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Mathematik · Klasse 12 · aktualisiert

Galton-Brett: Binomialverteilung verstehen

Am Galton-Brett siehst du, warum mittlere Fächer häufiger getroffen werden. Du zählst Wege und berechnest Fachwahrscheinlichkeiten.

0 von 12 Aufgaben gelöst

Galton-Brett: Binomialverteilung verstehen

Kurz gesagt

Ein Galton-Brett lenkt eine Kugel an n Stiftreihen je nach links oder rechts ab. Nach k Rechtsablenkungen landet sie im Fach k. Im symmetrischen Modell gilt P(X=k)=\binom{n}{k}\left(\frac12\right)^n: Das Fach ist binomialverteilt, weil zur Mitte die meisten Wege führen.

Beim Galton-Brett wird eine Kugel an jeder Stiftreihe nach links oder rechts abgelenkt. Im symmetrischen Idealmodell sind diese Entscheidungen unabhängig und beide Richtungen gleich wahrscheinlich. Deshalb ist das Zielfach binomialverteilt: Mittlere Fächer sind wahrscheinlicher, weil viel mehr Wege dorthin führen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Eine Kugel fällt durch mehrere versetzte Stiftreihen. An jedem Stift wird sie nach links oder rechts abgelenkt, danach landet sie in einem Auffangfach. Bei n Stufen nummerierst du die Fächer von links nach rechts mit 0, 1, \ldots, n. Jede Rechtsablenkung schiebt die Kugel ein Fach weiter nach rechts. Deshalb landet eine Kugel mit genau k Rechtsablenkungen im Fach k, egal in welcher Reihenfolge sie kommen. Auf jeder Stufe gibt es zwei Richtungen, also verdoppelt sich die Zahl der Wege mit jeder Stufe: Es gibt 2^n Wege, aber nur n+1 Fächer. Die Beispiele hier sind gedachte Modellversuche, keine Messberichte.

Definition

Idealmodell

Im Idealmodell gelten für jede Ablenkung dieselben Bedingungen: Rechts tritt mit der Wahrscheinlichkeit p ein, links mit 1-p. Die Ablenkungen sind unabhängig: Eine frühere Entscheidung verändert die nächste nicht. Dabei ist n \ge 1 und 0 < p < 1. Beim symmetrischen Galton-Brett gilt p = \frac12.

Beispiel: Wege und Fächer zählen

  1. 1Weg rechts – links – rechts – links bei vier Stufen: zwei Rechtsablenkungen, also Fach 2
  2. 2Drei Stufen: 2^3 = 8 vollständige Wege
  3. 3Aber nur 3 + 1 = 4 Fächer
  4. 4rechts – links – links, links – rechts – links und links – links – rechts enden alle im Fach 1

Merke: Verwechsle Wege und Fächer nicht: Bei n Stufen gibt es 2^n Wege, aber nur n+1 Fächer.

Teste dich

LeichtEine Kugel wird fünfmal abgelenkt. In welchem Fach landet sie nach genau drei Rechtsablenkungen?
MittelEin Galton-Brett besitzt sechs Stufen. Welche Angabe ist richtig?

Alles auf einen Blick

Galton-Brett

  • Aufbau

    n Stufen ergeben 2^n Wege, aber nur n+1 Fächer

  • Fachnummer

    Fach k bedeutet genau k Rechtsablenkungen

  • Wege zählen

    \binom{n}{k} Wege führen ins Fach k, wie im Pascalschen Dreieck

  • Wahrscheinlichkeit

    P(X=k)=\binom{n}{k}p^k(1-p)^{n-k}, symmetrisch \binom{n}{k}\left(\frac12\right)^n

  • Modellgrenzen

    konstantes p und unabhängige Ablenkungen; ein echtes Brett passt nur näherungsweise

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Symmetrisches Brett mit sechs Stufen: Wie wahrscheinlich ist Fach 2?

  1. 1Gegeben: n = 6, p = \frac12, gesucht P(X=2)
  2. 2Wege ins Fach 2: \binom{6}{2} = \frac{6 \cdot 5}{2 \cdot 1} = 15
  3. 3Alle Wege: 2^6 = 64, jeder hat die Wahrscheinlichkeit \frac{1}{64}
  4. 4P(X=2) = 15 \cdot \frac{1}{64} = \frac{15}{64} \approx 0{,}2344
  5. 5Die Kugel landet also mit etwa 23,4 % im Fach 2.

Fehler finden

Symmetrisches Brett mit fünf Stufen: Fach 2 In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Ein Galton-Brett mit 4 Stufen hat mögliche Wege, aber nur Fächer. Die meisten Wege führen in die .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Galton-Brett

LeichtWelche Größe zählt \binom{n}{k} beim Galton-Brett?
MittelEin symmetrisches Brett hat zehn Stufen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für das ganz linke Fach?
SchwerEin Brett mit fünf Stufen liefert über viele Wiederholungen auffällig mehr Kugeln rechts. Welche Erklärung verbindet Beobachtung und Modell am besten?

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