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Zeittafel zur Französischen Revolution

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse der Französischen Revolution (1789 bis 1799). Inhaltsverzeichnis.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und politische Entwicklung
  2. 2. Vom Ständeproblem zu Grundrechten und Reformen
  3. 3. Konstitutionelle Monarchie und Sturz des Königtums
  4. 4. Republik, Krieg und Terror
  5. 5. Ende des Terrors und Direktorium
  6. 6. Bonapartes Aufstieg und Ende der Revolution

Überblick und politische Entwicklung

Die Französische Revolution dauerte von 1789 bis 1799. Ihr Ausgangspunkt waren die Staatsschulden: König Ludwig XVI. berief deshalb am 8. August 1788 die Generalstände zum 1. Mai 1789 ein; erstmals seit 1614 sollten sie wieder zusammentreten. Der Dritte Stand verlangte Mitsprache bei Wahlen und niedrigere Steuern, während Erster Stand (Klerus) und Zweiter Stand (Adel) ihre Privilegien verteidigten. Am 17. Juni 1789 erklärten sich die Vertreter des Dritten Standes zur Nationalversammlung; dies gilt als Beginn der Revolution.

Wichtige Umbrüche waren die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte im August 1789, die Verfassung von 1791 mit der konstitutionellen Monarchie, die Abschaffung der Monarchie 1792 und die Ausrufung der Ersten Republik. Wirtschaftliche Not und Einmischung anderer Staaten verschärften die Konflikte. Ludwig XVI. wurde im Januar 1793, Marie-Antoinette im Oktober 1793 hingerichtet. 1795 stellte eine neue Verfassung die Gewaltenteilung wieder her und übertrug die Regierung einem Direktorium aus fünf Männern. Mit dem Konsulat vom 10. November 1799 endete die Revolution.

Politisch wirkten wechselnde Gruppen: Orléanisten förderten einen Cousin Ludwigs XVI.; Monarchisten und Feuillants wollten ein konstitutionelles Königtum. Girondisten waren Vertreter der Gebildeten des Dritten Standes. 1793 übernahmen Jakobiner, die Vertreter der Sansculotten, mit den weiter links stehenden Cordeliers als Bergpartei die Macht. Der Wohlfahrtsausschuss (Comité de salut public) konzentrierte die Gewalt; unter Maximilien de Robespierre entwickelte sich die Schreckensherrschaft, in der etwa 40.000 Menschen hingerichtet wurden. Thermidorianer verband vor allem das Ziel, Robespierre zu stürzen. Frauenvereine konnten nur in den ersten vier Jahren politische Forderungen nach Macht und Gleichstellung stellen; nach der Hinrichtung Olympe de Gouges’ 1793 und dem Verbot von Frauenclubs wurde ihre Arbeit unterbunden.

Vom Ständeproblem zu Grundrechten und Reformen

1789 traten die Generalstände am 5. Mai in Versailles zusammen. Nach der Erklärung zur Nationalversammlung am 17. Juni gelobten deren Abgeordnete im Ballhausschwur vom 20. Juni, nicht auseinanderzugehen, bevor Frankreich eine Verfassung habe. Obwohl der König am 23. Juni die Auflösung verlangte, schlossen sich Klerus und Adel am 27. Juni an. Am 9. Juli wurde die Versammlung zur verfassungsgebenden Nationalversammlung, der Konstituante.

Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli wurde später zum Ursprungsmythos der Revolution. In der „großen Furcht“ im Juli und August plünderten Bauern Getreidespeicher, brannten Schlösser nieder und vernichteten Urkunden. Die Augustbeschlüsse vom 4. August beseitigten Vorrechte von Adel, Klerus, Städten und Provinzen: Feudalherrschaft, Leibeigenschaft und Steuerprivilegien wurden abgeschafft; vorgesehen waren Rechtsgleichheit und kostenloser Zugang zur Justiz. Am 26. August folgte die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte.

Der Zug der Marktfrauen nach Versailles am 5. und 6. Oktober zwang den König nach Paris und zur Anerkennung der Gesetzgebungskompetenz der Nationalversammlung. Kirchenbesitz wurde am 2. November verstaatlicht, Assignaten wurden am 19. Dezember zur Regelung der Staatsfinanzen eingeführt, und Frankreich wurde am 22. Dezember in 83 Départements gegliedert.

Konstitutionelle Monarchie und Sturz des Königtums

1790 und 1791 veränderte die Nationalversammlung Staat, Gesellschaft und Kirche. 1790 wurden Klöster aufgehoben, die Salzsteuer Gabelle und der Adel abgeschafft sowie Binnenzölle beseitigt. Die Zivilverfassung des Klerus vom 12. Juli 1790 bildete neue Diözesen, machte Geistliche zu Staatsbeamten und verpflichtete sie auf einen Verfassungseid. Papst und Klerus leisteten starken Widerstand. Juden wurden schrittweise als vollwertige Staatsbürger anerkannt; am 28. September 1791 wurden französische Juden den übrigen Bürgern gleichgestellt.

1791 wurden Korporationen und Zünfte abgeschafft, zugleich Arbeiterzusammenschlüsse und Streiks verboten. Die Flucht Ludwigs XVI. nach Varennes vom 20. bis 25. Juni beschädigte seine Stellung: Er wurde gefangen genommen und nach Paris zurückgebracht. Die Verfassung vom 3. September 1791 machte Frankreich zu einer konstitutionellen Monarchie. Der König schwor am 13. und 14. September auf sie und erklärte die Revolution für beendet. Gleichzeitig drohte äußere Einmischung: In der Pillnitzer Deklaration vom 27. August beschlossen Kaiser Leopold II. und der preußische König Friedrich Wilhelm II. ein Einschreiten zugunsten der Monarchie.

