Thomas Mann und Bertrold Brecht. Auch wenn einige der Autoren im Ausland angesehen waren, war die
- Situation der Exilanten meist schwierig, sowohl materiell als auch geistig. Für deutschsprachige Literatur fehlte in den
- Exiländern nämlich der Markt. Deshalb gab es keine Basis für ihren wirtschaftlichen Erfolg.
- Und durch den neuen sprachlichen Kontext wurde auch das Verhältnis zur eigenen Sprache beeinträchtigt, bis hin zum
- Gefühl der Sprachlosigkeit, dass ich oft mit dem Gefühl der Heimatlosigkeit verband. Einige der Autoren begingen
- angesichts der schwierigen Lage Suizid. Der Exilautor Klaus Mann faßte die Aufgabe der emigrierten Schriftsteller
- so zusammen. Einerseits ging es darum, die Welt vor dem Dritten Reich zu warnen und über den wahren Charakter des
- Regimes aufzuklären. Andererseits galt es die große Tradition des deutschen Geistes und der deutschen Sprache in der
- Fremde lebendig zu erhalten. Dramen spielten in der Exilliteratur kaum eine Rolle, außer natürlich bei
- Berthold Brecht. Wichtiger war da schon die Lyrik, in der vor allem die emotionale Situation
- verarbeitet wurde, wie auch die Erfahrung des Sprachverlusts und die Sprache in der Fremde. Die Epik war am
- wichtigsten. Vor allem in Romanen reflektierten die Autoren die Situation in Deutschland. Zunächst griffen sie
- dafür konkret auf eigene Erfahrungen im beginnenden Nationalsozialismus zurück. beispielsweise, indem sie Antisemitismus
- darstellten. Später übten sie auch in abstrakterer Weise Kritik am Geist des
- Nationalsozialismus, auch mit Hilfe von historischen Romanen, die geschichtliche Parallel und
- Gegensituationen zum NS-Rime darstellten. Und auch die Exilerfahrung war in der Epik ein wichtiges Thema.
- Jetzt noch mal zusammengefasst, die systemkonforme NSLiteratur wird propagandistisch zur Ideologisierung der
- Bevölkerung genutzt. Die Literatur der inneren Immigration, die von Autoren verfaßt wird, die in
- Deutschland bleiben, übt allenfalls verdeckt Kritik am NS-System. Oft ist sie auch komplett unpolitisch.
- Die Exilliteratur der geflohen Schriftsteller ist offen kritisch. Außerdem setzten sich die Autoren mit
- eigenen Erfahrungen auch des Exils auseinander. Ah.
Zum Nachlesen
LiteraturAls Literatur bezeichnet man seit dem 19. Jahrhundert den Bereich aller mündlich (etwa durch Versformen und Rhythmus) oder schriftlich fixierten …
ExilliteraturSiehe auch: Exilliteratur in der Zeit des Nationalsozialismus. Die deutsche Exilliteratur entstand 1933–1945 als Literatur der Gegner des Nationalsozialismus.
ExilExil. Abwesenheit von der eigenen Heimat aufgrund Ausweisung, Verbannung, Vertreibung, Ausbürgerung, Zwangsumsiedlung, religiöser oder politischer Verfolgung.
Innere EmigrationIm engeren Sinn steht „Innere Emigration“ neben der Exilliteratur und der NS-Literatur als literarische Epochenbezeichnung für die Zeit von 1933 bis 1945. Der …