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Welthandel/Tabellen und Grafiken

An der Entwicklung des Welthandelsvolumens kann die zunehmende Globalisierung der Wirtschaft erkannt werden. Während in den beiden letzten Jahrzehnten des …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Kern und Messgrößen des Welthandels
  2. 2. Regionale Verschiebungen und langfristige Entwicklung
  3. 3. Größte Exportnationen und historische Exportdaten
  4. 4. Größte Importnationen und historische Importdaten
  5. 5. Handelsbilanz und meistgehandelte Waren
  6. 6. Jährliche und vierteljährliche Entwicklung

Kern und Messgrößen des Welthandels

Welthandel bezeichnet den internationalen Austausch von Waren. Die Tabellen und Grafiken des Artikels stellen dazu weltweite Export- und Importwerte, Länderanteile, Handelsbilanzen sowie die Entwicklung über Jahre und Quartale dar.

Nach Angaben der Welthandelsorganisation (WTO) wurden 2015 weltweit Waren im Wert von 15.985 Milliarden US-Dollar exportiert. Gegenüber 2014 entsprach das einem Rückgang von rund 13 %. Ursache war vor allem der Einbruch der Rohstoffpreise. Preisbereinigt, also real, wuchs der Welthandel 2015 jedoch um 2,8 %. In einer späteren Jahrestabelle wird für 2015 ein nominales Exportvolumen von 16.525 Milliarden US-Dollar, eine nominale Veränderung von −13,2 % und ein reales Wachstum von 2,5 % angegeben. Die unterschiedlichen Werte zeigen, dass die Tabellen auf nicht völlig identischen Datenreihen beruhen.

Nominale Werte werden zu den Preisen des jeweiligen Erhebungszeitraums angegeben und sind nicht inflationsbereinigt. Reale Werte werden um Inflationseffekte bereinigt und zeigen damit stärker die Veränderung der tatsächlich gehandelten Warenmenge. Exporte werden auf FOB-Basis bewertet (Free on Board, Preis am Ausfuhrhafen), Importe auf CIF-Basis (Cost, Insurance, Freight, Kosten einschließlich Versicherung und Fracht am Zielhafen). Deshalb unterscheiden sich die nominalen Summen von Weltexporten und Weltimporten, insbesondere wegen der Transportkosten.

Die Entwicklung des Welthandelsvolumens gilt als Hinweis auf die zunehmende Globalisierung der Wirtschaft. Zwischen 2000 und 2007 stiegen die Warenausfuhren real durchschnittlich um 5,5 % pro Jahr, während die Weltwirtschaft real durchschnittlich um 3,0 % wuchs. Von 1990 bis 2014 betrug das jährliche reale Wachstum der Exporte nach WTO-Angaben 5,1 %, das reale Wachstum des kumulierten Bruttoinlandsprodukts (BIP) dagegen 2,7 % pro Jahr.

Die Finanzkrise, die ab 2007 in den USA als Immobilienkrise begann, belastete ab 2008 zunehmend die Realwirtschaft. Die realen Wachstumsraten der weltweiten Warenausfuhr sanken von 6,2 % (2007) auf 2,0 % (2008) und −13,2 % (2009). Das reale Wachstum der Weltwirtschaft ging von 3,9 % über 1,3 % auf −2,4 % zurück. 2010 erholte sich der Welthandel; nominale und reale Wachstumsraten stiegen deutlich.

Regionale Verschiebungen und langfristige Entwicklung

Die regionalen Tabellen zeigen eine starke Zunahme des Welthandels in nominalen, nicht inflationsbereinigten US-Dollar. Die weltweiten Exporte stiegen von 59 Milliarden US-Dollar 1948 über 579 Milliarden 1973 und 3.688 Milliarden 1993 auf 15.985 Milliarden 2015 und 17.070 Milliarden 2020. Bei den Importen werden 59 Milliarden US-Dollar für 1948, 579 Milliarden für 1973, 3.688 Milliarden für 1993, 15.985 Milliarden für 2015 und 17.376 Milliarden für 2020 ausgewiesen. Für 2003 nennt die Exporttabelle 7.380 Milliarden, die Importtabelle 7.599 Milliarden.

Asien gewann langfristig deutlich an Bedeutung: Sein Anteil an den Weltexporten stieg von 14,0 % (1948) auf 26,0 % (1993), 34,2 % (2015) und 36,1 % (2020). Der Anteil Europas lag bei 35,1 % (1948), erreichte 50,9 % (1973) und betrug 38,1 % (2020). Nordamerika sank von 28,1 % (1948) auf 13,1 % (2020), Afrika von 7,3 % auf 2,2 %. Der Anteil des Mittleren Ostens stieg von 2,0 % auf 4,5 %.

