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Literaturgeschichte: Expressionismus | STARK erklärt
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 34 Zeilen
- Als man die Brust aufbrach, war die Speiseröhre so löchrig. Ein Satz aus dem neuesten Hollywood Schocker? Nein, sondern ein ziemlich
- typisches Zitat für den Expressionismus. Was es mit dieser Epoche auf sich hat, erfährst du in diesem Video.
- [Musik] Die literarische Strömung des Expressionismus fällt in die Zeit von
- 1910 bis 1925. Er entwickelte sich im Deutschen Kaiserreich in der Regierungszeit von Kaiser Wilhelm dem II, im sogenannten
- Wilhelminismus. Die wilhminische Gesellschaft und Politik war von patriarchalen konservativen Werten wie Z.B. Gehorsam
- und Nationalismus geprägt. Das sahen die jungen Expressionisten kritisch und begehrten deshalb gegen die wilhelminische Gesellschaft auf. Sie
- legten es unter anderem darauf an, sie zu schocken und zwar mit verschiedenen Mitteln. durch eine Ästhetik des Hässlichen, durch die Schilderung der
- Rebellion junger Menschen gegen die Elterngenerationen oder auch indem sie Randexistenzen wie wahnsinnige oder Prostituierte
- darstellten. Die Expressionisten reagierten aber auch auf die zunehmende Verstäterung. Die Städte wurden in dieser Zeit nämlich
- immer größer, insbesondere Berlin, das Zentrum des Expressionismus. Die Autoren stellten den Großstadtmenschen in seiner Anonymität
- und Orientierungslosigkeit da und verdeutlichten die großstädtische Reizüberflutung. Immer wieder dämonisierten sie die
- Großstadt auch. So z.B. Georgheims Gedicht Der Gott der Stadt. Interessanterweise waren manche Autoren von der Großstadt als Ort der Vitalität
- oder des Rausches auch begeistert. Technische Entwicklungen, beispielsweise die Straßenbahn, machten das Leben zudem hektischer. In der
- Hochindustrialisierung wurde der Mensch immer mehr zu einem kleinen Rädchen in den Produktionsprozessen großer Fabriken.
- Die Expressionisten verarbeiteten diese Entwicklung in Texten, die die Endividualisierung und Verdinglichung des Menschen zeigen. Viele
- Schriftsteller gestalteten auch im allgemeineren Sinne eine Sinn bzw. Existenzkrise in ihren Werken. Das philosophische Vorbild dafür war
- Friedrich Nietsche. Sein Kernsatz Gott ist tot traf genau das Lebensgefühl, keinen Halt mehr im Metaphysischen zu haben. Und Sigmund Freuds Auffassung,
- dass ich sei nicht mehr Herr im eigenen Haus. entsprach dem Eindruck vieler Expressionisten, daß das Ich keine Einheit mehr ist. Sie gestalteten daher
- häufig das Motiv des Ichfalls. Die Darstellung der Ich und Sinnkrise macht einen großen Teil der expressionistischen Literatur aus, aber
- manche Dichter setzten dem auch das Ideal eines neuen Menschen entgegen. Diese Seite der Strömung nennt man O Men Menschexpressionismus.
- Eine besondere Rolle spielte der 1914 beginnende Erste Weltkrieg. Erstmal waren viele Expressionisten davon begeistert, weil sie dachten, nun
- endlich aus dem langweiligen Alltag ausbrechen zu können und die Möglichkeit eines Neuanfangs sahen. Doch die Grausamkeit des Krieges ließ die
- Begeisterung bald in Kriegskritik umschlagen, die insbesondere in Gedichten Ausdruck fand, wie beispielsweise in Georg Trackels
- Grodeek. Der Expressionismus grenzte sich übrigens unter anderem vom Naturalismus ab. Ziel war es nicht mehr, die äußere Wirklichkeit abzubilden,
- sondern das innere Erleben zum Ausdruck zu bringen. Nicht ohne Grund stammt der Begriff Expressionismus von dem lateinischen Expressio ab, was Ausdruck
- bedeutet. Der Begriff wurde übrigens zuerst für die Malerei verwendet und erst später für die Literatur. Mit Berlinbildern wie
- diesem hier konnten die expressionistischen Maler wenig anfangen. Es wurde eher so gemalt. Die Expressionisten arbeiteten also
- lieber mit Überzeichnungen, Verzerrungen und besonderen Farbgebungen. Die Schriftsteller setzten in der Sprache ebenfalls auf große Intensität. Beliebt
- waren Elipsen, Ausrufe und eine neuartige zum Teil überzeichnende Bildsprache. Charakteristisch ist in der Lyrik
- außerdem der Reihungsstil, mit dem einzelne Sinneseindrücke unverbunden nebeneinander gesetzt werden, als Ausdruck der nicht mehr überschaubaren
- Wirklichkeit. So, jetzt noch mal zusammengefasst. Der literarische Expressionismus dauerte etwa von 1910 bis 1925.
- Die Expressionisten revoltierten mit ihrer Literatur gegen die erstarrte wilhelminische Gesellschaft. Viele expressionistische Werke waren vom
- Gefühl einer Sinn bzw. Existenzkrise geprägt. Zum Ausdruck kamen diese unter anderem in den zahlreichen Großstadt und
- Kriegsgedichten dieser Zeit. Die expressionistische Sprache ist von großer Intensität.
Zum Nachlesen
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