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Literaturgeschichte: Romantik | STARK erklärt

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  1. Im Deutschunterricht fällt der Begriff Romantik und du denkst an ein Abendessen bei Kerzenschein mit deinem Schwarm. Dann wird es höchste Zeit, dass du die
  2. berühmte Literaturepoche Romantik kennenlernst. [Musik]
  3. Die Romantik. Europa war in den Jahren nach der französischen Revolution großen Veränderungen ausgesetzt.
  4. Napoleon eroberte den halben Kontinent. 1806 wurde das Heilige Römische Reich deutscher Nation aufgelöst. In der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813
  5. konnten die napoleonischen Heere geschlagen werden und nach den restaurativen Beschlüssen des Wiener Kongresses 1815 wurde ein deutscher
  6. Staatenbund ins Leben gerufen. In der Bevölkerung wuchs in dieser Zeit der Fremdherrschaft und der Umbrüche die Sehnsucht nach Identität und Halt. Ein
  7. deutsches Nationalgefühl entstand. Man fragte sich, was ist eigentlich Deutsch? So kam es unter anderem zum deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grim und zur
  8. Volksliedsammlung des Knaben Wunderhorn. In der ganzen romantischen Literatur wird betont, dass der Mensch nicht nur seiner Vernunft folgt. Man grenzte sich
  9. damit von der Aufklärung ab. Der Mensch bestehe nämlich auch aus einem komplexen Innenleben, aus Gefühlen, Träumen und Fantasie, aber auch aus Wahnsinn. Angst
  10. und Weltschmerz. Die Einheit zwischen Mensch, Natur und Gott sollte wiederhergestellt werden. Diesen Urzustand erblickte man in den
  11. wunderbaren Erscheinungen der Natur. Deshalb sind die Figuren in der romantischen Literatur ständig auf Wanderschaft. Dieses Reisen soll
  12. gleichzeitig immer eine spirituelle, ja fast religiöse Reise zu sich selbst sein. Bei literarischen Texten galt das Prinzip der progressiven
  13. Universalpoesie. Das heißt, dass in einem Text verschiedene literarische Formen vermischt werden sollen. So sind z.B. in
  14. vielen Romanen Gedichte eingebaut. Es können auch verschiedene Zeit oder Bewusstseinsebenen miteinander verwoben werden. Gleichzeitig sollte aber die
  15. Grenze zwischen Kunst und Realität aufgehoben werden und eine Poetisierung des Lebens stattfinden. Dass die in der Literatur entworfenen
  16. idealen Traumwelten und die Realität auseinander klaffen, war den Romantikern bewusst. Durch die sogenannte romantische Ironie sollte deshalb auch
  17. immer auf den künstlichen Charakter der Texte hingewiesen werden. Die Romantiker konnten ihre Vorstellung von Literatur am besten in Erzähltexten verwirklichen.
  18. So schickt Novales den Helden in seinem Bildungsroman Heinrich von Ofterdingen auf die Suche nach der mystischen blauen Blume. Diese gilt von da an als das
  19. literarische Motiv für die romantische Sehnsucht nach dem Unendlichen. dem tollpatschigen Studenten Anselmus in Eta Hoffmanns Märchen Der goldene Topf
  20. gelingt es den Kampf zwischen einer Hexe und einem Salamander zu überleben. Er überschreitet die offene Grenze zwischen Realität und Fantasie und zieht als
  21. Dichter in das Reich Atlantis ein. Eichendorfsgedichte sind repräsentativ für die romantische Lyrik. In verständlicher, aber sehr metaphorischer
  22. und symbolhafter Sprache werden die Themen Natur, Sehnsucht und Liebe aufgegriffen. In Kombination mit den einfachen und regelmäßigen Versen und
  23. Strophen entsteht der Eindruck eines Volksliedes. Mit den Gedichten von Heinrich Heine findet die Romantik um 1830 herum
  24. langsam zu einem Ende. Heine greift zwar romantische Motive auf, bricht diese aber poert und ironisch. Der Einfluss dieser Kunsteppoche wirkt aber bis heute
  25. nach. So, jetzt noch mal zusammengefasst. Die Romantik dauerte etwa von 1793 bis 1830.
  26. Die Romantiker rückten das rege Gefühlsleben des Menschen in den Fokus. Auf diesem Weg sollte die verloren gegangene Einheit zwischen Mensch, Natur
  27. und Gott wiederhergestellt werden. Beim Verfassen von Texten folgte man dem Konzept der progressiven Universalpoesie.
  28. Die romantische Sprache ist verständlich, aber sehr metaphorisch und symbolhaft.

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