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Literaturgeschichte: Die Aufklärung | STARK erklärt
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Transkriptautomatisch erstellt · 26 Zeilen
- Nein, die Epoche der Aufklärung hat nichts mit Bienen und Blüten zu tun! Vielmehr findet eine Erleuchtung der Menschen statt, wie es der englische Begriff Enlightenment zum Ausdruck
- bringt. Also Licht an! Wir erklären dir, was du zu dieser literarischen Epoche wissen musst! Die Aufklärung lässt sich ungefähr von 1720 bis 1785 datieren. Mit dieser Epoche vollzieht sich
- ein bedeutender Schritt in unsere moderne Welt. Insbesondere nach dem verheerenden Dreißigjährigen Krieg begannen die Menschen, den Einfluss der Könige,
- Fürsten und Kirchen kritisch zu hinterfragen. Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 1776 und die Französische Revolution 1789 mit ihrer Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte sind
- ein Resultat der Aufklärung und Ausdruck des neuen selbstbewussten Bürgertums. Aus Sicht der Aufklärung sollte der Mensch die Welt mit seinem eigenen Verstand wahrnehmen,
- jeder galt als autonomes Individuum, das das Wahre und Richtige selbstständig erkennen kann. „Sāpéré āūdé! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, lautete das Motto,
- das Kant formuliert hat. Vereinfacht: Man soll sich nicht aus Bequemlichkeit auf die Meinung anderer verlassen, sondern den eigenen Kopf benutzen und Kritik üben!
- Das sei die Aufgabe jedes Einzelnen, nur so könne die Menschheit Fortschritte erzielen! Die Wissenschaft und die Philosophie verpflichteten sich auf die Methoden
- des Rationalismus und der Empirie: Alle Erkenntnisse sollten nur noch von der Vernunft und den Sinneserfahrungen abgeleitet werden – nicht mehr von
- Gott oder veralteten Weltbildern. Denker wie Descartes, Locke, Voltaire, Hume und Rousseau entwickelten auf dieser Grundlage ihre einflussreichen Ideen und politischen Theorien.
- Die Literatur sollte bei ihren Lesern vernünftiges Handeln fördern - sie war damit Mittel der Bildung und Erziehung. Die Sprache musste deshalb klar und verständlich sein,
- vom barocken Schwulst wollte man nichts mehr wissen. Es entstanden sogenannte Poetiken, also genaue Anleitungen für Schriftsteller, wie man vernünftig schreibt.
- Die aufklärerische Literatur war in allen Gattungen tätig. Im Bildungsroman wird das Individuum in seiner Entwicklung gezeigt – in Wielands Geschichte des Agathon zum
- Beispiel. In Fabeln – etwa von Gellert – sind Tiere die handelnden Personen, die moralische Belehrung steht im Vordergrund. In Lehrgedichten wurden teilweise sogar naturwissenschaftliche
- Erkenntnisse dargestellt. Die wichtigste Gattung der Aufklärung war aber das Drama. Gotthold Ephraim Lessing hat das bürgerliche Trauerspiel erfunden: Erstmals machte er
- Bürger zu Protagonisten in einer Tragödie – das war bis dahin nur Adeligen vorbehalten, nur sie hielt man für würdig. Bei Lessing – zum Beispiel in Emilia Galotti – trifft das
- Bürgertum mit seinen moralischen Werten auf die von Machthunger und Korruption verdorbene Adelsgesellschaft. Oft ist die Liebe zwischen Menschen unterschiedlicher Stände die
- treibende Kraft, gegen gültige Konventionen und Beschränkungen aufzubegehren – meistens endet das tragisch! Solche Geschichten sollten beim Zuschauer eine Reinigung
- von Emotionen und tugendhaftes Verhalten bewirken – so zumindest die Hoffnung… Lessings Ideendrama Nathan der Weise dreht sich um Humanität. Darin macht der Protagonist Nathan mit
- der sogenannten Ringparabel die Gleichberechtigung der drei großen monotheistischen Weltreligionen deutlich. Und Toleranz gegenüber Andersdenkenden sei auch deswegen wichtig,
- weil dem eigenen Verstand Grenzen gesetzt sind – ein ziemlich moderner Gedanke, oder? Nicht nur Lessings Nathan hat uns heute noch etwas zu sagen. Die Aufklärung ist
- mehr als eine literarische Epoche, sie ist ein geistesgeschichtliches Zeitalter, das gewaltige Auswirkungen auf den geschichtlichen Verlauf hatte. Ohne
- die Errungenschaften der Aufklärung wäre unsere heutige Zeit undenkbar! So, jetzt nochmal zusammengefasst:
- Die literarische Aufklärung dauerte etwa von 1720 bis 1785. In dieser Epoche begann man, die Macht des Adels und der Kirche kritisch zu hinterfragen. Im Mittelpunkt stand der Mensch,
- der die Welt mit seinem Verstand und durch wissenschaftliche Methoden wahrnehmen und verbessern sollte. Die Literatur wollte den Leser bilden und ihn zu vernünftigem und moralischem
- Handeln anleiten. Wichtige Gattungen waren der Bildungsroman, die Fabel, das Lehrgedicht und das Drama. Lessing machte mit seinen bürgerlichen Trauerspielen erstmals Bürger zu Tragödienfiguren.
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