China entwickelte sich besonders dynamisch. Sein Anteil an den weltweit aggregierten Exporten betrug 2,5 % im Jahr 1993; im Überblick des Artikels wird für die Gegenwart ein Anteil von 13,8 % genannt. Die regionale Tabelle weist dagegen 14,2 % für 2015 und 15,2 % für 2020 aus. Zum Vergleich werden für 1993 Exportanteile von 3,8 % für die Niederlande und 3,9 % für Kanada genannt.

Die Anteile der GATT-/WTO-Mitglieder stiegen bei den Exporten von 63,4 % (1948) auf 98,6 % (2020), bei den Importen von 58,6 % auf 98,2 %. Die EU-Werte beziehen sich je nach Jahr auf unterschiedliche Zusammensetzungen: EWG (6) 1963, EG (9) 1973, EG (10) 1983, EU (12) 1993, EU (25) 2003, EU (28) 2015 und EU (27) 2020. Die Deutschland-Werte von 1948 bis 1983 beziehen sich auf die Bundesrepublik Deutschland (BRD).

Größte Exportnationen und historische Exportdaten

Im Warenhandel 2021 führte die Volksrepublik China die Rangliste mit Exporten von 3.364 Milliarden US-Dollar und einem Weltanteil von 15,1 % an. Es folgten die Vereinigten Staaten mit 1.754 Milliarden und 7,9 %, Deutschland mit 1.632 Milliarden und 7,3 %, die Niederlande mit 836 Milliarden und 3,7 % sowie Japan mit 756 Milliarden und 3,4 %.

Weitere Länder der ersten zehn Plätze waren Hongkong mit 670 Milliarden US-Dollar (3,1 %), Südkorea mit 644 Milliarden (2,9 %), Italien mit 610 Milliarden (2,7 %), Frankreich mit 585 Milliarden (2,6 %) und Belgien mit 545 Milliarden (2,4 %). Unter den weiteren wichtigen Exportnationen lagen Kanada auf Rang 11 mit 508 Milliarden, Mexiko auf Rang 12 mit 495 Milliarden, Russland auf Rang 13 mit 494 Milliarden, das Vereinigte Königreich auf Rang 14 mit 468 Milliarden, Singapur auf Rang 15 mit 457 Milliarden und Indien auf Rang 18 mit 395 Milliarden US-Dollar.

Die historischen Daten verdeutlichen den Aufstieg Chinas: Seine nominalen Warenexporte stiegen von 2.307 Millionen US-Dollar 1970 über 249.203 Millionen 2000 und 1.577.824 Millionen 2010 auf 3.363.835 Millionen 2021. Die Vereinigten Staaten erhöhten ihre Exporte von 43.241 Millionen 1970 auf 1.754.300 Millionen 2021, Deutschland von 34.228 Millionen auf 1.631.931 Millionen. Vietnam wuchs besonders stark von 8 Millionen US-Dollar 1970 auf 335.929 Millionen 2021.

Deutschland war zwischen 1986 und 2008 zehnmal Exportweltmeister. 2010 fiel es erstmals seit 1959 auf den dritten Rang der weltweit größten Warenexporteure zurück. Für Hongkong, Singapur und die Vereinigten Arabischen Emirate enthalten die Angaben teilweise erhebliche Re-Exports, also Ausfuhren zuvor eingeführter ausländischer Waren. Mehrere Werte, unter anderem für Iran, werden als Schätzungen des WTO-Sekretariats gekennzeichnet.

Größte Importnationen und historische Importdaten

2021 waren die Vereinigten Staaten mit Warenimporten von 2.935 Milliarden US-Dollar und einem Weltanteil von 13,0 % die größte Importnation. China folgte mit 2.689 Milliarden und 11,9 %, Deutschland mit 1.420 Milliarden und 6,3 %, Japan mit 769 Milliarden und 3,4 % sowie die Niederlande mit 758 Milliarden und 3,4 %.

Auf den weiteren Plätzen der ersten zehn lagen Frankreich mit 714 Milliarden US-Dollar (3,2 %), Hongkong mit 712 Milliarden (3,2 %), das Vereinigte Königreich mit 694 Milliarden (3,1 %), Südkorea mit 615 Milliarden (2,7 %) und Indien mit 573 Milliarden (2,5 %). Italien importierte Waren im Wert von 558 Milliarden, Mexiko im Wert von 522 Milliarden und Kanada im Wert von 504 Milliarden US-Dollar.

Auch bei den Importen zeigen die historischen Werte langfristiges Wachstum. Die Importe der Vereinigten Staaten stiegen von 42.389 Millionen US-Dollar 1970 über 1.259.300 Millionen 2000 und 1.969.184 Millionen 2010 auf 2.935.314 Millionen 2021. China erhöhte seine Importe von 2.279 Millionen 1970 auf 2.688.634 Millionen 2021, Deutschland von 29.947 Millionen auf 1.420.129 Millionen. Indiens Importe stiegen von 2.124 Millionen 1970 auf 572.909 Millionen 2021.

