Literaturgeschichte: Sturm und Drang | STARK erklärt STARK Verlag https://www.youtube.com/watch?v=PbW9n7OqA7s Transkript (automatisch erstellt) 0:01 Er aber sag's ihm, er kann mich im Arsche lecken. Traust du solche Worte einem alhrwürdigen Schriftsteller zu? Nein, 0:13 solltest du aber, denn auch Gote und Schiller hatten ihre wilde Phase und zwar in der Epoche des Sturm und Drang. 0:24 [Musik] Die literarische Strömbung des Sturm und Drang erstreckte sich in etwa von 1765 0:40 bis 1785. Der Sturm und Drang ist gewissermaßen eine literarische Rebellion junger 0:48 Schriftsteller und zwar gegen den Fortschrittsoptimismus und die Vernunftfixierung der Aufklärung. Die Literatur sollte ihren Beitrag dazu 0:56 leisten, daß man sich von starren gesellschaftlichen Beschränkungen befreit, wie z.B. den Standesschranken. Das Wollen sollte über dem Sollen 1:05 stehen. Deshalb wehrte man sich gegen jede Form von Autorität, sei es die von Eltern, von Monarchen oder von Göttern. Die Freiheit und Gleichheit aller 1:15 Menschen wurde verkündet und immer wieder eingefordert. Die Stürmer und Dränger sahen im Menschen mehr als nur ein Vernunftwesen. 1:23 Ein ausgeprägtes Gefühlsleben, Kreativität und ein eigener Wille waren für sie mindestens ebenso bedeutend. Natürlich und unverfälscht sollte jeder 1:33 einzelne sein. Kein Sklave mehr von gesellschaftlichen Erwartungen und längst überholten Gesetzen. Wer seine ganze schöpferische Kraft entfaltete, 1:41 wurde als Genie verehrt. Homer und Shakespeare galten hier als Vorbilder. Die Stürmer und Dränger wollten autonome Künstler sein. Sie setzten ihre eigenen 1:52 Vorstellungen durch, was die Themenauswahl, die sprachliche Gestaltung und die Form ihrer Texte anbelangte. Wichtig war ihnen stets, daß 1:59 in den Texten menschliche Gefühle und Erfahrungen authentisch zum Ausdruck kommen. So z.B. in der sogenannten Erlebnislyrik. 2:08 Im Schriftstellerleben von Gohhe und Schiller war der Sturm und Drang der Beginn ihrer Karriere. Sie feierten zu dieser Zeit ihre ersten großen Erfolge 2:15 und legten den Grundstein für ihre spätere Berühmtheit. Die wichtigsten Texte von Gohe aus dieser Zeit sind die Gedichtssammlung 2:24 Sesenheimer Lieder, die Ode Prometholus, das Geschichtsdrama Götz von Bärlichingen und der Briefroman Die Leiden des jungen Werters. Als Gohe 1775 2:34 in den Staatsdienst des Herzogtums Weimar eintrat, fand diese schriftstellerische Phase für den damals 26-jährigen ein Ende. Der um 10 Jahre 2:42 jüngere Friedrich Schiller schrieb in den 1780er Jahren seine zentralen Texte des Sturm und Drang, die Dramen die Räuber und Kabale und Liebe. Schillers 2:51 Texte polarisierten. Das junge Publikum brach in Jubelstürme aus. Die Machthaber hingegen waren wütend und empört. Um 1785 herum endete der Sturm und 3:02 Drang. Was von dieser Epoche bleibt, die direkte gefühlsbetonte Ausdrucksweise und der Widerstand gegen Unterdrückung und Ungleichheit hatten seitdem einen 3:11 festen Platz in der deutschen Literatur. Jetzt das Wichtigste noch mal im Überblick. Der Sturm und Drang dauerte etwa von 3:20 1765 bis 1785. Die Stürmer und Dränger leisteten mit ihrer Literatur Widerstand gegen gesellschaftliche Beschränkungen. 3:30 Man strebte nach dem Ideal der Freiheit und Gleichheit aller Menschen. Mit Kraft und Natürlichkeit sollte das Individuum seinen Willen zum Ausdruck 3:39 bringen. Die Sprache der Stürmer und Dränger ist dabei direkt und gefühlsbetont.