1792 führte Frankreich Krieg gegen Österreich und Preußen. Nach dem Tuileriensturm der Sansculotten am 10. August wurde der König suspendiert und gefangen gesetzt; die Monarchie war damit aufgehoben. Das Zensuswahlrecht wurde abgeschafft. Die Septembermassaker vom 2. bis 5. September kosteten zahlreiche politische Gegner der Sansculotten, darunter etwa 1.400 Geistliche und romtreue Christen, das Leben. Der Nationalkonvent trat am 21. September zusammen, schaffte die Monarchie ab und leitete die zweite Revolutionsphase ein. Am 22. September wurde die Erste Republik ausgerufen. Der Sieg bei Valmy am 20. September war die erste entscheidende militärische Wende für die Revolutionsarmee.

Republik, Krieg und Terror

1793 wurde Ludwig XVI. am 17. Januar zum Tode verurteilt und am 21. Januar hingerichtet. Danach traten Großbritannien, Spanien, Portugal sowie die meisten deutschen und italienischen Staaten der Koalition gegen Frankreich bei. Zugleich begann im März der Aufstand in der Vendée, wodurch große Teile Frankreichs unter gegenrevolutionäre Herrschaft gerieten.

Das Revolutionstribunal vom 10. März konnte Urteile fällen, die nicht angefochten werden konnten. Am 6. April wurde der Wohlfahrtsausschuss als Exekutiv- und Legislativorgan des Nationalkonvents eingerichtet. Nach dem Aufstand der Pariser Sansculotten vom 31. Mai bis 2. Juni wurden die Girondisten entmachtet. Die Verfassung von 1793, auch Verfassung des Jahres I, wurde am 24. Juni beschlossen und am 10. August per Volksabstimmung mit großer Mehrheit angenommen.

Unter Robespierre, der am 27. Juli den Vorsitz des Wohlfahrtsausschusses übernahm, verschärfte sich die Revolution. Die Levée en masse vom 23. August führte die allgemeine Wehrpflicht ein. Der Konvent bekannte sich am 5. September zum Terror. Das Gesetz über die Verdächtigen vom 17. September erlaubte die Verhaftung beliebiger Verdächtiger. Das Kleine Maximumgesetz vom 4. Mai und das Große Maximumgesetz vom 29. September setzten Lebensmittelpreise beziehungsweise Höchstpreise für Güter des täglichen Bedarfs fest. Marie-Antoinette wurde am 16. Oktober hingerichtet. Außerdem wurden feudale Rechte aufgehoben sowie Schulpflicht und kostenloser Schulunterricht am 19. Dezember eingeführt.

Ende des Terrors und Direktorium

1794 schaffte der Konvent am 4. Februar die Sklaverei in den Kolonien ab; am 15. Februar wurde die Trikolore Nationalflagge. Nach Hinrichtungen der Hébertisten sowie Dantons und seiner Anhänger verschärften die Prairial-Dekrete vom 10. Juni den Terror: Das Revolutionstribunal konnte auf bloße Verdächtigung und ohne Verteidigungsmöglichkeiten Todesurteile verhängen. Dabei wurden etwa 2.500 Gegner Robespierres hingerichtet.

Der Thermidoraufstand vom 27. Juli führte zur Absetzung Robespierres und zum Ende des Terrors. Einen Tag später wurden Robespierre, Saint-Just und mehr als 100 weitere Anhänger des Terrors hingerichtet. Im September beschloss der Konvent die Trennung von Staat und Kirche, im November die Schließung des Jakobinerklubs und im Dezember die Abschaffung der Maximumgesetze.

Die Verfassung des Jahres III vom 22. August 1795 begründete das Direktorium. Sie trat nach einer Volksabstimmung am 26. Oktober in Kraft; am 31. Oktober wurde das erste Direktorium gewählt. In dieser Zeit wurden Aufstände der Sansculotten und Royalisten niedergeschlagen. Außenpolitisch schloss Frankreich 1795 Frieden mit Preußen und Spanien; 1797 brachte der Friede von Campo Formio den Sieg über die Erste Koalition.

Bonapartes Aufstieg und Ende der Revolution

Im Direktorium gewann Napoleon Bonaparte militärisch an Bedeutung. Er wurde am 2. März 1796 Befehlshaber der Italienarmee und siegte unter anderem bei Lodi am 10. Mai 1796, bei Arcole vom 15. bis 17. November 1796 und bei Rivoli am 14. Januar 1797. Frankreich errichtete oder unterstützte mehrere Republiken, darunter die Cispadanische, Ligurische, Cisalpinische, Römische und Helvetische Republik. 1798 brach Bonaparte nach Ägypten auf, eroberte nach der Schlacht bei den Pyramiden am 21. Juli Kairo, erlitt aber am 1. August bei Abukir eine Niederlage gegen die britische Flotte unter Nelson.

1799 begann mit der französischen Kriegserklärung an Österreich der Zweite Koalitionskrieg. Bonaparte kehrte am 9. Oktober aus Ägypten zurück. Im Staatsstreich des 18. Brumaire VIII wurde am 9. November der Rat der Fünfhundert in Saint-Cloud festgesetzt. Am 10. November wurde Bonaparte zusammen mit l’abbé Sieyès und Ducos unter dem Druck seiner Soldaten zum Konsul gewählt. Dieses Datum gilt als Ende der Französischen Revolution und Beginn des Konsulats. Die Konsulatsverfassung des Jahres VIII vom 24. Dezember begründete Bonapartes Alleinherrschaft als erster Konsul.

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