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Literaturgeschichte: Expressionismus | STARK erklärt

STARK Verlag5:10 303.152 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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  1. Als man die Brust aufbrach, war die Speiseröhre so löchrig. Ein Satz aus dem neuesten Hollywood Schocker? Nein, sondern ein ziemlich
  2. typisches Zitat für den Expressionismus. Was es mit dieser Epoche auf sich hat, erfährst du in diesem Video.
  3. [Musik] Die literarische Strömung des Expressionismus fällt in die Zeit von
  4. 1910 bis 1925. Er entwickelte sich im Deutschen Kaiserreich in der Regierungszeit von Kaiser Wilhelm dem II, im sogenannten
  5. Wilhelminismus. Die wilhminische Gesellschaft und Politik war von patriarchalen konservativen Werten wie Z.B. Gehorsam
  6. und Nationalismus geprägt. Das sahen die jungen Expressionisten kritisch und begehrten deshalb gegen die wilhelminische Gesellschaft auf. Sie
  7. legten es unter anderem darauf an, sie zu schocken und zwar mit verschiedenen Mitteln. durch eine Ästhetik des Hässlichen, durch die Schilderung der
  8. Rebellion junger Menschen gegen die Elterngenerationen oder auch indem sie Randexistenzen wie wahnsinnige oder Prostituierte
  9. darstellten. Die Expressionisten reagierten aber auch auf die zunehmende Verstäterung. Die Städte wurden in dieser Zeit nämlich
  10. immer größer, insbesondere Berlin, das Zentrum des Expressionismus. Die Autoren stellten den Großstadtmenschen in seiner Anonymität
  11. und Orientierungslosigkeit da und verdeutlichten die großstädtische Reizüberflutung. Immer wieder dämonisierten sie die
  12. Großstadt auch. So z.B. Georgheims Gedicht Der Gott der Stadt. Interessanterweise waren manche Autoren von der Großstadt als Ort der Vitalität
  13. oder des Rausches auch begeistert. Technische Entwicklungen, beispielsweise die Straßenbahn, machten das Leben zudem hektischer. In der
  14. Hochindustrialisierung wurde der Mensch immer mehr zu einem kleinen Rädchen in den Produktionsprozessen großer Fabriken.
  15. Die Expressionisten verarbeiteten diese Entwicklung in Texten, die die Endividualisierung und Verdinglichung des Menschen zeigen. Viele
  16. Schriftsteller gestalteten auch im allgemeineren Sinne eine Sinn bzw. Existenzkrise in ihren Werken. Das philosophische Vorbild dafür war
  17. Friedrich Nietsche. Sein Kernsatz Gott ist tot traf genau das Lebensgefühl, keinen Halt mehr im Metaphysischen zu haben. Und Sigmund Freuds Auffassung,
  18. dass ich sei nicht mehr Herr im eigenen Haus. entsprach dem Eindruck vieler Expressionisten, daß das Ich keine Einheit mehr ist. Sie gestalteten daher
  19. häufig das Motiv des Ichfalls. Die Darstellung der Ich und Sinnkrise macht einen großen Teil der expressionistischen Literatur aus, aber
  20. manche Dichter setzten dem auch das Ideal eines neuen Menschen entgegen. Diese Seite der Strömung nennt man O Men Menschexpressionismus.
  21. Eine besondere Rolle spielte der 1914 beginnende Erste Weltkrieg. Erstmal waren viele Expressionisten davon begeistert, weil sie dachten, nun
  22. endlich aus dem langweiligen Alltag ausbrechen zu können und die Möglichkeit eines Neuanfangs sahen. Doch die Grausamkeit des Krieges ließ die
  23. Begeisterung bald in Kriegskritik umschlagen, die insbesondere in Gedichten Ausdruck fand, wie beispielsweise in Georg Trackels
  24. Grodeek. Der Expressionismus grenzte sich übrigens unter anderem vom Naturalismus ab. Ziel war es nicht mehr, die äußere Wirklichkeit abzubilden,
  25. sondern das innere Erleben zum Ausdruck zu bringen. Nicht ohne Grund stammt der Begriff Expressionismus von dem lateinischen Expressio ab, was Ausdruck
  26. bedeutet. Der Begriff wurde übrigens zuerst für die Malerei verwendet und erst später für die Literatur. Mit Berlinbildern wie
  27. diesem hier konnten die expressionistischen Maler wenig anfangen. Es wurde eher so gemalt. Die Expressionisten arbeiteten also
  28. lieber mit Überzeichnungen, Verzerrungen und besonderen Farbgebungen. Die Schriftsteller setzten in der Sprache ebenfalls auf große Intensität. Beliebt
  29. waren Elipsen, Ausrufe und eine neuartige zum Teil überzeichnende Bildsprache. Charakteristisch ist in der Lyrik
  30. außerdem der Reihungsstil, mit dem einzelne Sinneseindrücke unverbunden nebeneinander gesetzt werden, als Ausdruck der nicht mehr überschaubaren
  31. Wirklichkeit. So, jetzt noch mal zusammengefasst. Der literarische Expressionismus dauerte etwa von 1910 bis 1925.
  32. Die Expressionisten revoltierten mit ihrer Literatur gegen die erstarrte wilhelminische Gesellschaft. Viele expressionistische Werke waren vom
  33. Gefühl einer Sinn bzw. Existenzkrise geprägt. Zum Ausdruck kamen diese unter anderem in den zahlreichen Großstadt und
  34. Kriegsgedichten dieser Zeit. Die expressionistische Sprache ist von großer Intensität.

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