Die Importwerte sind wegen der Bewertungsmethode grundsätzlich mit Vorsicht mit Exportwerten zu vergleichen: Exporte werden normalerweise auf FOB-Basis, Importe auf CIF-Basis erfasst. Für einzelne Länder, darunter Hongkong, Singapur und die Vereinigten Arabischen Emirate, weist der Artikel außerdem auf Schätzungen des WTO-Sekretariats und auf Re-Exports hin.

Handelsbilanz und meistgehandelte Waren

Die Handelsbilanz vergleicht nominale Warenexporte und Warenimporte. Ein Handelsbilanzüberschuss entsteht, wenn die Exporte höher sind als die Importe; ein Defizit liegt bei höheren Importen vor.

2021 hatte China den größten ausgewiesenen Überschuss von 562.724 Millionen US-Dollar. Es folgten Deutschland mit 227.904 Millionen, Irland mit 197.982 Millionen, Russland mit 190.337 Millionen und Saudi-Arabien mit 136.464 Millionen. Weitere hohe Überschüsse verzeichneten Singapur (118.215 Millionen), die Schweiz (110.497 Millionen), Australien (87.722 Millionen), Südkorea (76.207 Millionen) und die Niederlande (74.078 Millionen).

Das größte Handelsbilanzdefizit hatten die Vereinigten Staaten mit −1.090.295 Millionen US-Dollar. Danach folgten das Vereinigte Königreich mit −211.433 Millionen, Indien mit −176.721 Millionen, Frankreich mit −79.542 Millionen, die Philippinen mit −52.806 Millionen, Pakistan mit −37.518 Millionen und Ägypten mit −34.471 Millionen. Für die Türkei wird ein Defizit von −29.313 Millionen, für Spanien von −22.925 Millionen und für Mexiko von −10.914 Millionen genannt.

Nach Warenwert waren 2022 fossile Brennstoffe, Mineralöle und Destillationsprodukte mit einem Handelsvolumen von 3.988 Milliarden US-Dollar die meistgehandelte Produktkategorie; führender Exporteur waren die Vereinigten Staaten. Es folgten Elektrotechnik und elektronische Geräte mit 3.494 Milliarden, angeführt von China, sowie Maschinen und mechanische Geräte, Kernreaktoren, Kessel und Teile davon mit 2.573 Milliarden, ebenfalls mit China als führendem Exporteur.

Weitere wichtige Kategorien waren Fahrzeuge und Teile davon (1.622 Milliarden; führender Exporteur Deutschland), pharmazeutische Produkte (875 Milliarden; Deutschland), Perlen, Edelsteine, Edelmetalle, Fantasieschmuck und Münzen (867 Milliarden; Schweiz), Plastik und darauf beruhende Erzeugnisse (816 Milliarden; China), optische, fotografische, technische und medizinische Geräte und Instrumente (669 Milliarden; Vereinigte Staaten), Eisen und Stahl (565 Milliarden; China) sowie organische Chemikalien (538 Milliarden; China).

Jährliche und vierteljährliche Entwicklung

Die Jahrestabelle beschreibt die weltweiten Warenexporte nominal und real. Das Handelsvolumen stieg von 58 Milliarden US-Dollar 1948 auf 317 Milliarden 1970, 2.034 Milliarden 1980, 6.456 Milliarden 2000, 13.908 Milliarden 2007 und 16.023 Milliarden 2008. Im Krisenjahr 2009 sank es auf 12.418 Milliarden, 2010 stieg es auf 15.167 Milliarden. Für 2021 werden 22.328 Milliarden US-Dollar und eine nominale Veränderung von 26,5 % angegeben.

Die nominale Veränderung kann stark von Preisänderungen beeinflusst werden. So wuchs das nominale Exportvolumen 1974 um 44,8 %, während das reale Wachstum nur 5,4 % betrug. 2009 sanken die Werte nominal um 22,5 % und real um 13,2 %. 2010 folgte eine Erholung mit nominal +22,1 % und real +14,4 %.

Die Quartalstabelle zeigt dieselbe Entwicklung in kürzeren Zeitabständen. Das nominale weltweite Exportvolumen lag am 30. Juni 2008 bei 4.364 Milliarden US-Dollar, fiel bis zum 31. März 2009 auf 2.708 Milliarden und stieg bis zum 31. Dezember 2010 auf 4.175 Milliarden. Am 31. März 2016 wurden 3.676 Milliarden ausgewiesen.

Für die reale Entwicklung wird ein Index mit dem Basisjahr 2005 = 100 verwendet. Der Indexstand betrug am 31. März 2005 100,0, erreichte am 31. Dezember 2015 150,6 und lag am 31. März 2016 bei 142,8. Die Quartalswerte enthalten jeweils die Veränderung gegenüber dem Vorquartal und, soweit verfügbar, gegenüber dem Vorjahr. Dadurch lassen sich Preis- und Mengeneffekte sowie kurzfristige Schwankungen getrennt betrachten.

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