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Literaturgeschichte: Literatur der NS-Zeit | STARK erklärt

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  1. Von den Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten hast du bestimmt schon mal gehört, aber vielleicht
  2. weniger über die deutschsprachige Literatur, die in der NS-Zeit trotzdem geschrieben wurde. Wir erklären dir die
  3. wichtigsten Punkte. [Musik] Mit der Machtübernahme der
  4. Nationalsozialisten änderten sich stark die Bedingungen für die Literatur. Sie wurde wie alle Bereiche des
  5. gesellschaftlichen und kulturellen Lebens gleichgeschaltet, das heißt auf die Vorstellungen der Nazis
  6. ausgerichtet. Literatur wurde zu einem Teil der NS Propagandamaschinerie.
  7. Literatur, die nicht zur Naziideologie passte, wurde verboten. Viele Schriftsteller und Intellektuelle flohen
  8. ins Ausland, zunächst in die angrenzenden Länder in Europa, später auch zunehmend nach Amerika.
  9. Man unterscheidet grob drei Formen der deutschsprachigen Literatur, die in dieser Zeit entstand. die NS-Literatur,
  10. die Literatur der inneren Immigration und die Exiliteratur. Die NS-Literatur war systemkonforme
  11. Literatur und wurde vom Regime aktiv gefördert und massenhaft produziert. Sie diente der ideologischen Durchdringung
  12. der Gesellschaft mit nationalsozialistischen Vorstellungen. Kriegsromane z.B. sollten die Menschen
  13. für den Krieg begeistern. Frauenromane entwarfen ein konservatives Frauenbild, nachdem die Frau für Haushalt und Kinder
  14. zu sorgen hat. Und Siedlerromane rechtfertigten im Sinne der Blut- und Bodenideologie die kriegerische
  15. Aggression im Osten. Die Literatur der inneren Immigration stammt von Schriftstellern, die in Deutschland
  16. blieben und so nicht räumlich, sondern nur innerlich Distanz zum Nationalsozialismus hielten, wie
  17. beispielsweise Erich Kestner. Sie äußerten ihre Distanz aber nicht deutlich. Manche Schriftsteller
  18. versuchten ihre kritische Einstellung verdeckt zu vermitteln, sozusagen zu maskieren. Beispielsweise bei der
  19. Bearbeitung mythologischer Stoffe, die als Gegenmodell zur Nazierrschaft verstanden werden können. Andere Autoren
  20. widmeten sich unpolitischen Themen, um der Verfolgung zu entgehen. Manchmal sind hier aber die Grenzen zu
  21. systemkonformer Literatur fließend. Die Exilliteratur verfaßten Autoren, die aus Hitler Deutschland flohen und wie
  22. der Name schon sagt ins Exil gingen. Das waren immerhin um die 1500 Schriftsteller, darunter so bekannte
  23. Namen wie Thomas Mann und Bertrold Brecht. Auch wenn einige der Autoren im Ausland angesehen waren, war die
  24. Situation der Exilanten meist schwierig, sowohl materiell als auch geistig. Für deutschsprachige Literatur fehlte in den
  25. Exiländern nämlich der Markt. Deshalb gab es keine Basis für ihren wirtschaftlichen Erfolg.
  26. Und durch den neuen sprachlichen Kontext wurde auch das Verhältnis zur eigenen Sprache beeinträchtigt, bis hin zum
  27. Gefühl der Sprachlosigkeit, dass ich oft mit dem Gefühl der Heimatlosigkeit verband. Einige der Autoren begingen
  28. angesichts der schwierigen Lage Suizid. Der Exilautor Klaus Mann faßte die Aufgabe der emigrierten Schriftsteller
  29. so zusammen. Einerseits ging es darum, die Welt vor dem Dritten Reich zu warnen und über den wahren Charakter des
  30. Regimes aufzuklären. Andererseits galt es die große Tradition des deutschen Geistes und der deutschen Sprache in der
  31. Fremde lebendig zu erhalten. Dramen spielten in der Exilliteratur kaum eine Rolle, außer natürlich bei
  32. Berthold Brecht. Wichtiger war da schon die Lyrik, in der vor allem die emotionale Situation
  33. verarbeitet wurde, wie auch die Erfahrung des Sprachverlusts und die Sprache in der Fremde. Die Epik war am
  34. wichtigsten. Vor allem in Romanen reflektierten die Autoren die Situation in Deutschland. Zunächst griffen sie
  35. dafür konkret auf eigene Erfahrungen im beginnenden Nationalsozialismus zurück. beispielsweise, indem sie Antisemitismus
  36. darstellten. Später übten sie auch in abstrakterer Weise Kritik am Geist des
  37. Nationalsozialismus, auch mit Hilfe von historischen Romanen, die geschichtliche Parallel und
  38. Gegensituationen zum NS-Rime darstellten. Und auch die Exilerfahrung war in der Epik ein wichtiges Thema.
  39. Jetzt noch mal zusammengefasst, die systemkonforme NSLiteratur wird propagandistisch zur Ideologisierung der
  40. Bevölkerung genutzt. Die Literatur der inneren Immigration, die von Autoren verfaßt wird, die in
  41. Deutschland bleiben, übt allenfalls verdeckt Kritik am NS-System. Oft ist sie auch komplett unpolitisch.
  42. Die Exilliteratur der geflohen Schriftsteller ist offen kritisch. Außerdem setzten sich die Autoren mit
  43. eigenen Erfahrungen auch des Exils auseinander. Ah.

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